Jungzüchter

Rinder-Night-Show in Rückholz findet erneut Anklang

Flotte junge Damen stellen sich bei der Rinder-Night-Show des Jungzüchterclubs Füssen in Rückholz den kritischen Blicken der Preisrichter. In der voll besetzten Halle ist die Stimmung unter den zahlreichen Besuchern gut – vor allem, als bei der Aftershow-Party DJ Nick Henkel für Musik sorgt.

Flotte junge Damen stellen sich bei der Rinder-Night-Show des Jungzüchterclubs Füssen in Rückholz den kritischen Blicken der Preisrichter. In der voll besetzten Halle ist die Stimmung unter den zahlreichen Besuchern gut – vor allem, als bei der Aftershow-Party DJ Nick Henkel für Musik sorgt.

Bild: Fotos: Johannes Mörz

Flotte junge Damen stellen sich bei der Rinder-Night-Show des Jungzüchterclubs Füssen in Rückholz den kritischen Blicken der Preisrichter. In der voll besetzten Halle ist die Stimmung unter den zahlreichen Besuchern gut – vor allem, als bei der Aftershow-Party DJ Nick Henkel für Musik sorgt.

Bild: Fotos: Johannes Mörz

Teilnehmer reisen teils von weit her an. Einige Erfolge bleiben aber direkt vor Ort. Der Verband BDM sieht derzeit gute Chancen für die Milcherzeuger.
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Von Johannes Mörz
30.08.2022 | Stand: 15:00 Uhr

Viehzüchter aus verschiedenen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz haben am Samstagabend ihre prächtigsten Rinder im Ring auf dem Hof der Familie Guggemos im Rückholzer Weiler Höhen gegeneinander antreten lassen. Trotz schlechten Wetters lockte die Rinder-Night-Show wie schon 2019 vor Pandemiebeginn zahlreicher Besucher an. Nach dem Kälbervorführwettbewerb am Nachmittag wurde das Zelt gegen Abend so richtig voll. Der Jungzüchterclub Füssen organisierte das Event zusammen mit Familie Guggemos, die auch dieses Jahr ihren Hof zur Verfügung stellte.

Ziel: Rinderzucht erhalten

Als Moderator verriet Preisrichter Manuel Klimmer, weshalb Veranstaltungen wie die Rinder-Night-Show in Rückholz stattfinden: Dies sei zum einen, um die neue Genetik der modernen Milchkuh zu präsentieren – und zum anderen, um die lange Tradition der Rinderzucht zu erhalten. Dabei werde die Zucht nicht nur wegen der Rentabilität betrieben. Vielmehr sieht der Moderator in ihr einen Dienst für die Gesellschaft, denn sie trage maßgeblich zur Nahrungsmittelversorgung bei. Zudem wurde die Wichtigkeit der Milch für den menschlichen Körper betont, was bei Ernährungsexperten bekanntlich ein Streitthema ist. Die meisten Landwirte und der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) sind sich jedoch einig: Milch gehört auf den Speiseplan.

BDM will Euphorie nicht dämpfen

Der BDM war erstmals als Sponsor dabei und informierte über seine Arbeit. Faire Preise, die Erhaltung der Vielfalt der Höfe sowie eine höhere Wertschätzung und -schöpfung sind seine Ziele. Der Milchpreis sei momentan zufriedenstellend, doch alles andere als sicher. Die Dürre in großen Teilen Deutschlands, die Inflation und geopolitische Faktoren wie der Krieg in der Ukraine haben starke Auswirkungen auf den Milchpreis. Aufgabe des BDM sei es, für einen ausgeglichenen, stabilen Markt zu sorgen und die Interessen der Bauern zu vertreten. Jedoch soll der Markt nicht unbedingt reguliert, sondern vielmehr Prävention geleistet und sich anbahnenden negativen Veränderungen entschlossen entgegengewirkt werden. Maßnahmen für den immer wichtiger werdenden ökologischen Faktor gebe der Markt momentan kaum her. Trotz des derzeit stabilen Preises müsse bedacht werden, dass das Gesamtniveau für Milchviehhalter schon hoch und das Angebot um zwei Prozent geschrumpft sei. Für die nächsten Monate sei die Aussicht aber nicht schlecht. „Wir wollen die Euphorie keinesfalls dämpfen“, sagte BDM-Vorsitzender Markus Böckler.

Muskeln und Euter zählen

In Fünfergruppen wurden die beteiligten Tiere von einem Vorführer dem Publikum präsentiert. Preisrichter Klimmer aus Sankt Anton, selbst leidenschaftlicher Züchter, hatte die Aufgabe, jedes Rind anhand Kriterien wie Bemuskelung, Form und Euter zu bewerten. Junge Rinder bräuchten vor allem Becken, die passen, so Klimmer. Dafür nahm er jedes Tier unter die Lupe und verkündete dann einen Gruppensieger. Unterstützung beim Aufstellen der Kühe nach ihrem Wert erhielten die Preisrichter vom sogenannten Ringman. Doch nicht nur das, auch der jeweils beste Vorführer wurde von Preisrichterin Sarah Fackiner geehrt. Gefordert waren höchste Konzentration und absolute Kontrolle über das Rind. Als Preis gab es ein Vorführhalfter zu gewinnen.

Kuh als Hochzeitsgeschenk

Moritz Gerle aus Ostenried, mit elf Jahren jüngster Vorführer, eröffnete mit Kuh Fabiane das Abendprogramm. In Gruppe zwei war es ausgerechnet Lena Guggemos, die den Vorführwettbewerb und mit ihrer Kuh die Gruppe gewann. Und das mit einem ganz besonderen Tier: Jongleur Jana ist das Hochzeitsgeschenk von Bruder Tobias, der erst kurz zuvor geheiratet hatte. Einige Teilnehmer nahmen für die Rinder-Night-Show einen weiten Weg auf sich, zum Beispiel Vorführer Julian Kollenberg aus Marienheide bei Köln. Auf das Braunvieh folgte die Rasse Holstein. Schon bald soll es auch eine rasseübergreifende Schau geben. Die erste Holstein-Gruppe gewann das Tier mit der Nummer 41, SWH Moonlight. Nun stiegen die etwas erfahreneren Vorführer in den Ring, bemerkte Klimmer.

Nach der Ehrung der Gruppensieger startete die Championwahl der Rinder mit Musik und Lichtshow. Die Championwahl Jung entschied Kuh Lolly mit Führerin Linda Lechner für sich, in der Kategorie Holstein gewann GS Romy mit Vorführer Rupert Wenger aus Salzburg. Zum Schluss gab es noch einen Heimsieg: Champion Alt wurde Rind Heachars Ginger, geführt von Tobias Guggemos.

Aftershow-Party mit DJ

Nach dem Vorführwettbewerb läutete DJ Nick Henkel die Aftershow-Party ein, auf der die Jungzüchter mit den Besuchern ihre Erfolge feiern konnten.