Auszeichnung

Mit Sachkenntnis statt Streitlust im Stadtrat

Hipp

Heinz Hipp (links) erhielt nun Urkunde und Medaille von Füssens Bürgermeister Maximilian Eichstetter überreicht.

Bild: Heinz Sturm

Heinz Hipp (links) erhielt nun Urkunde und Medaille von Füssens Bürgermeister Maximilian Eichstetter überreicht.

Bild: Heinz Sturm

Der langjährige Füssener Stadtrat Heinz Hipp erhält die kommunale Verdienstmedaille in Bronze. Was seine negativste Erfahrung in 30 Jahren war.
12.08.2021 | Stand: 06:00 Uhr

Ihm war Sachkenntnis stets wichtiger als Stimmungsmache, wo andere laut wurden, argumentierte er beharrlich weiter mit Fakten. 30 Jahre lang entschärfte Heinz Hipp so manche hitzige Debatte im Füssener Stadtrat. Für sein Engagement und die Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung wurde er nun geehrt: Im Namen des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann überreichte ihm Bürgermeister Maximilian Eichstetter die kommunale Verdienstmedaille in Bronze.

„Als Du in den Stadtrat gekommen bist, war ich gerade mal sechs Jahre alt“, sagte der Rathaus-Chef zu Hipp, der sich über Jahrzehnte auch in vielen anderen Gremien und Ausschüssen eingebracht hatte. Der langjährige CSU-Fraktionsvorsitzende habe sich „30 Jahre lang als Stadtrat für die Bürger unserer Stadt eingesetzt ... Es war dir nicht egal, was in unserer Stadt geschieht, du hast dich stets mit Herzblut eingebracht, um das Leben der Bürger zu verbessern“. Dazu kam das Engagement bei der Bergwacht über Jahrzehnte, davon viele Jahre als Bereitschaftsleiter.

In der Runde mit Eichstetters Stellvertretern sowie weiteren Stadträten und Hauptamtsleiter Peter Hartl freute sich Hipp über die Ehrung. Und versicherte, dass das Mitwirken im Stadtrat nicht nur Stress bedeutet habe, sondern auch mit Freude und Genugtuung verbunden gewesen sei. Man könne sich ein zufriedenes Leben erarbeiten, das gelte auch für die „Rente nach dem Stadtrat“. Allerdings habe er etwas im Stadtrat beim Bohren dicker Bretter gelernt: Sich in Geduld zu üben.

Die negativste Erfahrung in Hipps Stadtratsarbeit war der Bürgerentscheid zum Erhalt des Füssener Kurhauses. Denn damals hätte man das Objekt noch für so viel Geld verkaufen können, dass die Kurhausbetriebe auf einen Schlag schuldenfrei gewesen wären. Es kam anders. Und die Miesen der Kurhausbetriebe finden sich heute im städtischen Schuldenberg.