Haus Hopfensee

Nach einem Vierteljahrhundert ist für Uli Pickl nun Schluss

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Füssens Bürgermeister Maximilian Eichstetter übergab Uli Pickl zum Dank eine Torte mit persönlicher Aufschrift.

Bild: Stadt Füssen

Füssens Bürgermeister Maximilian Eichstetter übergab Uli Pickl zum Dank eine Torte mit persönlicher Aufschrift.

Bild: Stadt Füssen

Für den neuen Pächter Guido Lindner ist es eine Rückkehr in die Füssener Heimat. Was der langjährige Wirt Uli Pickl nun plant.
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Von Redaktion Allgäuer Zeitung
01.06.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Nach 25 Jahren ist Schluss: Uli Pickl hat als Pächter des Haus Hopfensee aufgegeben und das Haus an seinen Nachfolger Guido Lindner übergeben. Lindner ist in Füssen aufgewachsen und war beruflich als Hotelmanager und Gastro-Geschäftsführer aktiv. Coronabedingt fand kürzlich die Übergabe nur im kleinen Kreis statt, teilt die Stadtverwaltung mit.

Denkt man an das Haus Hopfensee, denkt man an Uli Pickl. Seit 1996 führte er das Haus Hopfensee. „Vielen Dank für die 25 Jahre, in der Sie das Haus Hopfensee so wunderbar geleitet haben“, sagte Bürgermeister Maximilian Eichstetter. Als Abschiedsgeschenk überreichte der Rathaus-Chef Blumen, einen Gutschein für eine Museumsführung sowie eine Torte mit der Aufschrift „Lieber Uli, danke für 25 Jahre“.

Typisch Pickl: Er entschied sich, die Torte im Gasthaus zum Schwanen, den seit kurzem sein Sohn Florian führt, zu verkaufen und den Erlös von 150 Euro dem Kinderhospiz Bad Grönenbach zu spenden. Weitere 150 Euro legte er privat drauf. Pickl nutzte das Haus Hopfensee all die Jahre, um soziale Aktionen durchzuführen.

"Das Haus war mein Wohnzimmer"

Bei der Verabschiedung blickten die Anwesenden auf die 25 Jahre zurück, die Pickl das Haus Hopfensee leitete – stets mit Unterstützung seiner Frau Heidi, seines Sohnes Florian, seiner Tochter Teresa und dem stets engagierten Personal. „Ich blicke auf die Zeit mit Ehrfurcht, Dankbarkeit und Freude zurück“, sagte Pickl. „Das Haus war mein Wohnzimmer. Als ich aus der Betriebswohnung ausgezogen bin, war das furchtbar für mich“, erinnert sich der 70-Jährige.

Er bedankte sich bei der Stadt für eine durchgehend tolle und faire Zusammenarbeit. Ebenso bedankte er sich bei den Bürgern und Vereinen in Hopfen am See. Nun freut sich Pickl darauf, mehr Zeit für seine Leidenschaften und Hobbys zu haben – etwa, ab und an längere Zeit in seinem Ferienhaus auf La Palma verbringen zu können. Und natürlich freut er sich darauf, nun mehr Zeit für Theater zu haben. Zudem will er seine jahrzehntelange Erfahrung als Gastronom an Kollegen weitergeben.

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Dem neuen Pächter Guido Lindner wünschte Eichstetter bei der Übergabe einen guten Start. Und Lindner ist zuversichtlich, dass der Start gut sein wird. „Uli hat mich wirklich sehr gut eingearbeitet, das war eine super Unterstützung. Und das Verhältnis zur Stadt ist wunderbar.“

Eltern hatten Lebensmittelgeschäft in Füssen

Aufgewachsen ist Guido Lindner in Füssen, seine Eltern führten ein Lebensmittelgeschäft in der Hiebelerstraße. Seine Leidenschaft als Jugendlicher: Eishockey. Zwölf Jahre trainierte er und spielte für den EV Füssen. Seine Ausbildung machte er im Hotel Liesl in Schwangau, dann trieb es ihn in die Welt hinaus. Er bereiste als Steward auf Kreuzfahrt- und Expeditionsschiffen die Welt und führte große Häuser, unter anderem am Starnberger See.

Eigentlich sollte die nächste Station in Davos sein, doch dann kam das Angebot, das Haus Hopfensee zu übernehmen. „Nach über 20 Jahren wieder zurück in die Heimat – das hat mich gereizt“, erklärt er. Er verspürt hier eine ganz „andere Verbundenheit“. Nach Renovierungsarbeiten starten Lindner und sein Team mit dem Terrassenbetrieb. Eine ehrliche Küche will er anbieten – ohne Schnickschnack und Saltos. Dafür regional und von hoher Qualität.

Begeistert zeigt sich Lindner nicht nur von der herrlichen Aussicht, die man von der Terrasse und dem Gastraum auf das Alpenpanorama genießen kann, sondern auch von der großen Unterstützung der Stadt Füssen. „So etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Und so hofft Guido Lindner, dass er bald wieder seine Gäste im Restaurant begrüßen zu können und den Saal für Hochzeitsfeiern öffnen kann.

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