Naturschutz

Kiesgruben-Gegner in Rieden kritisieren Landratsamt Ostallgäu

An einem Ladewagen hängt in Rieden ein Protest-Plakat gegen eine geplante Kiesgrube. Jetzt wird Kritik am Landratsamt laut.

An einem Ladewagen hängt in Rieden ein Protest-Plakat gegen eine geplante Kiesgrube. Jetzt wird Kritik am Landratsamt laut.

Bild: Johanna Lang

An einem Ladewagen hängt in Rieden ein Protest-Plakat gegen eine geplante Kiesgrube. Jetzt wird Kritik am Landratsamt laut.

Bild: Johanna Lang

Die Behörde will Unterschriftenliste der Riedener Bürgerinitiative nicht entgegennehmen und beruft sich auf gesetzliche Vorgaben. Was die Initiative nun plant
06.04.2021 | Stand: 06:15 Uhr

Es ist eine Enttäuschung für die Riedener Bürgerinitiative „Bitte keine Kiesgrube auf der Flurnummer 425“, die in den vergangenen Wochen Unterschriften gegen eine geplante Kiesgrube gesammelt hat. Wie der Sprecher der Organisation, Hans Hack, mitteilt, wolle das Landratsamt die Unterschriften nicht entgegennehmen. Die Initiative solle die Listen an den Antragssteller, der Baufirma Heer aus Pfronten übergeben. Für Hack und seine Mitstreiter unverständlich: Sie stellen die Frage, „wer hat das Sagen in unserem Landratsamt Ostallgäu“?

360 Gegner der Kiesgrube in Rieden am Forggensee haben gegen das Projekt unterschrieben

Nach Angaben der Kiesgruben-Gegner haben insgesamt 360 Bürger aus Rieden gegen die geplante Kiesgrube unterschrieben. Wie berichtet, will das Bauunternehmen Heer auf einer Fläche von 1,4 Hektar Kies abbauen. Die Gegner sorgen sich dabei um den Naturschutz und das Trinkwasser. „Wir gingen bisher davon aus, dass sich die Entscheidungsträger im Landratsamt in Marktoberdorf für das Ergebnis der demokratisch durchgeführten Unterschriften-Aktion interessieren würden“, teilt die Bürgerinitiative mit. Man sei eines Besseren belehrt worden. Das Büro der Landrätin Maria Rita Zinnecker verwies die Gegner an den Antragsteller, also an die Baufirma Heer aus Pfronten. Das Landratsamt sei bei seiner Entscheidung an die Gesetzeslage gebunden. Daraus schlussfolgert die Initiative: Die berechtigten Belange der Bevölkerung spielten keine Rolle.

O-Ton Landratsamt: "Eine Bürgerbeteiligung ist nicht vorgesehen"

„Ob eine Kiesgrube in Rieden errichtet wird, ob sich Bürger um die Menge und die Qualität ihres Trinkwassers sorgen müssen, entscheidet nicht die von uns gewählte Landrätin im Landratsamt in Marktoberdorf, nein, das entscheidet schlussendlich die Firma Heinz Heer in Pfronten. Das ist praktizierte Demokratie im Ostallgäu“, so das Fazit der Gegner. Für die Genehmigung ist das Landratsamt zuständig. Die Behörde erteilt eine sogenannte Abgrabungsgenehmigung. „Die Firma Heer hat derzeit einen Antrag auf Vorbescheid gestellt“, teilt Pressesprecher Benjamin Schäling auf Nachfrage mit. In dem Genehmigungsverfahren sei eine Bürgerbeteiligung nicht vorgesehen – Einwände würden „selbstverständlich geprüft“. Allerdings sei die Genehmigung zu erteilen, wenn die Abgrabung den öffentlich-rechtlichen Vorschriften entspreche. Dies werde derzeit geprüft. Es fehlen laut Schäling noch Unterlagen der Firma Heer. Dabei gehe es auch um eine artenschutzrechtliche Prüfung. Wann über den Antrag entschieden wird, steht noch in den Sternen. Für Hans Hack und seine Mitstreiter ist klar: Die Unterschriften gehen an das Landratsamt und nicht an die Baufirma. Wie genau die Übergabe stattfinden soll, sei zum noch nicht geklärt.