Festival Vielsaitig

In Füssen sind Geigenbauer im Gespräch

Geigenbau

Geigenbauer unter sich: Der Füssener Oliver Radke (links) mit dem Roßhauptener Georg Albeck, der gestern als Ansprechpartner beim „Treffpunkt Geigenbau“ in der Klosterbibliothek bereitstand.

Bild: Werner Hacker

Geigenbauer unter sich: Der Füssener Oliver Radke (links) mit dem Roßhauptener Georg Albeck, der gestern als Ansprechpartner beim „Treffpunkt Geigenbau“ in der Klosterbibliothek bereitstand.

Bild: Werner Hacker

In der Bibliothek des früheren Benediktinerklosters St. Mang in Füssen stehen noch bis kommenden Freitag täglich von 11 bis 17 Uhr Fachleute für Fragen bereit. Darunter sind erneut Meister aus der Metropole Cremona
29.08.2021 | Stand: 18:00 Uhr

Georg Albeck mit Werkstatt in Roßhaupten war ein gefragter Fachmann beim „Treffpunkt Geigenbau“ im Rahmen des Füssener Festivals „Vielsaitig“. Der Mittfünfziger – gebürtig in Tübingen und ausgebildet an der Geigenbauschule in Mittenwald – demonstrierte zum Beispiel das Erwärmen der Zargen aus Berg-Ahornholz.

Seit neun Jahren regelmäßig beim Forum dabei

Er sei „seit neun Jahren“ regelmäßig beim Forum dabei, wenn sich „die Meister“ aus Cremona, Füssen und Orten im Allgäu untereinander austauschen, während sie neue Saiteninstrumente ausstellen und nicht zuletzt von Museumsbesuchern mit Fragen gelöchert werden.

Dieses Jahr werden die Aussteller, zu denen auch der Füssener Instrumentenbauer Urs Langenbacher zählt, in der Bibliothek des früheren Benediktinerklosters St. Mang gesucht und gefunden. Weil das Museum der Stadt Füssen die große Ausstellung „Sehnsucht nach Heimat“ zeigt, wurde das Geigenbau-Forum hierher verlegt, erklärt auf Nachfrage Kulturamtsleiterin Karina Hager.

Vor den hohen Bücherregalen – die Exponate sind Attrappen – konnten dank der gewachsenen Beteiligung sechs statt wie bislang vier Tische aufgestellt werden, auf denen die Instrumente präsentiert sind. Darauf machte Dr. Anton Englert aufmerksam.

Den Museumsleiter interessierte ihm Gespräch mit Pierre Chaubert – alteingesessene Werkstatt im alten Feuerwehrhaus am Schrannenplatz – und Georg Albeck insbesondere die Techniken des Lackierens. „Es ist wichtig, bei der Holzauswahl sehr genau zu sein“, wurde zuvor einem Pärchen aus Österreich erklärt. Dass der Badener Albeck, der bei Pierre Chaubert Berufserfahrung gesammelt hatte, nach Aufenthalten in den USA und England seine Freiberuflichkeit in Roßhaupten fortsetzt, sei „eher einem Zufall“ zu verdanken.

Das ist noch für die Ausstellung geplant

Lesen Sie auch
##alternative##
Instrumentenbau

Simpert Niggels „Liebesbratsche“ kehrt heim nach Füssen

„Ich konnte in Roßhaupten die Werkstatt aufbauen, wie ich es mir exakt vorgestellt hatte“, sagt Albeck, bevor ihn sein Füssener Kollegen Olive Radke begrüßt, der am kommenden Donnerstag in der Klosterbibliothek die Geigenbauerzunft vertreten wird, die sich auch mit Vorträgen an die Öffentlichkeit wendet. Die Ausstellung findet noch bis kommenden Freitag statt.

  • Beim „Forum Geigenbau“ präsentieren sich noch folgende Meister jeweils von 11 bis 17 Uhr in der Bibliothek des Barockklosters St. Mang: Andreas Ott, Kempten (Samstag, 29. August), Marco Coppiardi, Cremona (Sonntag, 29. August), Pierre & Eric Chaubert, Füssen (Dienstag, 31. August), Gabriel Reinhold, Füssen (Mittwoch, 1. September), Oliver Radke, Füssen (Donnerstag, 2. September) sowie Sibylle und Gaspar Borchardt, Cremona (Freitag, 3. September).
  • Vortrag Am Donnerstag, 2. September, ab 16 Uhr sprechen Sigrun Richter und Nico van der Waals über „Es muss nicht immer Tieffenbrucker sein – Wiederentdeckung und Restaurierung der einzig erhaltenen Laute von Joseph Helmmer, Füssen von 1601“.
  • Der Eintritt ist mit dem Museumseintritt abgegolten. Für den Vortrag ist eine Anmeldung erforderlich unter Telefon (08362) 903 143.