Festspielhaus

Klavierkünstler Konsti kann’s komplett

Musicalklavier1

Dr. Konstantinos Kalogeropoulos während des Konzertes am E-Flügel.

Bild: Fotos: Edith Bielenberg

Dr. Konstantinos Kalogeropoulos während des Konzertes am E-Flügel.

Bild: Fotos: Edith Bielenberg

Dr. Konstantinos Kalogeropoulos holt bei Musicalpotpourris nicht nur die Singstimmen aus seinen Tasten, sondern das ganze Orchester. Die Besucher bereuen ihre Anreise nicht, die teils mehrere hundert Kilometer umfasste.
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Von Klaus Bielenberg
12.01.2022 | Stand: 15:00 Uhr

Dr. Konstantinos Kalogeropoulos hat mich und meine Freundinnen mit seiner positiven Leidenschaft in seinen Onlinekonzerten über 15 Monate durch die Pandemie geführt“, sagte Heidi Wittlinger aus Günzburg. Sie freute sich nun mit den übrigen Besuchern, die zum Teil hunderte von Kilometern nach Füssen zurückgelegt hatten, auf das coronabedingt ausverkaufte Livekonzert des Künstlers im Panoramasaal des Festspielhauses Neuschwanstein.

„Konsti“, wie Kalogeropoulos liebevoll genannt wird, ist seit 2016 ein richtiger Teamplayer in der „Festspielhausfamilie“, sowohl als Dirigent und musikalischer Leiter, als auch als Arrangeur verschiedener Shows und nicht zuletzt als exzellenter Pianist. In Kooperation mit der Gastronomie, die mit einem Antipasti-Teller und Prosecco nach dem Konzert für das leibliche Wohl sorgte, tauchte er in einem hinreißenden und begeisternden Medley mit den Zuhörern in die bezaubernde Welt des Musicals mit all seinen Schattierungen.

40 Songs aus 26 Musicals

Vierzig Songs aus 26 Musicals wurden nicht als „einzelne Nummern“ gespielt, sondern kunstvoll in zwei 50-minütigen Akten miteinander verwoben. Auf dem E-Pianoflügel bettete der Künstler die Gesangsstimmen jeweils in ein differenziertes orchestrales Arrangement. Die musikalischen Bandbreiten von der Ballade bis zum Rap wurden voll genützt. Die Dynamik von wuchtigen, fülligen Bassakkorden, Glissandos, bis zu feinsten, emotional ausgeprägten Melodielinien ließ keine Wünsche offen. Fließend gelangen Kalogeropoulos die Überleitungen. Belebend waren die exakten rhythmischen Wechsel.

Gänsehaut bei "Kalte Sterne"

Ausführliche Würdigung fanden die in Füssen beheimateten Musicals. In „Kalte Sterne“ aus Ludwig² konnten Schauer über den Rücken laufen. Der liebevolle und ermunternde Zuspruch in „Mein Ritter“ im gleichen Musical kam an. Unwillkürlich entstanden im Kopf die farbigen Szenenbilder. Einprägsam schälte sich bei Zeppelin der Ohrwurm „Die Hindenburg“ heraus. Die Bestimmtheit in „Das bin ich“ (Die Päpstin) bekam klare Form. Großartig gelangen die Zusammenstellung von „Music Of The Night (Phantom der Oper) über „Ewigkeit“ (Tanz der Vampire), dem eingestreuten wuchtigen „Anthem“ (Chess) bis zu „Totale Finsternis“ (Tanz der Vampire). Interessant war die Aufeinanderfolge von „Easy To Be Hard“ (Hair) und „I Don’t Know How To Love Him“ (Jesus Christ Superstar), deren Uraufführungen 1967 und 1971 waren.

Dr. Konstantinos Kalogeropoulos mit Küchenchef Maximilian Häntsch bei einem weit gereisten Fanquartett mit (von links) Heidi Wittlinger aus Günzburg, Christine Heil aus Karlsruhe, Astrid Geiken aus dem Ammerland und Marina Seeländer aus Dresden.
Dr. Konstantinos Kalogeropoulos mit Küchenchef Maximilian Häntsch bei einem weit gereisten Fanquartett mit (von links) Heidi Wittlinger aus Günzburg, Christine Heil aus Karlsruhe, Astrid Geiken aus dem Ammerland und Marina Seeländer aus Dresden.
Bild: Edith Bielenberg

Entdeckungen im 2. Akt

Im 2. Akt konnte vielleicht mancher Besucher Melodien aus Musicals entdecken, die ihm noch nicht geläufig waren, wie etwa „Engel aus Kristall“ (3 Musketiere), in dem sich Schmerz, Hass und Verzweiflung offenbaren. Das sehnsuchtsvolle „Can’t Help Lovin Dat Man“ aus Showboat wurde bereits 1927 uraufgeführt. Größeren Bekanntheitsgrad hatte „Ich hab geträumt von Manderley“ aus Rebecca. Nach der Ost-West Liebesgeschichte aus dem Musical „Hinterm Horizont“ weckte zum Finale der Earth Song von Michael Jackson Erinnerungen an einen unvergesslichen Star.

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Für ein Klavierkonzert der Superlative erntete Konstantinos Kalogeropoulos langen, begeisterten Beifall. Passend zur Weihnachtszeit spielte er als Zugabe noch das „Hallelujah“ von Leonhard Cohen.