Heimatgeschichte

Offen für alle: Museum im Grünen Haus  Reutte wird barrierefrei

Seit 30 Jahren dient das Grüne Haus in Reutte als Museum. Im Herbst wird der Lift eingebaut, der einen barrierefreien Zugang ermöglicht.

Seit 30 Jahren dient das Grüne Haus in Reutte als Museum. Im Herbst wird der Lift eingebaut, der einen barrierefreien Zugang ermöglicht.

Bild: Klaus Wankmiller

Seit 30 Jahren dient das Grüne Haus in Reutte als Museum. Im Herbst wird der Lift eingebaut, der einen barrierefreien Zugang ermöglicht.

Bild: Klaus Wankmiller

Die Ausstellungen in Reutte sollen ab Herbst allen zugänglich sein. Auch in der Südtiroler Siedlung gibt es bald etwas Neues.
Seit 30 Jahren dient das Grüne Haus in Reutte als Museum. Im Herbst wird der Lift eingebaut, der einen barrierefreien Zugang ermöglicht.
Von Klaus Wankmiller
14.08.2020 | Stand: 06:50 Uhr

Das Museum im Grünen Haus in Reutte soll barrierefrei zugänglich werden. Das kündigte Obmann Ernst Hornstein bei der Jahresversammlung des Museumsvereins des Bezirks Reutte an. Im Herbst wird demnach der schon lange geplante Lift eingebaut. Deshalb müsse das Museum im September und Oktober geschlossen bleiben. In diesen beiden Monaten wird zudem ein neues Projekt umgesetzt. In Reutte gibt es noch eine vollständig erhaltene Südtiroler Siedlung. Hier wurden während der Zeit des Nationalsozialismus Optanten aus Südtirol angesiedelt. In einer nun frei gewordenen Wohnung wurde ein Dokumentationszentrum errichtet.

Das Projekt „Erinnerungsort Südtiroler Siedlung – Eine geplante Heimat?“ soll Anfang Oktober eröffnet werden. Im Dezember gibt es eine neue Ausstellung unter dem Titel „Handwerkszeug“. Hier wird das Arbeiten mit historischen Werkzeugen vorgestellt. In Kooperation mit dem Museum der Stadt Füssen wird es einen Vortrag zum Frieden von Füssen (1745) und eine Wanderung zum Dreiländereck geben. Vorträge beschäftigen sich mit der Pestzeit im Außerfern und dem 250. Geburtstag des Komponisten Ludwig van Beethoven.

Sammeln begann zu Beginn des 19. Jahrhunderts

Das 30-jährige Jubiläum der Eröffnung der Sammlung im Grünen Haus in Reutte war ein weiteres wichtiges Thema der Versammlung. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatten einige Idealisten mit dem Sammeln begonnen. 1975 wurde der Museumsverein gegründet, aber erst 1990 ging das Museum im Grünen Haus als dauerhafte Bleibe in Betrieb. Heuer wurde die historische Fassade schließlich restauriert.

Kaiser Maximilian I. prägte das Vereinsjahr

Das vergangene Vereinsjahr war geprägt von den Ausstellungen „Kaiser Maximilian I.“ in den Burgenwelten Ehrenberg und „Klassische Bildwelten“ zum Leben und Werk des Malers Joseph Anton Koch. Zu beiden erschienen umfangreiche Publikationen. Ausstellungsfahrten führten die Vereinsmitglieder nach Ravensburg, Innsbruck, Hall in Tirol und Augsburg. Samstagskulturen gab es zu den Heiligen Gräbern in Zwischentoren, zum Heimathaus nach Gramais, nach Ehrenberg und in die Urzeitwelten nach Nassereith. Zusammen mit dem historischen Verein Alt Füssen suchte man Schauplätze von Kaiser Maximilian I. in Füssen auf. Obmann Hornstein hob die gute Zusammenarbeit mit den benachbarten Vereinen hervor. Kooperationen gibt es zudem mit dem Verein Via Claudia Augusta, dem Museum der Stadt Füssen und den anderen Außerferner Museen. Höhepunkt ist die Lange Nacht, an der 1084 Interessierte die unterschiedlichen Häuser aufgesucht hatten. Sehr gut besucht waren auch die Vorträge über den Maler Karl Selb, Fronterfahrungen im Ersten Weltkrieg und die Argonauten.

Neuerwerbungen präsentiert

Museumsleiter Ulrich Kößler präsentierte Neuerwerbungen und Leihgaben des Grünen Hauses in Reutte, neben Bildern und Grafiken auch ein Bierdeckel der ehemaligen Reuttener Brauerei Beck und eine Passierkarte für den einmaligen kleinen Grenzverkehr aus dem Jahr 1947. Ebenfalls erfreulich war die Bilanz von Büchereileiterin Sonja Kofelenz. Die 11 267 Medien wurden von 6587 Besuchern entliehen. Insgesamt hat die Bücherei 452 aktive Leserinnen und Leser. Es gab 81 Veranstaltungen (Tauschkreis, Besuch von Schulklassen, literarische Reisen, Buchpräsentationen, Lesungen, Vorlesetage und Literaturkreis). Die umfangreiche Studienbibliothek kann zudem für wissenschaftliche Arbeiten genutzt werden.

Herausfordernde Zeit

Das Schlusswort gehörte Klaus Schimana, dem Vizebürgermeister der Marktgemeinde Reutte. Er bedankte sich bei allen Funktionären „für die großartige geleistete Arbeit in einer besonderen Zeit, „die eine Herausforderung für die Kulturszene ist“.