Reha-Klinik

Lechbrucker Klinik kämpft ums Überleben

Die Johannesbad Reha-Klinik in Lechbruck richtet einen deutlichen Appell an die Politik. Während Corona müssen Reha-Angebote besonders berücksichtigt werden.

Die Johannesbad Reha-Klinik in Lechbruck richtet einen deutlichen Appell an die Politik. Während Corona müssen Reha-Angebote besonders berücksichtigt werden.

Bild: Stefan Fichtl (Archiv)

Die Johannesbad Reha-Klinik in Lechbruck richtet einen deutlichen Appell an die Politik. Während Corona müssen Reha-Angebote besonders berücksichtigt werden.

Bild: Stefan Fichtl (Archiv)

Dringender Appell an die Politik, das Vorsorge- und Reha-Angebot zu sichern. Warum Eltern jetzt besonders gefordert und belastet sind.
Die Johannesbad Reha-Klinik in Lechbruck richtet einen deutlichen Appell an die Politik. Während Corona müssen Reha-Angebote besonders berücksichtigt werden.
Von Redaktion Allgäuer Zeitung
10.11.2020 | Stand: 12:00 Uhr

Mit der Teilnahme an einem bundesweiten Aktionstag will die Belegschaft der Johannesbad Reha-Klinik in Lechbruck heute auf die schwierige Situation für Familien in der derzeitigen Lockdown-Phase aufmerksam machen. „Mütter und Väter sind besonders gefordert und belastet durch die Pandemie“, erklärt Heidi Zink. Die Leiterin der Johannesbad Klinik Königshof in Lechbruck fordert: „Das Angebot der Vorsorge- und Rehabilitationskliniken muss gesichert bleiben.“

Familien benötigen während der Pandemie dringend Hilfe

Denn in Deutschland bräuchten mehr als 2,3 Millionen Mütter, Väter und ihre Kinder dringend eine solche Maßnahme – in der Pandemiezeit noch mehr als bisher. Doch die Zukunft vieler Häuser steht einer Mitteilung der Johannesbad-Gruppe zufolge auf der Kippe. Denn Mitte März mussten alle Kliniken, die einen Versorgungsvertrag haben, auf behördliche Anordnung schließen. Die Johannesbad Klinik Königshof in Lechbruck durfte erst Anfang August wieder öffnen. Sie hat ein strenges Hygienekonzept implementiert, das sie konsequent umsetzt. Das bedeutet jedoch auch, dass die Einrichtung nicht voll belegt werden kann, was wiederum wirtschaftliche Einbußen bedeutet.

Häusliche Gewalt, Streit und Depression nehmen zu

Darum drängen der Bundesverband der Deutschen Privatkrankenanstalten (BDPK) sowie entsprechende Einrichtungen die Bundesregierung dazu, Eltern-Kind-Maßnahmen im gebotenen Umfang zu fördern und die Einrichtungen gesichert offenzuhalten. Um diesem Protest Ausdruck zu verleihen, beteiligt sich auch die Lechbrucker Klinik heute am bundesweiten Aktionstag. „Viele Familien sind am Limit“, weiß Heidi Zink. „Wenn Eltern über ihrer Belastungsgrenze sind, sind häufig Streit, häusliche Gewalt und Depression die Folgen“, sagt sie. Die Leidtragenden sind vor allem die Kinder. Umso wichtiger sei es, entsprechende Reha-Angebote aufrechtzuerhalten.

Die Wartezeiten für die Patientinnen und Patienten, die unter Erschöpfungssyndromen und Depressionen, unter Rückenschmerzen und Schlaflosigkeit leiden, hätten sich bereits auf neun Monate verlängert – Tendenz steigend.