Alpsommer ade

Keine Feier, trotzdem viel los: So war der Viehscheid an der Schlossbergalm in Zell

Reger Betrieb herrschte an der Schlossbergalm in Zell, als die Landwirte ihre Schumpen wieder abholten.

Reger Betrieb herrschte an der Schlossbergalm in Zell, als die Landwirte ihre Schumpen wieder abholten.

Bild: Albert Guggemos

Reger Betrieb herrschte an der Schlossbergalm in Zell, als die Landwirte ihre Schumpen wieder abholten.

Bild: Albert Guggemos

Nach einer guten Saison mit ausreichend Futter kehren die Schumpen heim zu ihren Landwirten. Auch von Unfällen blieb die Herde in diesem Jahr verschont.
Reger Betrieb herrschte an der Schlossbergalm in Zell, als die Landwirte ihre Schumpen wieder abholten.
Von Albert Guggemos
20.09.2020 | Stand: 08:45 Uhr

Dass auch in Zell die traditionelle Viehscheid heuer der Corona-Pandemie zum Opfer fällt, wird schon allgemein bedauert. Hat sich doch diese beliebte eintägige Feier seit Ende der 1970er-Jahre in der Burgengemeinde fest etabliert und alljährlich zum herbstlichen Höhepunkt entwickelt.

70 Schumpen kehren heim

Die verbliebenen knapp 70 Schumpen wurden am gestrigen Freitag ohne jegliches Zeremoniell von ihren Besitzern vor der Schlossbergalm abgeholt und wieder auf die heimischen Weiden und in die Ställe gebracht. Doch vor der Schlossbergalm stauten sich die mächtigen Traktoren mit den Viehanhängern, wo die Schumpen von Alpmeister Manfred Kössel jun. und Alphirt Josef Gast mit zahlreichen Helfern den Besitzern zugewiesen und eingeladen wurden. Somit verlief der Alpabtrieb 2020 völlig unspektakulär. Die Bauern freuten sich auch ohne das beliebte Feiern, dass sie ihre Tiere gut genährt und gesund in Empfang nehmen konnten.

Auftrieb war schon Anfang Mai

Begonnen hatte der diesjährige Alpsommer auf der Schlossbergalm bereits in der ersten Maiwoche. Mit 104 Schumpen und trächtigen Rindern wurde „Eingeschlagen“, das ist der alte Ausdruck für den Alpauftrieb. Heuer machte das Wetter keinerlei Kummer und auch von Krankheiten blieb man verschont. Es gab trotz des schönen Sommers immer rechtzeitig Regen und dadurch gutes Pflanzenwachstum auf den Weiden und von Unfällen wie im vergangenen Jahr blieb man auch verschont, berichten Alphirte Gast und Alpmeister Kössel übereinstimmend.