Finanzieller Kraftakt für die Gemeinde

Morsche Balken, altes Gewölbe - Kirche St. Urban in Rieden wird renoviert

Sanierung der Kirche St. Urban in Rieden schreitet voran

Bei der Kirche St. Urban, die im Kern wohl Anfang des 16. Jahrhunderts entstanden ist, laufen Arbeiten am Dach und am Dachstuhl. Da sich aber auch andere Baustellen aufgetan haben, hofft die Pfarrgemeinde auf weitere Spender.

Bild: Benedikt Siegert

Bei der Kirche St. Urban, die im Kern wohl Anfang des 16. Jahrhunderts entstanden ist, laufen Arbeiten am Dach und am Dachstuhl. Da sich aber auch andere Baustellen aufgetan haben, hofft die Pfarrgemeinde auf weitere Spender.

Bild: Benedikt Siegert

Wer auf der B16 in Richtung Füssen fährt, dem sticht die Kirche St. Urban in Rieden ins Auge. Zur Zeit ist sie aber verhüllt - und das noch bis November.
23.08.2021 | Stand: 15:00 Uhr

Für alle sichtbar wird Riedens Filialkirche St. Urban derzeit renoviert. Seit einiger Zeit ist sie eingerüstet, ein Kran steht bereit für die Arbeiten am Dach sowie am Dachstuhl. Das Vorhaben wird zu einem finanziellen Kraftakt für die Pfarrgemeinde.

Schon vor fünf Jahren machte sich die Pfarrgemeinde Sorgen, denn viele Balken im wie unter dem Dachstuhl waren morsch. Zur Sicherung wurde sie damals im Innenraum, vor allem unter der Empore mit neuen Holzbalken abgestützt. Allein die Finanzierung machte der Gemeinde wie der Kirche Sorgen. Mit verschiedenen Aktionen kamen bis heute 22.000 Euro Spenden engagierter Bürger für die Renovierung zustande. Das reicht aber bei weitem nicht. Das Projekt soll insgesamt 650.000 Euro kosten.

Die Diözese Augsburg hat sich bereiterklärt, den Hauptanteil der Finanzierung für die Kirche zu übernehmen. Der Saalbau mit Nordturm und Steildächern entstand im Kern wohl Anfang des 16. Jahrhunderts. In den Jahren 1734/35 wurde die Kirche von Johann Georg Fischer barockisiert und erweitert, 1738 folgte die Weihe.

6000 Zuschuss von Landkreis und Landesstiftung

Die Bayerische Landesstiftung, der Landkreis Ostallgäu und der Bezirk Schwaben steuern je 6.000 Euro zur Renovierung bei. Dennoch hatte sich schon im vergangenen Jahr eine Finanzierungslücke von 96.000 Euro aufgetan. Diese fehlende Summe will die Gemeinde Rieden übernehmen, sie soll in zwei Raten fließen. Dennoch hoffen die Verantwortlichen auf weitere Spenden, denn es hat sich bereits jetzt gezeigt, dass die gesamte Elektroinstallation neu aufgebaut werden muss – sie entspricht nicht mehr den heutigen Sicherheitsstandards. Diese Kosten muss die Pfarrgemeinde allein übernehmen. (Lesen Sie auch: Rieden am Forggensee will Schulden abbauen - wie das gelingen soll)

Die Filialkirche St. Urban an der B16 wird renoviert.
Die Filialkirche St. Urban an der B16 wird renoviert.
Bild: Johanna Lang

Für die gesamte Renovierung steht das Denkmalschutzamt dem Bistum beratend zur Seite. Die Hand auf der Kasse hat der bischöfliche Finanzdirektor Jérôme-Oliver Quella, der sich bei allen eventuell noch auftretenden Missständen an der Kirche St. Urban mit den Denkmalschützern beraten wird.

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Die Vergabe der Aufträge an die Firmen, die das sensible Vorhaben ausführen sollen, war vom Bistum Augsburg ausgeschrieben worden. Die (Pfarr-)Gemeinde hatte aber ein Vorschlagsrecht für örtliche Firmen.

Ziel: St. Urban soll im November fertig renoviert sein

Aufgrund der sehr kurzen Zeit der Ausschreibungen im April hatten Riedener Firmen kaum die Möglichkeit, ihre Angebote abzugeben, weil die Arbeiten bereits im Juni dieses Jahres beginnen sollten und im November abgeschlossen sein sollen. Schuld an der Kurzfristigkeit war die bischöfliche Finanzkammer, die aufgrund der „reduzierten Einkommen“ ihren Haushalt 2021 erst abschließen musste.

Schon in den Jahren 1958/59 war das barocke Gewölbe der Kirche restauriert worden. Damals erhielt St. Urban einfach eine flache Holzdecke im Innenraum, in dem insbesondere die Empore jetzt abgesichert sowie die Stuckdecke im Altarbereich ausgebessert wird. Für die gesamte Dauer der Renovierung kann weder ein Gottesdienst noch eine Trauerfeier in der Filialkirche abgehalten werden, alles findet derzeit in der Pfarrkirche im Ort statt.