Reiseclub aus Pfronten

Pfronten: Silberfüchse wollen bald wieder auf Tour gehen

In der Slowakei lauschen die Silberfüchse den Erzählungen eines Dorfbewohners von Osturnas in den Karpaten über seine Kindheit. Dritter Person von links in der vorderen Reihe ist Otto Brunhuber, der viele Reisen vorbereitet.

In der Slowakei lauschen die Silberfüchse den Erzählungen eines Dorfbewohners von Osturnas in den Karpaten über seine Kindheit. Dritter Person von links in der vorderen Reihe ist Otto Brunhuber, der viele Reisen vorbereitet.

Bild: Club Silberfüchse

In der Slowakei lauschen die Silberfüchse den Erzählungen eines Dorfbewohners von Osturnas in den Karpaten über seine Kindheit. Dritter Person von links in der vorderen Reihe ist Otto Brunhuber, der viele Reisen vorbereitet.

Bild: Club Silberfüchse

Die Senioren des Clubs "Silberfüchse" aus Pfronten waren schon in Marokko und der Slowakei. Für künftige Ausflüge haben sie schon neue Ziele im Visier.
In der Slowakei lauschen die Silberfüchse den Erzählungen eines Dorfbewohners von Osturnas in den Karpaten über seine Kindheit. Dritter Person von links in der vorderen Reihe ist Otto Brunhuber, der viele Reisen vorbereitet.
Von Erwin Kargus
15.02.2021 | Stand: 18:00 Uhr

„Wenn wir erst mal im Ruhestand sind, dann wollen wir oft Ausflüge und Reisen unternehmen und die Welt kennenlernen.“ Viele nehmen sich das so oder ähnlich vor. Der Pfrontener Club Silberfüchse setzt diese Wünsche seit Jahrzehnten konsequent um. Er verwirklicht für seine Clubfreunde kulturelle Gemeinschaftserlebnisse mit bleibenden schönen Erinnerungen. Wer will, ist zum Mitmachen eingeladen.

Der Club Silberfüchse besitzt einen Kollektivvorstand. Dazu gehört Otto Brunhuber, der sich nachhaltig in die Reiseplanung reinkniet. Der gebürtige Pfrontner, Jahrgang 1938, lernte bereits in seinem Beruf als Maschinenbautechniker etwas von der weiten Welt kennen. Schmunzelnd entschlüsselt er die Bezeichnung Silberfüchse: „Männer und Frauen bekommen bekanntlich irgendwann Silberhaare.

Den Füchsen sagt man große Schlauheit nach. Verbindet man beides, kommt dabei ‚Silberfüchse’ heraus.“ Ende der 1990er Jahre regte sein Bruder Fritz Brunhuber die Gründung des Clubs an, in dem sich sehr rasch 30 Allgäuer aus Pfronten, Marktoberdorf und Buchenberg sowie ein Tiroler aus Reutte zusammenfanden.

Die Silberfüchse aus Pfronten: Im Durchschnitt 70 Jahre

„Diese Silberfüchse sind ein Freundeskreis, der für jeden offen ist“, lädt Brunhuber alle interessierten Silbermähnen ein. Gegenwärtig zählen 40 Personen zum Club, der Altersdurchschnitt liegt bei 70 Jahren, der Frauenanteil überwiegt leicht. Nachdem jeder beim Club mitreisen kann, der unternehmungslustig und kulturell interessiert ist, fehlt es auch nicht an Nachwuchs. Beruflich ergibt sich unter den Cluberern eine bunte Mischung von der Bedienung bis zum Hochschulprofessor. Ingenieure, Handwerker, Sozialpädagogen, auch Lehrer und sogar Finanzbeamte fühlen sich im Club wohl.

Das Geheimnis des Club-Erfolges ist wohl das überraschend vielseitige Programm, zu dessen Planung man sich ein paar Mal im Jahr zusammen findet. Da sind zunächst die Radtouren, die schon ins Illertal, nach Bregenz, zum Chiemsee und an die Mosel führten. Dann sind es die Vortragsabende, etwa zu den Themen „Via Claudia Augusta“ oder „König Otto von Griechenland“ aus dem Hause Wittelsbach.

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Die Silberfüchse sind daneben Konzertfreunde und besuchten solche in Pinswang, in München oder auf der Roseninsel im Starnberger See. Auch bei guten Theaterabenden in Elbigenalp und Altusried traf man sie.

Ausflüge zu Herrenchiemsee, Augsburg oder Silberminen

Tagesausflüge führten sie zur Bayerischen Landesausstellung auf Herrenchiemsee, nach Augsburg zum Thema Fugger oder zu den Silberminen in Schwaz im Inntal. Hochkarätige Führungen genossen sie im Dorniermuseum und dem Zeppelinmuseum in Friedrichshafen sowie im Luftfahrtmuseum Oberpfaffenhofen.

Den Schwerpunkt der Silberfuchs-Aktivitäten bildeten aber bis heute die großen Ausflüge durch Deutschland und Frankreich, weite Teile Europas und bis nach Marokko. Dazu zählten in „Good old Germany“ Ostsee, Hamburg, Lüneburger Heide, Märchenstraße und Nibelungenstraße, Potsdam-Berlin, Dresden und Elbsandsteingebirge. Aber auch das Hohenzollernschloss, das an den Alten Fritz erinnert, und Alt-Heidelberg, wo noch immer Herzen verloren gehen, sorgten für Kultur-Information und beste Laune unter Freunden.

Ausflüge auch ins Nachbarland Frankreich

Sehr gründlich betrachteten sich die Clubfreunde schließlich das befreundete Frankreich: Burgund, Normandie, Loire, Provence, Côte d’ Azur und Pyrenäen. Sie interessierten sich für die grüne Steiermark und nahmen sich für die Slowakei mit ihren Kulturschätzen und den Bergen der Hohen Tatra gleich 14 Tage Zeit. Schließlich standen auch noch Spanien, Griechenland, Italien, Rumänien und Ungarn teilweise mehrfach auf dem Programm.

In der Coronazeit ruht keineswegs alles: „Es gibt immer wieder Rundbriefe, die informieren und zum Durchhalten ermuntern“, erzählt Otto Brunhuber. Es werde viel telefoniert, und alle hofften auf einen Sommer, den man endlich wieder zu Ausflügen in der geschätzten Gemeinschaft nutzen kann. Ausgearbeitete Vorschläge liegen bereit für das Keltenmuseum in der Heuneburg bei Hechingen, das Bergbauernmuseum im Tiroler Inntal und das Schloss Tratzberg im Inntal, von wo eine Beraterin von Maria Theresia herstammte.

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