Jubilar

Professor Ruprecht wird 80: Vom Glück, in Seeg leben zu dürfen

NN Ulrich

Unterm Apfelbaum, mit Blick auf die Berge: Diesen Lieblingsplatz genießt Professor Dr. Klaus W. Ruprecht nicht nur an seinem 80. Geburtstag.

Bild: Anton Reichart

Unterm Apfelbaum, mit Blick auf die Berge: Diesen Lieblingsplatz genießt Professor Dr. Klaus W. Ruprecht nicht nur an seinem 80. Geburtstag.

Bild: Anton Reichart

Jubilar Professor Ruprecht feiert seinen 80. Geburtstag. Der Augenarzt hat sich in der Caritasstiftung engagiert
22.05.2020 | Stand: 05:45 Uhr

Von einem Corona-Geburtstag spricht die Ehefrau und gebürtige Seegerin Uta Anna Maria Ruprecht über den 80. Geburtstag ihres Mannes, Professor Dr. Klaus W. Ruprecht. Sie wohnen in einem Haus in herrlicher Lage in Seeg. Aber der Ehrentag hier verläuft völlig anders als die Wiegenfeste davor.

In der niederschlesischen Hauptstadt Breslau geboren, hat Ruprecht in Tübingen, Wien und Hamburg Humanmedizin studiert. Er bildete sich weiter zum Facharzt für Augenheilkunde. 45 Jahre lang war er als Augenarzt tätig, davon 35 Jahre als Hochschullehrer an der Universität des Saarlandes. Gleichzeitig war er Direktor der Augenklinik am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg. Im Ruhestand, so hatte er sich früher einmal vorgenommen, wollte er nicht mehr nur im Urlaub in die Seeger Heimat seiner Frau fahren. Und so haben sie sich hier ihr Haus gebaut.

An diesem Achtzigsten aber ist alles anders, bedauern beide. Seine Kinder und deren Familien werden nur einzeln, nach und nach, zu Besuch kommen können. Trotzdem erfreut sich der sportlich-drahtige Jubilar nicht nur bester Gesundheit, sondern genießt die tolle Lage und sein tägliches Leben. „Um 6 Uhr aufstehen, da ist es am schönsten“, freut er sich über die Stimmung der aufgehenden Sonne. Und er wird noch schwärmerischer: „Es ist ein Glück, wenn man im Allgäu, hier in Seeg leben kann – unter weiß-blauem Himmel. Seeg, das ist ein Kleinod!“

Der Gesellschaft etwas geben

Sehr beredt und lebendig erzählt er über Schlesien, schlägt dabei einen weiten und fundierten Bogen über Geografie, Literatur, Ökonomie aber auch Gesellschaftspolitik. Bis hin zu Vertraulichem bis herunter zur Kommunalpolitik im Allgäu. Schließlich war und ist es ihm als langjährigem, stellvertretenden Vorsitzenden der Caritasstiftung Seeg wichtig, hier der Gesellschaft etwas zuwenden zu können. „Den Neubau des Caritasheimes möchte ich noch erleben“, freut er sich über die nun beginnende Erneuerung des Seniorenwohn- und Pflegeheimes.

Besonders freut sich Professor Ruprecht darauf, dass er hoffentlich bald wieder Kirchenführungen machen darf in der örtlichen Rokokopfarrkirche St. Ulrich, der „Kleinen Wies“, wie sie in Anspielung auf die Steingadener Wallfahrtskirche genannt wird. Kirchenführung, das sei auch ein Stück Verkündigung, so habe es der frühere Seeger Pfarrer Monsignore Alois Linder formuliert.

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Langweilig wird dem Jubilar nicht. Neben der Darstellung der eigenen Familiengeschichte hat er gerade ein Buch herausgegeben: Aus dem Nachlass des berühmten Augenarztes Wilhelm Uhthoff hat er eine Monografie verfasst. Im Garten leite ihn seine Frau an, er sei eher der Mann fürs Grobe. Und wie an seinem Fünfundsiebzigsten empfindet er „die gute Luft in Seeg immer noch, besonders am Morgen wie Sekt.“ So möchte er alt werden.