Anspruchsvolle Übung im Allgäu

Bergwacht Füssen übt am Pilgerschrofen bei Schwangau den Extremfall

Übung Bergwacht Füssen

Bei bestem Wetter kamen die Rettungskräfte auf dem Grat am Pilgerschrofen an. In den vergangenen Jahren entstanden dort viele Klettertouren.

Bild: Bergwacht Füssen

Bei bestem Wetter kamen die Rettungskräfte auf dem Grat am Pilgerschrofen an. In den vergangenen Jahren entstanden dort viele Klettertouren.

Bild: Bergwacht Füssen

Die Füssener Rettungskräfte bereiten sich an teils höchst anspruchsvollen Winterklettertouren auf mögliche Unfälle vor. Dabei stiegen sie die Nordwand hinab.
22.12.2021 | Stand: 07:34 Uhr

Elf Bergretter der Bergwacht Füssen trafen sich vor Kurzem zu einer nicht alltäglichen Übung. Mit der für die Bergwacht bei der Ausbildung in Corona-Zeiten üblichen 2G-Plus Regel war das Ziel der winterliche Pilgerschrofen über Schwangau: Eine bereits im Sommer durchaus fordernde und anspruchsvolle Bergtour, welche bei winterlichen Verhältnissen den ganzen Alpinisten fordert. Die Einsatzkräfte übten dort den Ernstfall.

Bei den Touren am Pilgerschrofen gab es häufiger Einsätze

In den vergangenen Jahren entstanden am Verbindungsgrad zwischen Pilgerschrofen und Säuling, dem sogenannten zwölf Apostelgrat, einige teilweise höchst anspruchsvolle Winterklettertouren, heißt es in einer Pressemitteilung der Bergwacht. In diesen Touren kam es bereits zu sehr aufwendigen und herausfordernden Einsätzen. Zuletzt vor einem Jahr, als zwei erfahrene Bergsteiger beim Abseilen in Bergnot gerieten.

So verlief die Übung der Bergwacht am Pilgerschrofen bei Schwangau

Um hier noch besser für den Ernstfall vorbereitet zu sein, erkundeten die Bergretter die Touren, überlegten sich Rettungsmöglichkeiten und begingen in verschiedenen Gruppen teilweise über die Nordrinne oder den „Normalweg“ den Pilgerschrofen. Hierzu mussten Seilgeländer eingelegt und Verankerungen gebohrt werden, um die Retter nicht in Gefahr zu bringen und zusätzlich die Verfahren für den Einsatzfall zu verinnerlichen.

Nach einer kurzen Brotzeit am Gipfel des Pilgerschrofens kam der spannendste Teil des Tages, so die Bergwacht. Nach einem meist sonnigen Aufstieg wurde mittels eines speziellen Seils 250 Meter in die schattige, enge und vereiste Nordwand abgeseilt. Die letzten 40 Meter dieser Wand gingen senkrecht bis zum winterlichen Wandfuß.

In der Dunkelheit zurück ins Tal

Mit Skiern und Schneeschuhen ging es in der Dunkelheit wieder zurück ins Tal. Dank der Anfang des Jahres beschafften sehr starken Beleuchtung für jeden Bergretter konnte bei der Abfahrt die Nacht zum Tag gemacht werden.

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