Tourismus

Ostallgäuer Hotelliers blicken sorgenvoll auf den Herbst und Winter

Mit dem Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke diskutierten Hoteliers und Gastronomen über die Auswirkungen der Pandemie auf ihre Betriebe. Unser Bild zeigt (von links) Ralph Söhnen, Harald Schwecke, Stracke und Andreas Eggensberger.

Mit dem Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke diskutierten Hoteliers und Gastronomen über die Auswirkungen der Pandemie auf ihre Betriebe. Unser Bild zeigt (von links) Ralph Söhnen, Harald Schwecke, Stracke und Andreas Eggensberger.

Bild: Privat

Mit dem Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke diskutierten Hoteliers und Gastronomen über die Auswirkungen der Pandemie auf ihre Betriebe. Unser Bild zeigt (von links) Ralph Söhnen, Harald Schwecke, Stracke und Andreas Eggensberger.

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Wie Hoteliers und Gastronomen durch die Corona-Krise gekommen sind - und  welche Auswirkungen sie aber in den kommenden Monaten befürchten.

Mit dem Bundestagsabgeordneten Stephan Stracke diskutierten Hoteliers und Gastronomen über die Auswirkungen der Pandemie auf ihre Betriebe. Unser Bild zeigt (von links) Ralph Söhnen, Harald Schwecke, Stracke und Andreas Eggensberger.
Von Redaktion Allgäuer Zeitung
29.08.2020 | Stand: 22:59 Uhr

Der Corona-Virus hat die Tourismusbranche in der Region im Frühjahr niedergestreckt. Im Juli und August haben sich die Betriebe erholt – doch was passiert im Herbst und Winter? Ein zweiter Lockdown muss unbedingt vermieden werden. Auf diesen Nenner lässt sich ein Gespräch bringen, dass der Allgäuer Bundestagsabgeordnete Stephan Stracke im Gespräch mit Hoteliers und Gastronomen in Hopfen am See führte.

Über die Folgen der Pandemie auf die Tourismusbetriebe im Ostallgäu sprach der CSU-Politiker mit Harald Schwecke und Andreas Eggensberger vom Tourismusverein Füssen, Ralph Söhnen vom Tourismusverein Weißensee sowie Wolfgang Sommer vom Bayerischen Hotel- und Gaststättenverband. Stracke interessierte sich dafür, wie die Tourismusbranche als wichtiger Arbeitgeber im Ostallgäu durch die Zeit des Lockdowns und der ersten Lockerungen gekommen ist.

Nach Pfingsten kam der Tourismus im Ostallgäu in Schwung

Nach dem völligen Tiefpunkt im Frühjahr habe man für die Zeit um Pfingsten eine deutliche Zunahme der Buchungen erlebt. Bedauerlicherweise, so berichteten die Gesprächsteilnehmer, habe man dann aber eine Stornierungswelle hinnehmen müssen. Denn Österreich hatte die Grenzen im Mai wieder aufgemacht und mit geöffneten Schwimmbädern und Wellnessbereichen geworben. In Bayern war dies noch untersagt. „Am Ende waren es zwar nur Nuancen, die in Österreich anders gemacht wurden, als bei uns“, sagten die Hoteliers.

Doch der reisewillige Gast sei dennoch „lieber nach Österreich in den Urlaub gefahren“. Die Folgen seien fatal gewesen: Der Juni habe bis zu 70 Prozent weniger Umsatz gebracht als im Vorjahr. Doch sei man im Juli und im August nahe an die Gästezahlen von 2019 herangekommen. Die zwischenzeitlich durch die Hotels erarbeiteten Hygienekonzepte für die Nutzung der hauseigenen Schwimmbäder und Saunabereiche habe sich bis jetzt bestens bewährt.

Ausländische Reisegruppen sind weggebrochen

Insgesamt stelle man fest, so die Unternehmer, dass sich die Pandemie unterschiedlich stark auf die Branche vor Ort ausgewirkt habe. So breche mit dem Ausbleiben von Reisegruppen aus dem Ausland ein wichtiges Standbein weg. Solche Gruppen, die zum Besuch von Schloss Neuschwanstein eine Nacht lang bleiben würden, gibt es derzeit kaum. In der Gastronomie fehlen nach wie vor größere Veranstaltungen wie Hochzeiten. Dafür erlebt die Region einen großen Zulauf an Urlaubsgästen. So sei zum Beispiel im Bereich der Ferienwohnungen die Lage wieder recht gut.

Um die Liquidität in den Monaten März bis Juni erhalten zu können, haben die Betriebe teils auf die Soforthilfen, auf Kurzarbeit und mitunter auch die KfW-Kredite zurückgegriffen. „Hier hat die Politik einen sehr guten Job gemacht“, lobten die Gesprächsteilnehmer. Sehr positiv sahen sie auch die Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen bis zum Juni 2021 sowie die generelle Mehrwertsteuersenkung bis Ende dieses Jahres. Diese Entlastungen könnten zwar aufgrund der wirtschaftlichen Lage nicht an den Konsumenten weitergegeben werde, trügen aber dazu bei, die Verluste aus den Monaten des Lockdowns abzufedern.

Zuschüsse kommen nur bei wenigen Hoteliers und Gastronomen an

Kritik übten die Unternehmer indes an einem 24,6 Milliarden Euro schweren Zuschussprogramm aus dem Bundeswirtschaftsministerium. Es unterstützt von der Pandemie hart getroffene Unternehmen mit Zuschüssen, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Allerdings greife es bei den wenigsten Betrieben aus der Branche, berichteten die Hoteliers und Gastronomen. Dies liegt daran, dass dafür der Umsatz für die Zeit von Juni bis August betrachtet werde.

Da aber im Juli und August im Tourismusbereich wieder gute Umsätze erzielt wurden, könnte die Branche meistens lediglich für den Monat Juni Hilfen beantragen. Stracke erklärte, dass er sich diesbezüglich bereits an den zuständigen Minister Peter Altmaier gewandt habe. Für die vielen familiengeführten Hotel- und Gastronomiebetriebe, die unverschuldet in Not geraten seien, „ist eine zielgenaue Unterstützung der Branche dringend geboten“, betonte er.

Wie geht es nach der Ferienzeit weiter?

Einig war man sich, dass ein zweiter Lockdown fatal wäre. Stracke unterstrich, dass Bayern im Falle einer zweiten Infektionswelle anstelle von flächendeckenden auf punktuelle Maßnahmen an den Corona-Hotspots setze. Dennoch sind die Betriebe besorgt, wenn sie auf den Herbst blicken. Wie es weitergehe, wenn die Ferienzeit vorbei sei und die kühle Jahreszeit beginnt, sei derzeit vollkommen unsicher. Damit könne man auch nicht für die nächsten Wochen und Monate planen.

Stracke zeigte dafür Verständnis. Seriös kann derzeit keiner sagen, was Herbst und Winter bringen werden. „Sorge bereitet die Situation nach Rückkehr der Urlauber im September. Wenn das Infektionsgeschehen dann beherrschbar bleibt, ist auch eine solidere Perspektive für den Winter gegeben.“

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