So bereitet sich Rieden am Forggensee auf einen Blackout vor

Rieden am Forggensee will die Mehrzweckhalle im Falle eines Blackouts als zentrale Stelle nutzen.

Rieden am Forggensee will die Mehrzweckhalle im Falle eines Blackouts als zentrale Stelle nutzen.

Bild: Julian Stratenschulte (Symbolfoto

Rieden am Forggensee will die Mehrzweckhalle im Falle eines Blackouts als zentrale Stelle nutzen.

Bild: Julian Stratenschulte (Symbolfoto

Bei Stromausfall gibt es eine Notversorgung in der Mehrzweckhalle. Warum der Feuerwehrkommandant nicht im Stab dabei wäre.
28.11.2022 | Stand: 12:00 Uhr

Die Gemeinde Rieden will auf einen möglichen Blackout – also einen Stromausfall – vorbereitet sein. Laut Sitzungsunterlagen des Gemeinderates, sei es „leider nur eine Frage der Zeit, bis ein Blackout passiert“. Nun könnte ein „Leuchtturm“ im Haus am Kalkofen entstehen – also eine unabhängige Stromversorgung installiert und ein Krisenstab aufgebaut werden.

Gemeinderat Rieden am Forggensee entscheidet über Mehrzweckhalle

Der Gemeinderat beschloss einstimmig eine solche Stelle an der Mehrzweckhalle einzurichten. Zuvor informierte sich Bürgermeister Andreas Haug mit Günter Jahn von Elektro Wieland über die Möglichkeiten einer unabhängigen Stromversorgung. Der erste Schritt wäre der oben genannte „Leuchtturm“. So wird ein Gebäude bezeichnet, das im Falle eines Stromausfalles autark betrieben werden könne. Durch den Umbau der elektrischen Anlage und durch die Stromspeisung mittels Aggregat könne das Gebäude autark betrieben werden. Die Heizungsanlage, Küche, Sanitäreinrichtungen, Turnhalle sind dann für die Betreuung der Bürgerinnen und Bürger einsatzbereit, heißt es in der Niederschrift zur Gemeinderatsitzung. „Auch der Krisenstab kann aus diesem Gebäude heraus, seine Aufgaben leisten.“

In einem zweiten Schritt müsste eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen werden, bestehend aus mindestens Gemeindeverwaltung, Verantwortlicher Wasser/Abwasser und Feuerwehr.

Diese Gruppe soll die aktuelle Situation der Kritischen Infrastruktur evaluieren und ein Konzept zur Blackout-Vorsorge erarbeiten. Einzelne Bereiche sollen dabei abgearbeitet und im Nachgang kontrolliert werden.

In einem eingesetzten und gegenüber den Bürgern kommunizierten Krisenstab soll der Feuerwehrkommandant allerdings nicht aufgenommen werden. Der Grund: Die Feuerwehr ist im Krisenfall auf der operativen Ebene eingebunden.

Elektro-Experte: Stromversorgung ohne größeren Aufwand möglich

Elektro-Experte Günter Jahn hält ohne größeren Aufwand eine autarke Stromversorgung für möglich. Eine Stromleitung müsste nach Außen verlegt und ein Schalter eingebaut werden. Geschätzte Kosten: bis zu 3.000 Euro. Die Gemeinde soll Angebote einholen.

Das Aggregat für die Stromversorgung mit mindestens zehn KW Leistung kostet zwischen 10.000 und 15.000 Euro. Haug klärt ab, ob das bereits bestellte Aggregat für die Notwasserversorgung auch im Wechsel mit der Mehrzweckhalle betrieben werden kann. Das Haus am Kalkofen soll als Leuchtturm für den Krisenfall bereitstehen.