Steingaden

Mit 27 Jahren schon Chef im Steingadener Rathaus

Junges Gesicht im Steingadener Rathaus. Mit dem 27-jährigen Max Bertl folgte ein junger Kommunalpolitiker auf das Urgestein Xaver Wörle, der nach 24 Jahren im Amt aufhörte.

Junges Gesicht im Steingadener Rathaus. Mit dem 27-jährigen Max Bertl folgte ein junger Kommunalpolitiker auf das Urgestein Xaver Wörle, der nach 24 Jahren im Amt aufhörte.

Bild: Stefan Fichtl

Junges Gesicht im Steingadener Rathaus. Mit dem 27-jährigen Max Bertl folgte ein junger Kommunalpolitiker auf das Urgestein Xaver Wörle, der nach 24 Jahren im Amt aufhörte.

Bild: Stefan Fichtl

Max Bertl hat den Sprung von seinem sicheren Job als Banker in die Kommunalpolitik gewagt. Was er in Steingaden bewegen will und woran er schon scheiterte.
12.08.2020 | Stand: 12:00 Uhr

Ein großer Schritt sei es schon gewesen, seinen Job als Banker aufzugeben und ihn gegen den Chefsessel im Rathaus einzutauschen. Bereut hat Max Bertl das bisher nicht. Wie der neue Steingadener Bürgermeister im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigt, fühle er sich in seinem neuen Amt sehr wohl, das ihn wie erwartet fordert. Im privaten Bereich will Bertl aber dennoch seine bisherigen Gewohnheiten in Freizeit und Umgang mit anderen Mitmenschen beibehalten. Er ist und bleibe halt eben „der Max“.

Vieles sei ohnehin ziemlich so, wie er es sich vorgestellt habe: „Da schaut man mal einen Bach an, dann eine Straße und dann kommen Bürger mit Wehwehchen zu mir und da möchte ich gern Beistand leisten.“ Nicht zuletzt stünden auch viele Personalangelegenheiten auf dem Programm und da helfe es ihm sehr, in seinem vorigen Beruf bereits als Führungskraft tätig gewesen zu sein. „Es hat sich für mich bestätigt, dass es der richtige Schritt war“, sagt der 27-Jährige.

Steingadens neuer Bürgermeister: Anfängliche Unsicherheit ist gewichen

Am Anfang habe er sich noch etwas unsicher in den Gemeinderatssitzungen gefühlt, doch auch dieses Gefühl habe sich bereits gelegt, sagt der gelernte Bankkaufmann weiter. Zudem sei ihm klar, dass sich keiner vorstellen kann, was ein Bürgermeister so den ganzen Tag mache. Spannend sei dies allemal, wenn man sich mit vielen verschiedenen Themen befassen müsse, mehrere Termine auf dem Programm stünden oder man sich auch mal am Wochenende oder feiertags in neue Themenbereiche einlesen muss.

Beispielsweise habe man die Sanierung des Fohlenhofes nochmals angeschoben und die Projektentwicklung dazu vorbereitet, um dort eventuell ein innovatives Dorfzentrum entstehen zu lassen. In dem Bereich habe er jedoch gleichzeitig erste Rückschläge hinnehmen müssen. Von einigen Wünschen und Plänen musste sich der Rathaus-Chef in dem Zug nämlich verabschieden. Andere Projekte hingegen wie der Waldkindergarten, der in einem Jahr entstehen könnte, oder das Wegekonzept für die Ortsstraßen würden die Liste der erfolgreich erledigten Maßnahmen bereichern.

Der freundschaftliche Umgang ist Max Bertl wichtig

„Ja und nein“, antwortet Bertl auf die Frage, ob sich sein neues Amt auf das Privat- oder Familienleben auswirke. Oft würde man ihn darauf ansprechen, doch gerade im privaten Bereich würde er gerne so bleiben, wie er ist: „Ich bin und bleibe halt der Max“, wiederholt der Rathaus-Chef. Und so wehrt er sich vehement gegen ein „in die Jahre gekommenes Image eines Bürgermeisters, der über Allem steht“. So pflege er gerne einen freundschaftlichen Umgang im sozialen Umfeld aber auch mit den Mitarbeitern, und verzichte gerne darauf, von vielen Seiten hofiert zu werden.

Auf seine Wünsche angesprochen, meint Bertl, er hoffe, dass auch Steingaden irgendwann ebenfalls vom Tourismus profitiere, der aktuell in der Nachbargemeinde Lechbruck floriere. Weiteres Ziel sei, wieder neues Leben in und um den Marktplatz zu bringen. Erste Aktivitäten und Erfolge würden zeigen, dass sich in dieser Sache in schon etwas bewege. Allgemein jedoch wünscht sich Bertl, die Tradition der Menschen und das, was gerade die Klostergemeinde Steingaden ausmache, zu erhalten und entwickeln, ohne sich dabei selbst zu verlieren.