Bergwacht Steingaden

Neues Domizil für Retter der Verletzten und Verlaufenen

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Das Herzstück der neuen Rettungswache in Steingaden ist die Einsatzzentrale.

Bild: Bergwacht Steingaden-Peiting

Das Herzstück der neuen Rettungswache in Steingaden ist die Einsatzzentrale.

Bild: Bergwacht Steingaden-Peiting

Die Rettungsorganisation, zu deren Einsatzgebiet die Kenzenhütte, die Hochplatte und der Geiselstein gehören, hat eine neue Zentrale.
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Von Redaktion der Allgäuer Zeitung
07.07.2020 | Stand: 05:45 Uhr

Die Bergwacht Steingaden-Peiting verfügt neben der Diensthütte Kenzen nun über eine neue Bergrettungswache in Steingaden, um bei Einsätzen schnell und zielgerichtet helfen zu können. Sie wurde nach einjähriger Bauzeit fertiggestellt und bietet ausreichend Platz für die Fahrzeuge und Rettungsgeräte in der beheizten Halle. Ebenso wichtig ist die bestens ausgestattete Einsatzzentrale, die bei der immer komplexeren Koordinierung der Einsätze die Retter unterstützt. Ein Aufenthaltsraum mit kleiner Küchenzeile bietet ihnen die Möglichkeit der Nachbesprechungen. „Wir haben uns schon sehr gut eingelebt und bereits einige Einsätze von der neuen Bergrettungswache aus durchgeführt“, sagt Bereitschaftsleiter Josef Schleich.

Bei jedem Wetter, in jedem Gelände

Den Einsatzbereich der vor 100 Jahren gegründeten Rettungsorganisation verdeutlicht der Leitspruch der Bergwacht: „Zu jeder Zeit, bei jedem Wetter, in jedem Gelände!“ Menschen die in Bergnot geraten, weil sie sich verletzt haben, aufgrund eines Wettersturzes ihren Weg nicht fortsetzen können oder sich verlaufen haben, rufen in dieser Situation die Bergwacht. Die Bergwacht Bayern besteht aus 113 Bereitschaften, in denen 3500 ehrenamtliche Einsatzkräfte ihren Dienst absolvieren.

Beliebtes Klettergebiet

Die Bergwacht Steingaden-Peiting gehört zur Region Hochland und bewältigt mit ihren 60 Mitgliedern im Durchschnitt 30 Einsätze im Jahr. Das Kerneinsatzgebiet befindet sich im Ammergebirge rund um die Kenzenhütte mit den Hauptbergen Hochplatte und Geiselstein. Durch das alpine Gelände und die Klettertouren ist dieses Gebiet sehr beliebt und entsprechend sind viele Bergbegeisterte unterwegs. Ebenso gehören zum Einsatzgebiet die Trauchgauer Vorberge, die Wanderwege rund um Steingaden und die Wieskirche, ein Teil des König-Ludwig-Wegs im Bereich der Ammerschlucht sowie die Wege und das unwegsame Gelände des Altlandkreises Schongau.

Unterstützung aus der ganzen Region

Umsetzbar war dieses Projekt nur dank der finanziellen Unterstützung durch die gesamte Region. Landkreise, alle Gemeinden des Einsatzgebietes, Firmen, Vereine und Privatpersonen trugen ihren Teil dazu bei. „Ein herzliches Vergelt’s Gott an alle! Wir sind sehr stolz auf den Rückhalt in unserer Region“, sagt Schleich. Die vielen Eigenleistungen der Bergwachtmitglieder halfen, die Kosten zu senken und den Terminplan einzuhalten. Durch die Nachbarschaft zum Feuerwehrgerätehaus in Steingaden konnte die Bergwacht während der Bauphase dort ihre Fahrzeuge und das Rettungsmaterial unterbringen.

Gefeiert wird nach Corona

Die aktuelle Situation aufgrund der Corona-Epidemie verhinderte die geplante Einweihungsfeier im Mai. Ein neuer Termin ist für das Frühjahr 2021 vorgesehen. Bis dahin kann sich die Bergrettungswache weiter bewähren, wie sie es für einige Einsätze in den vergangenen Monaten schon bewiesen hat.

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