Füssen

Pfarrer-Ehepaar Huber verlässt Füssen nach neun Jahren

Nach neun Jahren endet die Zeit des Pfarrer-Ehepaars Ilka und Andreas Huber in Füssen.

Nach neun Jahren endet die Zeit des Pfarrer-Ehepaars Ilka und Andreas Huber in Füssen.

Bild: Heike Heel

Nach neun Jahren endet die Zeit des Pfarrer-Ehepaars Ilka und Andreas Huber in Füssen.

Bild: Heike Heel

Woran sich Ilka Huber besonders gerne erinnert. Und wie ihr Mann Andreas auch kulinarisch Spuren im Füssener Land hinterlassen hat.
Nach neun Jahren endet die Zeit des Pfarrer-Ehepaars Ilka und Andreas Huber in Füssen.
Von Heike Heel
28.07.2020 | Stand: 06:15 Uhr

Und schon wieder steht der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Füssen ein Abschied ins Haus. Nachdem sich im Oktober vergangenen Jahres Pfarrer Joachim Spengler in den Ruhestand verabschiedete, verlässt Ende August das Pfarrer-Ehepaar Ilka und Andreas Huber nach neun Jahren die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde und die Stadt Füssen. Der Umzug nach Neuhaus am Schliersee und der damit verbundene Neustart in der dortigen Pfarrei stehen unmittelbar bevor.

„Für uns Pfarrer gehört es dazu, nach etwa zehn Jahren in eine andere Kirchengemeinde zu wechseln. Ich freue mich sehr auf die neue Pfarrstelle, die unsere Wunschadresse war“, sagt die gebürtige Bambergerin Ilka Huber. Die neue, ebenfalls geteilte Stelle, bei der die Pfarramtsleitung von ihr übernommen wird, umfasst ein recht großes Einzugsgebiet in der Gemeinde Schliersee und in den dazugehörigen Gemeinden von Fischbachau und Bayrischzell. Trotzdem ist die Kirchengemeinde insgesamt nur halb so groß wie die in Füssen.

Tochter Anna in Füssen geboren

Ein wenig wehmütig geht das Pfarrer-Ehepaar, das sich beim Theologiestudium in Neuendettelsau in Mittelfranken kennengelernt hatte, weg von hier. Ihr Sohn Franz war noch ganz klein, als sie herzogen und Tochter Anna ist 2013 in Füssen geboren, das verbindet. Von den neun Jahren hier, werden sicherlich viele gute Erinnerungen in beider Köpfe bleiben. Ilka Huber betonte die besonders gute und kollegiale Zusammenarbeit mit der Pfarreiengemeinschaft am Forggensee.

Die Weltoffenheit durch den Tourismus mit seinen vielen internationalen Gästen und den neu zugezogenen Bürgern in Füssen ist schon sehr speziell und hat Beiden gut gefallen. „Neue Ideen konnten hier problemlos und ohne viel Aufhebens schnell umgesetzt werden, da die Kirchengemeinde nicht so starr traditionell war, wie andere“, meint Pfarrer Huber. „Manchmal ist aus einem kleinen Gedankenblitz eine wundervolle Sache entstanden, die stets auf offene Ohren stieß.“ Da der Pfarrer gerne kocht und sein Studienjahr in Indien einige kulinarische Spuren hinterließ, veranstaltete er einmal jährlich das beliebte „Essen für den guten Zweck“, wo er bis zu 80 Personen mit verschiedenen indischen Gerichten bekochte. Der Erlös ging stets an die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in Doolahat in Assam (Indien) und sein überaus beliebtes „Church Road Curry“ steht mittlerweile in vielen Ostallgäuer Küchenschränken.

Pfarrerin Ilka Huber erinnert sich besonders gerne an die Lego-Bautage im Februar vergangenen Jahres, wo Kinder und deren Eltern zusammen mit vielen ehrenamtlichen Helfern fleißig eine riesige Lego-Stadt in der Christuskirche entstehen ließen. Auch ihre Zuständigkeit für diverse Kinder- und Familienangelegenheiten, die Öffentlichkeitsarbeit und der Aufbau der neuen Homepage mochte sie sehr. Ihr Mann betreute zusammen mit Jugendlichen die Konfirmanden, organisierte Konfi-Freizeiten und unterrichtete Religion in den Grundschulen von Füssen und Trauchgau.

Wo die Pfarrer überall im Einsatz waren

Beide wirkten als Seelsorger in Füssen-West, Halblech, Schwangau, Hopferau und Weißensee und waren sowohl für Trauungen, Taufen, als auch für Bestattungen zuständig. Pfarrerin Huber kümmerte sich außerdem um die Ökumene auf dem Land. Seit 2013 betreute Andreas Huber die Lektoren und Prädikanten im Dekanat Kempten. Das sind ausgebildete Laienprediger, die Gottesdienste in den Kirchengemeinden halten. „Diese Aufgabe hat mir immer sehr viel Spaß gemacht“, sagt der Pfarrer, der sich die Sonntagsgottesdienste in der Christuskirche stets mit seiner Frau teilte, besonders als diese für fast ein Jahr als Vertretung in Lechbruck tätig war.

Die Beiden sehen ihren neuen Aufgaben als Gemeindepfarrer am Schliersee äußerst gelassen entgegen. Auch am neuen Ort werden sich, genau wie in Füssen, wieder viele schöne Begegnungen und Kontakte ergeben – da sind sie sich sicher.