Diskussion in Füssen

Mountainbiker gegen Wanderer: Wie kann man das Problem lösen?

Falkenstein

Hoppla, wer kommt einem da auf dem Wanderweg entgegen? Zu solchen Begegnungen zwischen Radfahrern und Wanderern kommt es auch rund um Füssen immer wieder. Wie man solche Begegnungen vermeiden kann, dafür haben Füssens Kommunalpolitiker noch kein Patentrezept zur Hand.

Bild: Mathias Wild/Symbolbild

Hoppla, wer kommt einem da auf dem Wanderweg entgegen? Zu solchen Begegnungen zwischen Radfahrern und Wanderern kommt es auch rund um Füssen immer wieder. Wie man solche Begegnungen vermeiden kann, dafür haben Füssens Kommunalpolitiker noch kein Patentrezept zur Hand.

Bild: Mathias Wild/Symbolbild

Der alte Konflikt zwischen Mountainbikern und Wanderern beschäftigt den Füssener Stadtrat. Diese Lösung aus Pfronten könnte dabei helfen.
05.05.2021 | Stand: 19:22 Uhr

Nahezu jeder dürfte eine solche Begegnung schon erlebt haben: Man ist zu Fuß auf einem Wanderweg im Wald unterwegs, als plötzlich ein rasender Mountainbiker auf dieser für ihn gesperrten Strecke entgegenkommt. Das sorgt oft für den Austausch von nicht sonderlich freundlich gemeinten Kommentaren. Mit dem Problem beschäftigte sich nun auch der Füssener Verkehrsausschuss – ohne allerdings ein Patentrezept für die Lösung solcher Konflikte zu haben. Denn Verbote, die kaum einer kontrollieren kann, helfen hier kaum weiter.

Mountainbiker richten bei Füssen illegale Schanzen ein

Das Thema sprach Dr. Christoph Böhm (CSU) an: Er verwies auf ein Schreiben eines Füsseners an Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU). Darin habe der Bürger das Problem mit zum Teil aggressiven Bergradlern in Bad Faulenbach und am Kalvarienberg geschildert: Die seien sehr sportlich unterwegs, aber auch uneinsichtig, wenn man sie darauf hinweise, dass sie auf reinen Wanderwegen mit ihren Mountainbikes nichts zu suchen hätten. Böhm verwies auch auf illegal errichtete Pisten mit Schanzen in Waldgebieten.

Könne man für die Mountainbiker nicht richtige Radpisten ausweisen? Rathaus-Chef Eichstetter berichtete, dass am Tag nach dem Eingang des Schreibens der Bauhof die „Schanzen abgebaut und entsorgt“ habe. Das Problem der Mountainbiker auf Wanderwegen sei bekannt, aber nicht einfach zu lösen. Wenn man spezielle Strecken für Mountainbiker ausweise, „dann fährt der die einmal, dann ist die dem zu langweilig“. Und der Biker werde sich eine neue Route suchen. Verbotsschilder allein würden nichts bringen, wenn man die Vorschriften nicht auch strikt kontrolliere. Doch der kommunale Ordnungsdienst könne nicht ständig „im Wald rumspringen“. (Lesen Sie auch: Mit dem Rad in den Frühling - so ist die Lage in Allgäuer Radgeschäften)

Können Schilder und Verbote beim Konflikt helfen?

„Das ist sicher kein Thema, das mit Schildern und Verboten zu lösen ist“, unterstützte Thomas Scheibel (FWF) den Bürgermeister. Doch meinte er auch: „Man muss den Leuten legale Alternativen anbieten.“ Wie zuvor Böhm verwies auch Scheibel auf Pfronten: Dort hat die Kommune mit dem Rechtlerverband sowie der Wald- und Weiderechtlergenossenschaft als größten Grundstückseigentümer die Freizeit- und Tourismusnutzung auf den Privatwegen im Gemeindegebiet neu geregelt. Pfronten weist nun gezielt die Bärenreichrunde (Himmelreich/Bärenmoosalpe) und die Breitenbergrunde für Mountainbiker aus. Da sei die Gemeinde „vielleicht ein Vorreiter“, dem Füssen folgen könnte, meinte Scheibel.

Aber sicher nicht Bad Faulenbach, wo die Mountainbiker in FFH-Gebieten unterwegs seien, sagte der Bürgermeister. Gleichwohl will er den Vorschlag für gesonderte Radpisten prüfen lassen. In solche Überlegungen müsse man aber sicherlich Thomas Hennemann, Gebietsbetreuer des Ostallgäuer Alpenrands, mit einbeziehen.

Mountainbike-Angebot in der Region verbessern

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750 Kilometer Strecke für Mountainbiker im Allgäu und in Tirol

Im Anschluss an die Ausschusssitzung informierte Eichstetter auch über das Projekt „Evaluierung der Mountainbike-Entwicklung im Allgäu und im Bezirk Reutte“, hinter dem die Allgäu GmbH und der Tourismusverband Tannheimer Tal stehen. Es soll das Mountainbike-Angebot in der Region verbessern, aber auch Konflikte mit Natur und anderen Nutzergruppen wie Wanderern sachlich aufzeigen und konkrete Maßnahmen daraus ableiten. Eine aktuelle Fragebogen-Aktion dazu läuft gerade.

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