Haushalt

Großprojekte in Lechbruck werfen ihre Schatten voraus

Den einen oder anderen Euro kann die Gemeinde Lechbruck in diesem Jahr zur Seite schaffen. Doch die nächsten Großprojekte stehen bereits an.

Den einen oder anderen Euro kann die Gemeinde Lechbruck in diesem Jahr zur Seite schaffen. Doch die nächsten Großprojekte stehen bereits an.

Bild: Benedikt Siegert (Symbol)

Den einen oder anderen Euro kann die Gemeinde Lechbruck in diesem Jahr zur Seite schaffen. Doch die nächsten Großprojekte stehen bereits an.

Bild: Benedikt Siegert (Symbol)

2020 kann Lechbruck weiter Verbindlichkeiten abbauen – trotz gesunkener Einnahmen wegen Corona. Für andere Projekte muss die Gemeinde wohl wieder Schulden machen.
29.10.2020 | Stand: 18:30 Uhr

Erst Ende Oktober und damit reichlich spät hat die Gemeinde Lechbruck ihren Haushaltsplan für das laufende Jahr verabschiedet. In Zeiten von Bürgermeisterwechsel und Corona habe es zunächst gegolten, die Wirrungen zu sortieren, um einen ordentlichen Gemeindehaushalt aufzustellen. So begründete Bürgermeister Werner Moll das etwas spät erarbeitete Budget der Gemeinde. Das Zahlenwerk wurde jetzt von Kämmerer Martin Neuber im Gemeinderat vorgestellt. Es umfasst ein Volumen von 11,6 Millionen Euro.

„Alles in allem recht zufriedenstellend“, sagte Rathaus-Chef Moll zum Haushalt seines Vorgängers. Allerdings erinnerte er dabei gleich an künftige geldintensive Projekte der Gemeinde: Beispielsweise an den Bau von Kindergarten oder Feuerwehrhaus und weitere Investitionen. Auch hier werde man sich in den kommenden Jahren finanziell auf die Hinterfüße stellen müssen, erneute Kreditaufnahmen müsse man in diesen Zusammenhängen wahrscheinlich notgedrungen in Erwägung ziehen.

Neuverschuldung in Lechbruck nicht nötig

Das war im Jahr 2020 aber noch nicht nötig gewesen. Trotz schwieriger Umstände war heuer keine Neuverschuldung nötig, der Schuldenstand sinkt erneut und die Rücklagen steigen um fast 1,5 Millionen Euro. Auch in diesem Jahr übersteigt das Geld auf der hohen Kante damit die Verbindlichkeiten bei weitem: Denn im Moment steht auf der Schuldenseite noch ein Betrag von rund 3,07 Millionen Euro, etwa 66 000 Euro weniger als im Vorjahr. Die Pro-Kopf- Verschuldung sinkt damit weiter auf 1129 Euro, im Vorjahr waren es noch 1153 Euro gewesen. Dem gegenüber beträgt aber die Gesamtsumme aller Rücklagen mehr als 5,3 Millionen Euro.

Somit könnte man den Schuldenstand rein rechnerisch vernachlässigen, auch eine Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt von rund 1,46 Mio. Euro kann in diesem Jahr erfolgen. Diese Zahlen gingen aus dem Haushaltsplan hervor, den Kämmerer Neuber dem Gemeinderat detailliert eröffnete und zum Beschluss vorlegte. „In guter Tradition haben und können wir Pflichtaufgaben weiter erfüllen und sichern“, sagte der Kämmerer eingangs. Immerhin umfasst der Gesamthaushalt ein Volumen von 11,6 Millionen Euro.

Corona mindert Einnahmen der Gemeinde

Gleichwohl: Einschränkungen sind wegen Corona klar erkennbar, auf der Einnahmenseite errechneten sich aber doch noch immer zufriedenstellende Ergebnisse. Immerhin kann Lechbruck in diesem Jahr mit Gewerbesteuereinnahmen von rund zwei Millionen Euro rechnen. Die Grundsteuern A und B spülen einen weiteren Betrag von rund 520 000 Euro in die Gemeindekasse, Schlüsselzuweisungen wird es in diesem Jahr nicht geben. Der Anteil der Einkommensteuer beträgt rund 1,3 Millionen Euro, der Kurbeitrag ist mit etwa 434 000 Euro angesetzt, allerdings wird dieser zweckgebunden für gemeindliche Einrichtungen, Rücklagen oder das Büro der Tourist-Information verbucht.

Kreisumlage steigt an

Ein großer Brocken geht von den Einnahmen aber auch wieder als Kreisumlage zurück, die in diesem Jahr rund 1,68 Millionen Euro betragen wird. Das sind mehr als 197 000 Euro mehr als im Vorjahr. Die Ziele der Gemeinde bleiben ein weiterer Schuldenabbau trotz Investitionen sowie eine sparsame Haushaltsführung, sagte Neuber.