Füssen/Augsburg

Panther jubeln mit Sezemsky

Augsburger Panther - Düsseldorf

Augsburger Panther - Düsseldorf

Bild: Siegfried Kerpf

Augsburger Panther - Düsseldorf

Bild: Siegfried Kerpf

Eishockey Füssener Verteidiger wird seinen Vertrag beim AEV sehr wahrscheinlich verlängern. Sein Bruder Tim hat für die neue Saison bereits beim Zweitligisten Ravensburg unterschrieben
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Von Milan Sako
28.01.2020 | Stand: 16:30 Uhr

Solche Tore gelingen sonst nur im Training. Artistisch verdreht sich Simon Sezemsky, um aus kürzester Distanz in 5:3-Überzahl den Puck in die linke obere Torecke zu zwirbeln. Es ist das 1:1 gegen Straubing. Vor dem 3:1 stürmt der Verteidiger mit einem irren Tempo von der eigenen Torlinie heran, um nach dem Traumpass von Drew LeBlanc die Scheibe wieder im Torwinkel zu platzieren. Für Eishockeyfans sind das Glücksmomente zum Genießen. Sezemsky meint nach dem 4:2 gegen Straubing unaufgeregt: „Meine Stärke ist der Schuss und die will ich so oft wie möglich nutzen.“ Allerdings ist ihm bewusst, dass er Trainer Tray Tuomie und dem Assistenten Jamie Bartman, der die Verteidiger während des Spiels einwechselt, viel zu verdanken hat. „Ich genieße ein großes Vertrauen von beiden Coaches und darf jede Situation spielen, die Tore verspricht. Also fünf gegen vier oder fünf gegen drei.“

Auch deshalb schraubte er seine Saisonausbeute auf 13 Treffer. Sezemsky führt gleichauf mit dem Ingolstädter Verteidiger Maurice Edwards (13 Tore) die Statistik der Deutschen Eishockey Liga an. So viele treffsichere Offensivverteidiger gibt es hierzulande nicht, noch weniger besitzen einen deutschen Pass. Wohl auch deshalb ließ sich Toni Söderholm die Sezemsky-Gala gegen Straubing nicht entgehen. Der Bundestrainer hat den AEV-Verteidiger weiter auf seinem Schirm. Bereits zum Deutschland Cup hatte Söderholm die Augsburger Nummer 93 eingeladen. Der Füssener weiß, wie der Nationalcoach über ihn denkt: „Offensiv macht sich Söderholm keine großen Sorgen um mich. Sein Augenmerk wird er auf die Defensive legen. Daran muss ich weiter arbeiten“, sagt der Torjäger von der blauen Linie. Nach 40 Spielen hat der Abwehrspezialist mit 13 Toren bereits seinen Vorjahreswert (allerdings nach 63 Partien inklusive Play-offs) erreicht. Abwehrspieler mit eingebautem Torinstinkt sind in der Deutschen Eishockey Liga gefragt und die Konkurrenz bemühte sich bereits um den Füssener. Doch die Gespräche mit Augsburg sind offenbar weit fortgeschritten, ein Verbleib von Sezemsky ist sehr wahrscheinlich. Nicht ganz zufällig zum Beginn des Dauerkartenverkaufs für die kommende Saison wird Hauptgesellschafter Lothar Sigl den treuen AEV-Fans einen Kaufanreiz liefern wollen …

Sezemskys jüngerer Bruder Tim hat übrigens vor kurzem einen Vertrag beim Zweitligisten in Ravensburg unterzeichnet. Der Verteidiger, der im März 18 Jahre alt wird, schließt im Sommer seine kaufmännische Berufsausbildung ab. Aktuell spielt Tim Sezemsky beim Augsburger EV und bestreitet hier eine erfolgreiche Saison im U 20-Team in der DNL. Auch drei Länderspiele in der U 18-Nationalmannschaft standen unlängst auf dem Programm. „Dass ich solch einen Vertrag in Ravensburg bekomme, ehrt mich sehr“, sagte Tim bei der Vertragsunterzeichnung und freut sich schon jetzt auf die Vorbereitung im Sommer. Den größten spielerischen Unterschied zu seinem Bruder hat Tim Sezemsky übrigens mit leichtem Schmunzeln ausgemacht: „Ich bin größer und checke mehr, dafür schießt Simon mehr Tore.“ Towerstars-Trainer Rich Chernomaz, der Tim Sezemsky bei dessen Probetraining Mitte November beobachten konnte, sieht viel Potenzial. „Tim ist sehr groß und skatet gut, zudem ist ein Rechtsschütze in der Defensive nicht so einfach zu finden“, sagte der Coach und ergänzt: „Bei der großen Herausforderung des Umstiegs von der DNL in die DEL2 werden ihm diese Eigenschaften sicherlich helfen.“

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