Agrar

Pandemie bremst den Maschinenring aus

Maschinenring Mähwerk mit Sensoren zu Rehkitzrettung

Die Pandemie spiegelt sich auch in der Bilanz des Maschinenrings wieder. So wurden 2020 bei 350 Einsätzen im Landkreis 79 000 Stunden soziale und wirtschaftliche Betriebshilfe geleistet. Das sind 10 000 Stunden weniger als bisher.

Bild: Mathias Wild (Symbolfoto)

Die Pandemie spiegelt sich auch in der Bilanz des Maschinenrings wieder. So wurden 2020 bei 350 Einsätzen im Landkreis 79 000 Stunden soziale und wirtschaftliche Betriebshilfe geleistet. Das sind 10 000 Stunden weniger als bisher.

Bild: Mathias Wild (Symbolfoto)

Corona sorgt für einen Rückgang der Einsätze der Selbsthilfeinrichtung auf landwirtschaftlichen Betrieben. Dauerthema bleibt das Kreuzkraut
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Von Hans Pfefferle
02.10.2021 | Stand: 15:00 Uhr

50 Jahre sind vergangen seit der Gründung der Maschinenringe (MR). Einer Idee von Dr. Erich Geiersberger, damaliger Leiter des Landfunks im Bayerischen Rundfunk folgend, ebnete Landwirtschaftsminister Hans Eisenmann damals die politischen Rahmenbedingungen für die bäuerliche Selbsthilfeeinrichtung. Unmittelbar danach wurden mit der Triebkraft des Landwirtschaftsamtes Kaufbeuren 1971 die Maschinenringe Marktoberdorf und Kaufbeuren (heute MR Ostallgäu) gegründet, wie Vorsitzender Josef Schorer bei der Jahresversammlung im Modeon in Marktoberdorf erinnerte.

Die angedachte Online-Versammlung für die rund 2600 Mitglieder wurde kurzfristig als Präsenz-Veranstaltung durchgeführt. Der Vorsitzende hätte sich etwas mehr Besucher gewünscht, mutmaßte aber, dass es an der 3G-Nachweispflicht gelegen haben könnte.

Die Pandemie spiegelt sich auch in der Bilanz des MR wieder, so wurden 2020 bei 350 Einsätzen im Landkreis 79 000 Stunden soziale und wirtschaftliche Betriebshilfe geleistet. Das sind 10 000 Stunden weniger als bisher, sagte Geschäftsführer Michael Eble. Als Hauptgrund nannte er die situationsbedingt aufgeschobenen medizinischen Behandlungen und Operationen bei den Betriebsleitern.

Neuer Futterscanner angeschafft

Die Arbeit in der Geschäftsstelle ging trotz mancher Erschwernisse weiter und den Landwirten konnte der MR trotzdem die bisherigen Serviceleistungen wie die Hilfestellung bei Anträgen, Durchführung von Nachschulungen für den Sachkundenachweis Pflanzenschutz, Boden- und Futteruntersuchungen, anbieten. Für die Futteruntersuchungen wurde ein neuer Futterscanner angeschafft, der die Nährstoffe, die Rohfaser oder die Trockenmasse als Grundlage zur Berechnung der Futterration in Minutenschnelle bestimmen kann.

Ein Dauerthema bleibt die Kreuzkrautbekämpfung und dessen Entsorgung. Kürzlich wurde eine Vorführung von Feldrobotern zur Unkrautbekämpfung organisiert. „Die Geräte funktionieren im Prinzip, nur hin und wieder kann es vorkommen, dass die Fotozellen zum Beispiel den Wegerich vom Ampfer nicht eindeutig unterscheiden können“, sagte Eble. Ein Feldtag mit Vorführungen zur Cultandüngung mit der Separierung der Gülle-Inhaltsstoffe ist in Vorbereitung.

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„Der Landwirt muss immer wieder spüren, dass er als Mitglied im MR für seinen Betrieb Vorteile hat“, ergänzte Schorer. Er lobte dabei die inzwischen über zehnjährige Tätigkeit von Eble als Geschäftsführer: „Mit seiner sachlichen Art hat er in dieser Zeit kontinuierlich die Serviceleistungen des Ringes verbessert und ausgebaut“. Hervorzuheben ist auch die gute Zusammenarbeit und der Informationsaustausch mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in direkter Nachbarschaft am Grünen Zentrum. Dessen Leiter, Dr. Paul Dosch, empfiehlt den Landwirten, bei Fragen etwa zu Sperrfristen bei der Düngung, sich einfach im Amt zu erkundigen. Für Waldumbaumaßnamen gebe es zur Zeit Fördermittel „so hoch wie noch nie“. Die Waldarbeit bildet aber auch den Unfallschwerpunkt, war dem Vortrag von Michael Schenk von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forst und Gartenbau (SVLFG) zu entnehmen. Zwar ist ein Rückgang der tödlichen Unfälle um 14 Prozent zu verzeichnen, aber die Waldarbeit bleibt mit Blick auf den weiter hohen Anteil von Schadholz und Kalamitäten gefährlich. Insbesondere bei hohem Totholzanteil wie beim Eschentriebsterben oder dem Eichenprozessionsspinner ist der Einsatz eines Harvesters oder mindestens die seilwindenunterstützte Fällung anzuraten.

Unfälle auch häufig im Stall

Nach dem Forst gilt statistisch gesehen auch die Tierhaltung als unfallträchtig. Große Risiken gehen immer wieder von Deckstieren aus, diese müssen als Konsequenz daraus ab 2024 im Stall von der Herde getrennt werden.

Michael Schenk beklagte außerdem die jährlich 500 Leiterunfälle, die zu teils schweren und langwierigen Verletzungen führen, ebenso wie bei der gefährlichen Arbeit im Zusammenhang mit Hoftracs.

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