Coronakrise

In Füssen wenig Verständnis für erneuten Lockdown

Wegen Corona geschlossen: Der erneute Lockdown trifft Fitnesstudios, Wirte und Kinobetreiber hart.

Wegen Corona geschlossen: Der erneute Lockdown trifft Fitnesstudios, Wirte und Kinobetreiber hart.

Bild: Maridav/stock.adobe.com

Wegen Corona geschlossen: Der erneute Lockdown trifft Fitnesstudios, Wirte und Kinobetreiber hart.

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Fitnessstudios, die Gastronomie und das Kino stehen vor schwierigen Wochen. Dabei waren sie von ihren Hygienekonzepten überzeugt.
02.11.2020 | Stand: 10:35 Uhr

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr trifft ein von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossener und ab dem heutigen Montag geltender Lockdown Betreiber von Kinos, Gaststätten und Fitnessstudios hart. Sie müssen ihre Betriebe für mindestens vier Wochen geschlossen halten, worüber sich auch in Füssen einiger Unmut regt.

Der zweite Lockdown in diesem Jahr ist nach Meinung des Geschäftsführers des Sportstudios Füssen, Lukas Hiemer, „ein Riesenschlag“, für den er „überhaupt kein Verständnis“ hat. Während er dabei unter anderem den „massiven Umsatzverlust“ in diesem Jahr beklagt, tue es ihm in erster Linie für seine vielen Kunden leid, die insbesondere in sein Sportstudio kämen, um ihren gesundheitlichen Beschwerden therapeutisch beziehungsweise möglichen Erkrankungen prophylaktisch zu begegnen. Vor allem sie müssten jetzt „richtig leiden“, nachdem sie sich in den vergangenen Monaten „sehr sicher bei uns“ gefühlt und keine Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus gehabt hätten.

Der Geschäftsführer des Fitness- und Wellnessparks Löwe, Andreas Weese, sieht es ähnlich und betont deshalb, dass es ihm fast so scheine, als würde die Regierung die Gesundheit der Bevölkerung geringschätzen, ganz abgesehen davon, dass die neuerliche Zwangsschließung auch für sein Studio einen herben finanziellen Schaden bedeute. Dabei sei ihm nicht ein einziger Corona-Fall bekannt, der im Zusammenhang mit einem Fitnessstudio steht. (Lesen Sie auch: Positiv durch den November-Lockdown: Tipps gegen den Corona-Frust)

Kopfschütteln beim Wirt

Richtiges Kopfschütteln hat die Verordnung auch bei Uli Pickl, dem Wirt des Hauses Hopfensee, ausgelöst. Er nennt die Schließung seiner Gaststätte absolut „überzogen“, während er für eine weitere „Verkürzung der Öffnungszeiten“, die in letzter Zeit ohnehin bereits eingeschränkt waren, schon Verständnis gehabt hätte. Das sei „alles nicht mehr nachvollziehbar“, unterstreicht er, dass er mit einem zweiten Lockdown in diesem Jahr „nicht gerechnet“ habe und daher nun mit einem „Umsatzverlust von rund 40 Prozent“ für 2020 in den Ruhestand am Jahresende geht.

"So etwas noch nicht erlebt"

Ziemlichen Ärger über die vonseiten der Politik getroffene Entscheidung bezüglich seines Lokals Drei Tannen empfindet denn auch dessen Betreiber Rupert Bauer. „Es schaut nicht gut aus“, nimmt er kein Blatt vor den Mund, was seine Umsatzerwartung für heuer angeht. Rechnet er doch mit einem Verlust von „ungefähr einem Viertel“, wenngleich er sogar ein gewisses Verständnis für die Entscheidung der Regierung aufbringt, da es richtig sei, angesichts der steigenden Infektionszahlen „etwas zu tun“. In seiner bisher 26 Jahre langen Zeit als Drei-Tannen-Wirt habe er allerdings „so etwas noch nicht erlebt“.

Der Kinobetreiber ist erstmal sprachlos

Das dürfte auch dem Betreiber des Alpenfilmtheaters, Lars Doppler, so gehen, der sich erst einmal „sprachlos“ über die erneute Schließung seines Kinos äußerte. Dann machte er jedoch seinem „Ärger darüber, dass nicht differenzierter betrachtet wird“ Luft. Immerhin habe es seiner Auskunft nach „weltweit noch keinen einzigen Corona-Fall gegeben, der auf ein Kino zurückzuführen ist“. Seien doch die Hygienebedingungen und Sicherheitsmaßnahmen in Kinos besser als woanders gewesen. Teils hat aber auch er Verständnis für das Handeln der Politiker, in deren Haut er „nicht stecken“ möchte. Trotz allem blickt er optimistisch in die Zukunft, für die er eine Bitte an die Bevölkerung parat hat: „Geht ins Kino!“

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