Stadtbibliothek

Im Lockdown steigt in Füssen der Hunger auf Lesestoff

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Pfiffig: Die Stadtbibliothek Füssen bot ihren Lesern während der Corona-Pandemie auch einen mobilen Lieferservice an.

Bild: Stadt Füssen/Archiv

Pfiffig: Die Stadtbibliothek Füssen bot ihren Lesern während der Corona-Pandemie auch einen mobilen Lieferservice an.

Bild: Stadt Füssen/Archiv

Über 136 000 Medien im vergangenen Jahr in der Füssener Bücherei ausgeliehen. Was heuer alles geplant ist.
25.04.2021 | Stand: 07:00 Uhr

Viele Branchen leiden unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie – die Füssener Stadtbibliothek hingehen „boomte“ zumindest bei der Zahl der ausgeliehenen Bücher und anderer Medien: Trotz deutlich reduzierter Öffnungszeiten wurden 2020 fast 136 200 Medien entliehen – ein klarer Anstieg gegenüber 2019. Im Lockdown stieg offensichtlich der Hunger auf Lesestoff, lautete das Fazit von Kulturamtsleiterin Karina Hager im Hauptausschuss. Das gute Ergebnis ist für Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) aber auch ein Beleg für das Engagement des Büchereiteams: Es habe eine „tolle Arbeit in dieser schweren Zeit“ geleistet, verwies er darauf, dass die Mitarbeiterinnen zeitweise sogar Bücher zu den Kunden ausgefahren hatten.

Gut zwölf Wochen war die Stadtbibliothek im vergangenen Jahr geschlossen. Der Betrieb danach war nur mit einem ausgeklügelten Konzept mit den entsprechenden Hygiene- und Abstandsregeln möglich, selbst ausgeliehene Bücher landen nach der Rückgabe zunächst für 48 Stunden in einem „Quarantäne-Regal“. Erst nach gründlicher Reinigung stehen sie wieder zur Verfügung.

Mehr digitale Angebote genutzt

Trotz etlicher Einschränkungen stieg die Zahl der entliehenen Medien deutlich an: An jedem Öffnungstag kamen im Durchschnitt zwar nur 138 Besucher (2019: 199), doch die deckten sich dann mit 903 Medien (2019: 732) ein. Zudem nahm die Nutzung der digitalen Angebote stark zu – inzwischen liegt sie bei 22 Prozent. Unter den Lockdowns und sonstigen Corona-Regeln litten aber die Veranstaltungen der Bücherei: Waren es 2019 noch 191 Veranstaltungen, so ging diese Zahl 2020 auf 65 zurück.

Zusätzliche Öffnungszeiten vorgesehen

Hager ging im Hauptausschuss auch auf die aktuellen Planungen der Bücherei ein: So sollen zusätzliche Öffnungszeiten ohne Beratungsservice umgesetzt werden, sobald wieder ein regulärer Bibliotheksbetrieb möglich ist. Personal wird in diesen Zeiten zwar vor Ort sein, aber mit anderen Arbeiten beschäftigt sein. In einem nächsten Schritt soll die Stadtbibliothek künftig auch ohne die Anwesenheit von Bibliothekspersonal in den Abendstunden und am Wochenende zugänglich sein. Dieses sogenannte „Open-Library“-Konzept soll im Rahmen des „Smart Citys“-Projekts der Stadt umgesetzt werden.

Die Kinderbibliothek wird modernisiert

Zudem soll die in die Jahre gekommene Einrichtung der Kinderbibliothek modernisiert werden, kündigte die Kulturamtsleiterin an. Es ist geplant, einen eigenen Bereich für Kleinkinder und für Schulklassen einzurichten. Daneben sollen gemütliche Vorleseinseln Eltern und Kinder zur Beschäftigung mit Büchern anregen und eine neue Gestaltung und Anordnung der Regale soll eine noch bessere Übersicht über den Medienbestand ermöglichen. Die Kosten dafür sind überschaubar: Knapp 14 600 Euro fallen an, doch gibt es auch einen Zuschuss von 5000 Euro.

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Hagers Bericht über die Stadtbibliothek kam gut an bei den Mitgliedern des Hauptausschusses: Ilona Deckwerth (SPD) lobte das Team, das engagiert und „mit pfiffigen Ideen“ gute Arbeit leiste. Es zeige sich, dass „Kultur in Füssen auch in diesen Zeiten weiter machbar ist“. Gerade für Kinder sei das Angebot wichtig, unterstrich Deckwerth. Jeder Euro, den man dafür ausgebe, sei gut angelegt. Dem Dank Deckwerths würden sich sicher alle anderen Mitglieder des Ausschusses anschließen, hielt Peter Hartung (CSU) fest.