Hilfe auf neuem Weg

Hunger und Not: Weltladen Pfronten startet Spendenaktion

Lissi Wolf, die Leiterin des Weltladens Pfronten mit den Sammelbüchsen und -schweinchen für die Aktion „Pfronten zeigt sich solidarisch“.

Lissi Wolf, die Leiterin des Weltladens Pfronten mit den Sammelbüchsen und -schweinchen für die Aktion „Pfronten zeigt sich solidarisch“.

Bild: Erwin Kargus

Lissi Wolf, die Leiterin des Weltladens Pfronten mit den Sammelbüchsen und -schweinchen für die Aktion „Pfronten zeigt sich solidarisch“.

Bild: Erwin Kargus

In der Corona-Krise haben in den Partnerländern viele ihre Arbeit verloren. Auch der Export nach Europa ist blockiert. Deshalb sind neue Ideen gefragt.
Lissi Wolf, die Leiterin des Weltladens Pfronten mit den Sammelbüchsen und -schweinchen für die Aktion „Pfronten zeigt sich solidarisch“.
Von Erwin Kargus
14.08.2020 | Stand: 11:45 Uhr

Die Corona-Pandemie trifft Länder wie Ägypten, Indien, Nepal oder Peru besonders hart. Viele Menschen dort haben durch Corona ihre Arbeit verloren, sie hungern und sterben. Der Weltladen in der Fairtrade-Gemeinde Pfronten will mit einer Spendenaktion helfen. Ein großer Korb mit Sammelbüchsen und Spenden-Sparschweinen steht im Weltladen bereit. Sie werden mit dem Aufruf „Pfronten zeigt sich solidarisch“ auf über 60 Sammelpunkte wie Läden, Arztpraxen oder Firmen verteilt.

Steine mit Mandala-Motiven

Schon in den vergangenen Monaten ließ das Thema Corona die Weltladen-Mitarbeiterinnen nicht ruhen. Sie sammelten aus dem Lech runde flache Steine und bemalten diese mit Acrylfarben mit Mandala-Motiven. Im Weltladen legten sie diese farbenfrohen Hingucker gegen eine Spende für Nepal aus. Eine Förderin des Weltladens gestaltete außerdem als Künstlerin Lesezeichen ebenfalls zugunsten der Coronaopfer in Nepal. Der Anklang auf diese kleinen Aktionen hat das Weltladenteam beflügelt, noch wesentlich nachhaltiger zu helfen. Die Leiterin des Weltladens und der Projektgruppe Weltladen, Lissi Wolf aus Pfronten, gibt sich optimistisch: „Wir glauben, dass wir mit dieser Spendenaktion Coronaopfern in der Dritten Welt wirklich helfen können. Wir freuen uns über jede kleine und große Spende. Was die Spendenfreudigkeit der Pfrontener angeht, sind wir alle sehr zuversichtlich.“

Katastrophale Lebensumstände

Lieferanten des Weltladens in Afrika, Asien und Südamerika berichteten in E-Mails, „dass die Lebensumstände für Menschen und Betriebe dort katastrophal sind“, erzählt Lissi Wolf. In Nepal beispielsweise dürfen die Menschen nicht arbeiten und können nichts produzieren, auch nicht für Fairtrade, denn sie müssen zu Hause bleiben. Die vor Corona produzierte Ware kommt seit Ende März nicht mehr aus dem Land. Der Hauptstadt-Flughafen Kathmandu ist die meiste Zeit geschlossen. Auch dadurch fehlt den für Fairtrade arbeitenden Menschen der Lohn und damit die Lebensgrundlage.

60 Spendenkassen in Pfronten

Wer aus Solidarität etwas für die Fairtrade-Produzenten tun möchte, kann ab sofort in Pfronten in eine der über 60 Spendenkassen etwas einwerfen. Beispielsweise kann eine ganze Familie für 30 Euro einen Monat lang mit Grundnahrungsmitteln versorgt werden. Lissi Wolf spricht Klartext: „Uns sollte bewusst werden, es gibt Schlimmeres als einen Nasen-Mund-Schutz zu tragen, nämlich zu verhungern.“ In Indien und Nepal ist die Selbstmordrate derzeit hoch, weil die Menschen ohne Arbeit und Perspektive sind. Junge Mädchen würden noch früher verheiratet, damit ein Esser weniger am Tisch sitzt.

Viele kleine Spenden ergeben eine große Hilfe

Lissi Wolf motiviert die Pfrontener: „Viele kleine Spenden ergeben eine große Hilfe.“ Für größere Spenden gibt es im Weltladen eine Spendenquittung. Die Weltladen-Mitarbeiter stehen persönlich dafür ein, dass die Spenden-Gelder ungeschmälert weitergeleitet werden. Die Hilfs-Aktion läuft bis auf Weiteres.