Nesselwang

Kugel und Kreuz für Nesselwangs Wahrzeichen

Kirche Nesselwang

Kirche Nesselwang

Bild: Christine Haug

Kirche Nesselwang

Bild: Christine Haug

Feier Renovierung des Kirchturms. Welche Dokumente hinterlegt worden sind, erfahren erst die Nachfahren
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Von eb
15.10.2019 | Stand: 15:54 Uhr

Der Kirchturm der Pfarrkirche St. Andreas, das Wahrzeichen von Nesselwang, trägt jetzt wieder Kreuz und Kugel. Frisch renoviert wurden sie bei einer kleinen Feier dem seit Monaten für eine grundlegende Sanierung eingerüsteten Turm aufgesetzt. Zu dem besonderen Ereignis trafen sich am Pfarrer Werner Haas, Kaplan Pater Robin Mangalathil, Bürgermeister Franz Erhart, Architektin Magda Kieschke vom Ingenieurbüro Schütz, Kirchenpfleger Konrad Bach und die Vorsitzende des Pfarrgemeinderats Christine Haug trotz stürmischer Böen in fast 60 Meter Höhe. Dort hatten die Handwerker schon alles vorbereitet, damit Kreuz und Kugel wieder an den angestammten Platz kommen.

Wie es seit Jahrhunderten üblich ist, wurden in die frisch vergoldete Kreuzkugel Dokumente und Unterlagen in zwei Zeitkapseln eingelegt. Eine davon bestückte Bürgermeister Erhart, die andere Pfarrer Haas, Kirchenpfleger Bach und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Haug. Nachdem die Kugel oben angebracht war, wurde das große Kreuz wieder an der Spitze montiert. „Im Kreuz ist Heil, Leben und Hoffnung“, erklärte Pfarrer Haas. „Der ganze Markt Nesselwang soll unter Gottes Segen stehen“, lautete sein Wunsch.

Bürgermeister Erhart dankte allen, die so ein einmaliges Gebäude pflegen und sich um den Erhalt kümmern. Besonders sei Kirchenpfleger Bach zu erwähnen, der die ganzen Renovierungsarbeiten seit der Planung begleitet. Erhart gratulierte den Arbeitern am Turm zu der gelungenen handwerklichen Meisterleistung. Besonders die Zwiebel des Kirchturms, frisch mit Kupfer verkleidet, beeindruckte alle sehr. „Der Markt Nesselwang wird sich bei den Kosten der Renovierung auf jeden Fall beteiligen“, versprach der Bürgermeister, „da der Kirchturm und die ganze Pfarrkirche doch ein wichtiges Symbol für unseren Ort ist“. Den Unterhalt der Turmuhr übernimmt sowieso seit jeher die Gemeinde. Das steht auch schon im Schreiben der Turmkugel von der letzten Renovierung im Jahre 1977. Laut dem Inhalt der Kugel wurde der Turm in den Jahren 1859, 1903 und 1977 jeweils renoviert und die Kugel neu bestückt. Die früheren Dokumente und Utensilien kommen ebenfalls wieder mit in die Kugel, sind diese doch für die folgenden Generationen von großem Interesse. So ist unter anderem zu lesen: „Das Jahr 1859 war für Nesselwang und Umgebung eines der fruchtbarsten seit Mannesgedenken, wofür dem Allerhöchsten Dank … Diese glückliche Zeit gestattete, dass der Markt sich erweiterte und verschönerte, die Lage der Bewohner sich verbesserte und so vieles zur Ehre Gottes und zur Zierde seines Hauses geschehen konnte.“ Und was steht heute in den neuen Zeitkapseln? Da haben die Anwesenden vereinbart, dass das ein Geheimnis für die Nachkommen bleibt. Die nächsten die den Turm renovieren, werden es erfahren.