Bundeswehr

Millionenschwere Investitionen für die Kaserne in Füssen

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Er nutzte die Gelegenheit und probierte gleich die neue Kletterhalle in der Allgäu-Kaserne aus: Stephan Stracke.

Bild: GebVersBtl8 Presse

Er nutzte die Gelegenheit und probierte gleich die neue Kletterhalle in der Allgäu-Kaserne aus: Stephan Stracke.

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Unter anderem sind in der Allgäu Kaserne in Füssen zeitgemäße Unterkünfte und eine Panzerwaschanlage vorgesehen. Bei seinem Besuch spricht Bundestagsabgeordneter Stephan Stracke auch mit Soldaten, die aus Mali zurückgekehrt sind
11.07.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Acht Millionen Euro sind in eine innovative Sporthalle gesteckt worden, doch das ist beileibe nicht das letzte große Projekt in der Allgäu-Kaserne in Füssen: Oberstleutnant Michael Bertram, Standortältester und Kommandeur des Gebirgsaufklärungsbataillons 230, erwartet in den kommenden Jahren Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe: So sollen beispielsweise neue und zeitgemäße Unterkünfte errichtet werden. In der Planung seien ferner eine neue Panzerwaschanlage als Pilotprojekt sowie Schleppdachhallen, sagte er bei einem Besuch des Allgäuer Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke.

Für den CSU-Politiker ist klar: „Die Bundeswehr ist sehr gefordert.“ Nicht nur wegen der internationalen Verpflichtungen, sondern auch wegen der personell umfangreichen Amtshilfe in der Pandemie. Stracke freute sich, dass dem gestiegenen Aufgabenspektrum der Bundeswehr inzwischen auch finanziell Rechnung getragen werde: Ihr stehe 2021 „knapp 1,3 Milliarden Euro mehr zur Verfügung als im Vorjahr“, sagte der Abgeordnete. Ihm sei es ein besonderes Anliegen, sich beim Standortbesuch darüber auszutauschen, inwiefern das Geld bei der Truppe ankommt und welche Investitionen in der Allgäu-Kaserne geplant sind.

Multifunktionale Sporthalle

Oberstleutnant Bertram verwies nicht nur auf die Projekte der nächsten Jahre, sondern zeigte ihnen auch die neue multifunktionale Sporthalle, die am 2. September offiziell eröffnet wird. Acht Millionen Euro hat der Bund in den Bau investiert. Diese Multifunktionshalle gilt als bisher einmalig innerhalb der deutschen Streitkräfte und bietet einen großzügig dimensionierten Kraftraum sowie eine eigene Kletterhalle von riesigem Ausmaß. Dort gibt es auch eine spezielle Wand, an der das Eisklettern in voller Einsatzmontur mit Eispickel und Steigeisen indoor ausgebildet und geübt werden kann – ein Alleinstellungsmerkmal in der Bundeswehr. „Füssen ist Vorreiter. Die Multifunktionshalle ist das erste Infrastrukturprojekt, das nach der neuen Musterplanung für die spezialisierte Ausbildung des Heeres im Bereich Klettern und Abseilen realisiert wurde“, zeigten sich Stracke und Bürgermeister Maximilian Eichstetter begeistert von den Möglichkeiten, die die Soldaten hier für ihr Training bekommen.

Nach der Fahrt zum Standortübungsplatz und der Schießanlage sowie der Waffenschau der Gebirgsaufklärer durften die beiden Politiker auch einen Blick in eine Umschlaghalle der Gebirgsversorger werfen. Oberstleutnant Sascha Müller stellte als Kommandeur die Fähigkeiten des Verbandes vor. „Es ist wie in einem mittelständischen Unternehmen – wir haben eine Werkstatt, in der sämtliche Fahrzeuge und Geräte instandgesetzt werden können. Wir sind Logistiker, das heißt Transporteure, Instandsetzer und Lagerspezialisten. All das können unsere Soldaten im Rahmen einer Berufsausbildung erlernen. Je nach Laufbahn ist sogar der Erwerb eines Meisterabschlusses oder akademischen Grades in einem der angebotenen Studiengänge möglich.“ Die Bundeswehr sei einer der größten Arbeitgeber Deutschlands, unterstrich auch Stracke: „Schulabgänger können hier in mehr als 70 Ausbildungsberufen ihren beruflichen Weg finden.“

Zum Abschluss des Standortbesuchs tauschte sich der Abgeordnete mit einigen der erst kürzlich von der Stabilisierungsmission in Mali zurückgekehrten Einsatzsoldatinnen und -soldaten aus. Sonne, Staub, Arbeit und die Trennung von zu Hause haben den Einsatz geprägt, schilderten die Rückkehrer beider Verbände. Die Pandemie mit den damit verbundenen Hygienemaßnahmen wie der zweiwöchigen Quarantäne zu Beginn und Ende des Einsatzes habe sich als zusätzliche Herausforderung erwiesen. Dazu komme das Bewusstsein der ständigen latenten Gefahr in den Einsatzgebieten beispielsweise durch die im Gelände verborgenen Sprengfallen.

Auslandseinsätze gehören dazu

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Dennoch gehöre der Auslandseinsatz für viele Soldaten zum Arbeitsalltag. Nicht wenige von ihnen haben bereits drei bis vier solcher Einsätze hinter sich, wie sie berichteten. Stracke dankte den Soldaten für die geschilderten Eindrücke und insbesondere für ihre wichtige Arbeit im Ausland. „Mit herausragendem Fachwissen und unerschütterlicher Hilfsbereitschaft leisten unsere Soldatinnen und Soldaten ihren Dienst in Krisengebieten, klären auf, sorgen für Sicherheit der Bevölkerung und versorgen die Truppe mit Material“, lobte der Abgeordnete. Gerade die jüngsten Anschläge mit zwölf verwundeten Bundeswehrsoldaten hätten gezeigt, dass Mali brandgefährlich ist.

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