Halblech

Besondere Einblicke in einen der ältesten künstlichen Baustoffe in Halblech

Der Kalkofen am Ortsrand von Halblech: Der Trachtenverein D’Älpler kümmert sich um das historische Stück.

Der Kalkofen am Ortsrand von Halblech: Der Trachtenverein D’Älpler kümmert sich um das historische Stück.

Bild: Trachtenverein Trauchgau

Der Kalkofen am Ortsrand von Halblech: Der Trachtenverein D’Älpler kümmert sich um das historische Stück.

Bild: Trachtenverein Trauchgau

Der Halblecher Trachtenverein D’Älpler lädt zum Kalkofenfest mit Heimatabend und Frühschoppen ein. Der Ofen zählt zu den ältesten noch funktionsfähigen.
05.08.2022 | Stand: 15:00 Uhr

„Einer der ältesten, künstlich hergestellten Baustoffe der Menschheit ist der gebrannte Kalk.“ Das betont der Trachtenverein D’Älpler Trauchgau. Einblicke in dieses alte Handwerk bietet der Verein am 12. August beim Kalkofenfest bei einem Heimatabend und an den beiden darauffolgenden Tagen mit Stimmungsabend und Frühschoppen.

Halblech: seltener, noch funktionsfähiger Kalkofen

Einer der seltenen, heute noch funktionsfähigen Kalköfen steht am Ortsrand von Trauchgau und gilt inzwischen als „historisch technisches Industrie-Denkmal“, so der Verein. Der Ofen wurde ursprünglich im Jahre 1855 als zweiter Hochofen zur Eisenverhüttung für das große Werk in Halblech vom Grafen Dürkheim-Montmartin aus Steingaden an dieser Stelle erbaut. Im Jahr 1897 erwarb der Steinmetz Georg Stumpf den Ofen mit dem umliegenden Areal und baute diesen zum Kalkbrennen um. Ab 1927 übernahm sein Sohn das Handwerk und brannte weiter nach Bedarf bis zum Jahre 1969.

Die Gemeinde Halblech kaufte das Grundstück mit Ofen 1978 und übergab es dem Trachtenverein „D´Älpler“. Eine Sanierung machte den Ofen wieder funktionstüchtig – das Handwerk lebte wieder auf. Sebastian Stumpf hat das Wissen von seinem Vater erlernt und gibt den Kalkbrand der jungen Generation weiter. Auch dieses Jahr wird während des Kalkofenfestes wieder gebrannt. Für die Durchführung wurden Kalksteine im nahe gelegenen Halblechtal gesammelt.

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Die frühesten bekannten Kalkbrennöfen sind laut Verein etwa 4000 Jahre alt und wurden in Mesopotamien und Ägypten entdeckt. Die Öfen werden im oberen Teil mit Kalkstein gefüllt und von unten mit Feuer so lange erhitzt, bis alle Steine weiß glühen. Beim Kalkbrennen wird in einem chemischen Vorgang dem Kalkstein Wasser und Kohlensäure entzogen. Es bleibt dann der sogenannte „Branntkalk“ übrig, der fast die Hälfte seines Gewichts verloren hat. Kommt dieser „Branntkalk“ beim Löschen mit Wasser in Berührung, so nimmt er dieses gierig auf und zerfällt unter Hitzeentwicklung. Wird mit wenig Wasser gelöscht, zerfällt der „Branntkalk“ zu Pulver.

Wann findet das Kalkofenfest in Halblech statt?

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Wird viel Wasser verwendet, so entsteht ein Kalkbrei, genannt Sumpfkalk. Er wird unter einer dünnen Wasserschicht in Erdgruben aufbewahrt. Dort zerfällt er immer mehr und erreicht nach Jahren seine beste Qualität. Früher wurde das Produkt zu vielen Zwecken eingesetzt wie zum Beispiel für Maurer- und Stuckarbeiten oder zum Desinfizieren von Stallungen.

Das Kalkofenfest findet am 12. und 13. August statt: Heimatabend mit Bewirtung ab 18 Uhr, 13. August, Stimmungsabend ab 18 Uhr, 14. August, Frühschoppen ab 10.30 Uhr.

(Lesen Sie hier, die Fachklinik Halblech hat eine neue Leiterin.)