Zwischenbilanz des Rathauschefs

Riedener Bürgermeister: Es gibt nur ein gewichtiges Problem

Riedens neuer Bürgermeister Andreas Haug ist seit bald 100 Tagen im Amt. Im Gespräch mit unserer Zeitung zieht er eine Bilanz der ersten Wochen.

Riedens neuer Bürgermeister Andreas Haug ist seit bald 100 Tagen im Amt. Im Gespräch mit unserer Zeitung zieht er eine Bilanz der ersten Wochen.

Bild: Johanna Lang

Riedens neuer Bürgermeister Andreas Haug ist seit bald 100 Tagen im Amt. Im Gespräch mit unserer Zeitung zieht er eine Bilanz der ersten Wochen.

Bild: Johanna Lang

Andreas Haug zieht seine 100-Tage-Bilanz. Wo er seine Schwerpunkte sieht.

06.08.2020 | Stand: 09:34 Uhr

Bald 100 Tage ist er im Amt: Riedens neuer Bürgermeister Andreas Haug. Was läuft nicht so gut? „Das Gewicht halten“, sagt der erste hauptamtliche Bürgermeister der Gemeinde und lacht. Und ansonsten? „Na ja“, sinnt er, „es ist viel Arbeit.“ Aber so langsam findet er sich in seinem Amt zurecht. Dass viel Arbeit auf ihn zukommen würde, dachte er sich schon bei seiner Kandidatur – und in den ersten Wochen hat er für sich festgestellt, dass es ehrenamtlich nicht zu schaffen wäre – um so tiefer zieht er den Hut vor seinem ehrenamtlich tätigen Vorgänger Max Streif.

„Unglaublich, wie viele Bürger mit Fragen und Anliegen ins Gemeindehaus kommen“, staunt der 50-Jährige. Aber das liegt ihm auch, so hat er das Ohr am Bürger. Schließlich will er ja ein Bürgermeister für alle Riedener sein – und dazu noch ein moderner.

Riedener Rathaus wird digitalisiert

Schnell hat er das gesamte Büro auf Digitalisierung umgestellt. So führt er nicht nur seinen Kalender für alle sichtbar in Outlook, er telefoniert sogar mit seiner Uhr, wenn es sein muss. Seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter strahlen darüber und sind begeistert, dass der „Chef“ jetzt eigentlich immer da ist. Damit fallen lange Abende für sie im Gemeindehaus flach. Sogar die Protokolle der Sitzungen sind schon am nächsten Tag fertig dank des neuen Programms. Auch die Gemeinderäte erhalten digital sehr frühzeitig alle Unterlagen vor den Sitzungen, sind damit detailliert vorbereitet, was bei den Ratssitzungen zu merken ist. Die Anregungen und Diskussionen haben deutlich zugenommen, die Fragen eher abgenommen.

Haug: "Jeder Fakt wird sachlich und einzeln angegangen"

Deutlich macht der Rathaus-Chef auch, dass er mit allen und allem offen umgehen will: „Jeder Fakt wird einzeln und sachlich angegangen.“ Das ist bei Bauanträgen so, wie auch bei allen anderen Anliegen. Lösungen will er mit allen sachlich auf der Grundlage von Gesetzen und Vorschriften finden. Und ein „das haben wir schon immer so gemacht“ gibt es für ihn nicht, denn das könnte auch Stillstand bedeuten. Dankbar ist Andreas Haug besonders seinen „alten“ Amtsbrüdern in den verschiedenen Gremien und Ausschüssen: „Sie helfen mir mit vielen Erklärungen und bieten ihre Unterstützung an“, freut er sich.

Senioren sollen weitestgehend unabhängig ihren Lebensabend gestalten

Die Arbeit, die vor ihm liegt, geht er strategisch an, sei es die Fortsetzung der in den Endzügen liegenden Dorferneuerung oder die Schaffung von Wohnraum vor Ort. „Die Jungen sollen die Möglichkeit haben, in Rieden bleiben zu können“, wünscht sich Haug. Er weiß auch, dass die Nahversorgung im Ort noch nicht ganz optimal ist. „Wir werden in der Zukunft sehen, was sich da ergeben kann“, denn auch die Senioren sollen im Ort bleiben können und weitestgehend unabhängig ihren Lebensabend gestalten. Wann und wie, und ob überhaupt ein Arzt oder gar eine Apotheke nach Rieden kommen wird, steht noch in den Sternen, aber aus den Augen will er solche Ziele nicht verlieren.

Ein Teamplayer

Ja, er ist gern Bürgermeister, „eine bessere Mitgestaltungsmöglichkeit am Ort gibt es kaum“. Und ein Gestalter war der Kfz-Meister schon in seiner Vergangenheit. So arbeitet er gern: „Ich will schon Spuren hinterlassen“, sagt er mit einem selbstbewussten Lächeln. Allerdings sieht er sich grundsätzlich als Teamplayer: „Wir – der Rat, die Bürger und die Beschäftigten im Gemeindehaus sind ein Team!“, ist er überzeugt, auch wenn er die Verantwortung trägt.