Diskussion im Füssener Bauausschuss

Historisches Gebäude wird saniert: Kontroverse Debatte in Füssen

Ein historisches Haus in der Altstadt soll saniert werden. Das hat im Füssener Bauausschuss eine kontroverse Diskussion ausgelöst.

Ein historisches Haus in der Altstadt soll saniert werden. Das hat im Füssener Bauausschuss eine kontroverse Diskussion ausgelöst.

Bild: Benedikt Siegert

Ein historisches Haus in der Altstadt soll saniert werden. Das hat im Füssener Bauausschuss eine kontroverse Diskussion ausgelöst.

Bild: Benedikt Siegert

Füssens Kommunalpolitiker begrüßen, dass ein großes historisches Gebäude in der Altstadt hergerichtet wird. Doch Details sorgen für eine Grundsatzdiskussion.
22.09.2020 | Stand: 06:30 Uhr

Es geht um vermutlich eines der ältesten Gebäude Füssens, das reaktiviert werden soll. Es geht um „wahnsinnig viel Geld“, das dafür investiert wird, wie es Jürgen Doser (Freie Wähler) formulierte. Und es geht um dringend benötigte Wohnungen, die geschaffen werden. All das hat die Sanierung des historischen Wohn- und Geschäftshauses Baur in der Franziskanergasse zu bieten, das kürzlich den Füssener Bauausschuss beschäftigte. Grundsätzlich befürworteten die Kommunalpolitiker bei einer Gegenstimme das Vorhaben – allerdings sorgten einige Details für eine kontroverse Debatte, bei der es wieder einmal um Grundsätzliches ging. Im Fokus dabei: eine rückseitige Gaube und vor allem südseitige große Fenster. Der Bauherr muss sich nun weiter mit Landratsamt und Denkmalschutz absprechen, um sein Vorhaben genehmigt zu bekommen.

Die Fenster sind zu groß

Wie so oft meldeten sich zwei Räte zu Wort, die stets darauf pochen, die städtische Satzung einzuhalten: Magnus Peresson (Unabhängige Bürger Liste) und Dr. Christoph Böhm (CSU). Sie störten sich vor allem an geplanten großen Fenstern. Hier missfiel ihnen zum einen die geplante Größe, zum anderen forderten sie Sprossen. Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) versicherte, dass auch der Bauherr Sprossenfenster wolle und damit die Satzung eingehalten werde. Er machte klar, dass die Kommune froh sein könne, jemanden zu haben, der in enger Abstimmung mit der Stadt und dem Denkmalschutz saniere. „Es ist ein tolles Gebäude und höchst lobenswert, etwas zu machen“, sagte Peresson. Allerdings missfiel es ihm, dass „vier Quadratmeter große Löcher“ für einzelne Fenster entstehen sollen. Er befürchtete, dass das dem Mauerwerk des möglicherweise 700 Jahre alten Hauses alles andere als guttun wird. Er plädierte dafür, „nicht so große Fenster“ zu schaffen. Dr. Martin Metzger (Bürger für Füssen) stimmte zu, dass die Fenster tatsächlich nicht sonderlich glücklich konzipiert seien. Er riet, mit dem Schreiner zu sprechen, wie das besser kaschiert werden könne, damit nicht ein „Fremdkörper in der Fassade“ entstehe. Böhm ergänzte, er könne sich mit vielen Punkten abfinden – etwa mit der Stellplatzablöse. Denn statt eines Stellplatznachweises im Bereich des Innenhofs ist eine Ablöse geplant mit einem reduzierten Ansatz von 1000 Euro je Stellplatz. Auch „Wohnungen finde ich gut“, betonte Böhm. Aber es gebe nun einmal ein Konzept in der Kommune in Form der geltenden Satzung, das berücksichtigt werden müsse. Das sei wichtig, denn „wir wollen Qualitätstourismus“. Und da die Stadt dem Bauherrn ohnehin entgegenkomme durch die reduzierte Stellplatz-Ablöse, halte er es für vertretbar, bei den Fenstern Vorgaben zu machen.

„Gehört viel Herzblut dazu“

Jürgen Doser (Freie Wähler) betonte, bei solch einem Umbau mit sehr hohem finanziellen Aufwand „gehört viel Herzblut dazu“. Eine enge Abstimmung sei nötig mit dem Denkmalschutz. Er plädierte deshalb dafür, den Bauwerber zu unterstützen in dessen Vorhaben. Genauso sah es Christoph Weisenbach (CSU): Es gehe in dem Fall um eine einheimische Familie, die Wohnungen schaffen will. Er habe deshalb die „Bitte, das zu unterstützen“. Das sah auch eine große Mehrheit im Bauausschuss so.

 

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