Trotz Weihnachten

Nach Corona-Ausbruch gilt Besuchsverbot im Caritasheim Seeg

Mehrere Bewohner des Caritasheims in Seeg sind positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Der Leiter spricht von einer ernsten Lage, Besuche sind bis auf weiteres untersagt.

Mehrere Bewohner des Caritasheims in Seeg sind positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Der Leiter spricht von einer ernsten Lage, Besuche sind bis auf weiteres untersagt.

Bild: Marijan Murat, dpa (Symbolbild)

Mehrere Bewohner des Caritasheims in Seeg sind positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Der Leiter spricht von einer ernsten Lage, Besuche sind bis auf weiteres untersagt.

Bild: Marijan Murat, dpa (Symbolbild)

Das Alten- und Plfegeheim ist aus Sicherheitsgründen isoliert worden. Der Leiter bemängelt Disziplinlosigkeit der Angehörigen. Entwarnung derweil in Nesselwang.
25.12.2020 | Stand: 07:05 Uhr

Zur Risikogruppe gehört man bereits ab 60. Bei über 80-Jährige gibt es laut Experten sogar eine „vielhundertfache“ Gefahr, schwer am Corona-Virus zu erkranken. Da verwundert es wenig, dass die Pandemie besonders Alten- und Pflegeheime in den Fokus rückt. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schuf deshalb eigens eine Spezialeinheit mit 200 Mitarbeitern, die Risikogruppen in Heimen besser schützen soll. Wie aber sieht die Lage in unserer Region aus?

Recherchen unserer Redaktion ergeben ein Bild, das unterschiedlicher kaum sein könnte. Gibt es in Einrichtungen wie in Nesselwang keinen einzigen Fall, ist die Lage andernorts ernst: „Die Situation bei uns im Haus ist nicht schön. Wir haben einige positiv Getestete“, sagt Markus Röhrl, Leiter des Caritasheims in Seeg. Eine Station sei nahezu komplett betroffen, in Absprache mit dem Gesundheitsamt Ostallgäu wurden alle Bewohner in Quarantäne geschickt, was laut Röhrl gerade bei dementen Patienten zu Problemen führt. Die kämen dann wieder raus aus ihren Räumlichkeiten, müssten wieder zurückgeführt werden. Und dass die Pflegerinnen und Pfleger den Kontakt mit den Bewohnern zu vermeiden, sei freilich unmöglich. „Das geht halt nicht“, sagt er.

Leiter kann sich nicht erklären, wie es zum Corona-Ausbruch im Caritasheim Seeg kommen konnte

Sorgen um eine Ansteckung gebe es im Haus aber trotzdem wenig, sagt Röhrl. „Wir haben einen Bewohner Mitte 60, der sich jetzt zurückzieht, weil er ein wenig Sorgen hat“, berichtet der Einrichtungsleiter. Wie es in seinem Haus zu einem solchen Ausbruch kommen konnte, kann sich Röhrl kaum erklären. „Wir haben uns immer an die Maßnahmen gehalten“, sagt er und fügt dann aber hinzu: „Die Besucher teilweise nicht.“ Sobald die Pflegerinnen oder Pfleger außer Sichtweite gewesen seien, hätten manche Angehörige die Maske abgenommen, die Abstandsregelung von eineinhalb Metern missachtet. „Die waren uneinsichtig. Aber was sollen wir tun? Wir können ja nicht immer daneben sitzen“, sagt Röhrl. Auch Mitarbeiter seien infiziert worden, „zur Höchstzeit fehlten 13“. Nicht nur wegen Corona, betont er, auch wegen grippalen Infekten. Besuche sind im Heim in Seeg jetzt aber untersagt, in Absprache mit dem Gesundheitsamt. „Das geht nicht. Die Bewohner sind alle im Zimmer. Das ist jetzt natürlich eine unangenehme Phase zu Weihnachten“, sagt Röhrl. Durch die Situation lässt sich das aber nicht ändern.

Ein Besuch im Nesselwanger Altenheim ist nur mit negativem Corona-Test möglich

Ein ganz anderes Bild zeichnet Einrichtungsleiter Martin Mose von der Heilig-Geist-Stiftung in Nesselwang: „Es ist bei uns momentan sehr ruhig, aktuell haben wir keinen Fall.“ Er ist froh, zumindest ein wenig den üblichen Tagesablauf aufrecht halten zu können. Das heißt, dass die Bewohnerinnen und Bewohner weiterhin Besuch empfangen dürfen. „FFP-2-Maske ist Pflicht, zudem ein negativer Corona-Test des Besuchers. Nur ein Gast pro Bewohner ist am Tag erlaubt“, erklärt Mose die Regeln. Ein Mitarbeiter war vor wenigen Wochen positiv getestet worden, deswegen mussten weitere Kollegen in Quarantäne. Man reagiert schnell. „Auch Besucher können sich einem Schnelltest unterziehen“, merkt Mose an. Die Stimmung bei den Bewohnern sei derzeit gut. „Das war im Frühjahr schlimmer.“ Ein Lichtblick. Gerade jetzt über die Weihnachtsfeiertage.

„Es war immer unser höchstes Ziel, Besuche zu ermöglichen. Die Angehörigen müssen sich absprechen, wer an welchem Tag kommt, aber das sollte ein kleines Problem sein“, sagt Mose.