Rückholz/Ostallgäu

Gutes Waldjahr trotz Sturms und Trockenheit

Forst Füssener Land von großen Problemen verschont. Betriebsgemeinschaft mit über 950 Mitgliedern
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Von xb
08.04.2019 | Stand: 15:19 Uhr

Trotz eines Föhnsturms war 2018 im südlichen Ostallgäu ein gutes Waldjahr. Das zeigte der Bericht von Geschäftsführer Dieter Stosik bei der Jahresversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Füssen, zu der Vorsitzende Gabi Schmölz nach Rückholz geladen hatte. Von der großen Trockenheit war das Füssener Land im Gegensatz zu den Gebieten nördlich der A96 verschont geblieben. Insgesamt erwirtschaftete die FBG einen Überschuss von 19 900 Euro. In 30 Waldpflegeverträgen (vorwiegend Kirchen- und Privatwald) hat die FBG Füssen die Betreuung von 288 Hektar Wald direkt übernommen. Sie hat laut Stosik nun 953 Mitglieder mit einer Mitgliedsfläche von 5407 Hektar. Dafür wurden im vergangenen Jahr 25 000 Jungpflanzen vermittelt, davon 63 Prozent Nadel- und 37 Prozent Laubhölzer. Die Zahlen zeigten, dass hier der Umbau des Waldes stattfinde. 27 000 Festmeter Holz führte die FBG der Vermarktung zu. Aktuell sollte man mit einem Neueinschlag warten, lautete Stosiks Empfehlung. Trotz der guten Baukonjunktur seien die Holzpreise zu niedrig, da viel Schadholz von Schneebrüchen und Sturmschäden geliefert werde. Auch aus Norddeutschland werde wegen der dortigen Trockenheit Schadholz zu den Sägewerken geliefert.

Seit 2015 steige die Zahl der Verbissschäden in Kaufbeuren und dem Ostallgäu wieder leicht an, berichtete Forstdirektor Stephan Kleiner vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) über das aktuelle forstliche Gutachten. Es werde eine Erhöhung des Abschusses empfohlen, beziehungsweise angeordnet, damit der Jungwald möglichst ohne Schutzzäune aufwachsen könne. Das nun vorliegende Gutachten mache zu jedem Jagdrevier gezielt Aussagen. An 446 Inventurpunkten waren dafür bei 40 000 jungen Bäumchen die Verbissschäden durch das Wild gemessen worden.

Die seit zehn Jahren bestehende Bergwaldoffensive (BWO) der Bayerischen Forstverwaltung führte mehr als 800 Maßnahmen im Ostallgäuer Berggebiet von Schwangau bis Nesselwang durch, um die Schutzwirkung des Bergwaldes und dessen Widerstandsfähigkeit zu verbessern. Dafür mussten auch Wald- und Rückewege angelegt werden. In Zusammenarbeit mit dem Naturschutz und den Waldbesitzern wurden hier gute Lösungen erarbeitet. Die Waldwege sollen auch dazu dienen, Radfahrer und Fußgänger zu kanalisieren, um den Wald zu schützen. Das Wertachtal mit seinen tiefen Schluchten wurde neu ins Gebiet der BWO aufgenommen. Ein noch zu erstellendes Jagdkonzept in den Wertachhalden soll die jagdlichen Maßnahmen dort regeln. Der Umbau des Waldes müsse weitergehen, weil es die Fichte nass mag, was durch die Klimaveränderung immer seltener der Fall sei. Hierzu gebe es auch stattliche Förderungen. Der Schneebruch dieses Winters sollte möglichst schnell aufgeräumt werden, da ansonsten Käferbefall drohe.

Vorsitzende Gabi Schmölz hatte zuvor in ihrem Jahresbericht die vielen Termine der FBG Füssen im Jahr 2018 aufgezeigt. Neben vier FBG-Sitzungen gab es Informationsfahrten, Motorsägenkurse, Kurse zum Erwerb des Jagdscheines und Waldbegehungen mit vielen Informationen für die Mitglieder. Gut angenommen wurde auch der Familientag in Eisenberg.

Gelegenheit, sich vorzustellen, hatte in der Versammlung der neue Leiter des Forstreviers Seeg, Forstamtmann Manfred Zinnecker vom AELF Kaufbeuren. Sein Revier umfasst die Gemeinden Görisried, Kraftisried, Lengenwang, Nesselwang, Rückholz, Seeg, Unterthingau und Wald. Der Förster berät dort die privaten und kommunalen Waldbesitzer bei allen Fragen rund um das Thema Wald.

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