Gefahr im Verzug am Tegelberg

Droht ein Hangrutsch an der Rohrkopfhütte? - Spezialfirma im Einsatz

Der Hang in östlicher Richtung (also auf dem Bild rechts von der Rohrkopfhütte), droht abzurutschen. Deshalb hat die Gemeinde Schwangau nun eine Fachfirma mit der Sicherung beauftragt.

Der Hang in östlicher Richtung (also auf dem Bild rechts von der Rohrkopfhütte), droht abzurutschen. Deshalb hat die Gemeinde Schwangau nun eine Fachfirma mit der Sicherung beauftragt.

Bild: Benedikt Siegert

Der Hang in östlicher Richtung (also auf dem Bild rechts von der Rohrkopfhütte), droht abzurutschen. Deshalb hat die Gemeinde Schwangau nun eine Fachfirma mit der Sicherung beauftragt.

Bild: Benedikt Siegert

Es bestehe Gefahr im Verzug, hieß es im Gemeinderat Schwangau. Der östliche Hang der Rohrkopfhütte müsse dringend gesichert werden. Das steckt dahinter.
08.09.2022 | Stand: 07:34 Uhr

Die Gemeinde Schwangau musste schnell handeln – denn es bestand Gefahr im Verzug: Der östliche Hangbereich an der Rohrkopfhütte am Tegelberg – sowie Teile der Zufahrt zur Hütte – drohten abzurutschen. Deshalb hat die Gemeinde Schwangau eine Fachfirma beauftragt, teilte Bürgermeister Stefan Rinke während der jüngsten Sitzung des Gemeinderates mit. Die Kosten für die Arbeiten betragen 54.700 Euro.

Rohrkopfhütte am Tegelberg: Arbeiten für die Hangsicherung beginnen bald

Die Arbeiten sollen noch in dieser Woche beginnen und dauern laut Christina Gerster, Leiterin der Hauptverwaltung, etwa drei Wochen. Rinke betonte im Gemeinderat am Montagabend, dass es „dringend“ sei. Im Zuge der Erweiterung der Rohrkopfhütte seien die Probleme mit dem östlichen Hang sichtbar geworden. Die auf dieser Seite bereits vorhandene Hangsicherung halte nicht mehr, sie sei in die Jahre gekommen. Anfang August hat der Gemeinderat in einer nicht öffentlichen Sitzung den Auftrag an die HTB Baugesellschaft – eine Fachfirma für Hochgebirgsbau aus Österreich – vergeben. Zuvor hat die Gemeinde eine fachliche Stellungnahme eingeholt. Notwendig sei demnach eine Hangsicherung durch eine rückverankerte Holzankerwand. Vereinfacht gesagt, werden Baumstämme zu einer Art Holzwand aufgeschichtet und mit langen Verankerungen tief im Hang befestigt.

Die Spezialfirma war auch bei der vor Kurzem abgeschlossenen Sanierung der Marienbrücke im Einsatz und hat Erfahrung in diesem Bereich. Bei der bei Touristen und Einheimischen beliebten Brücke mit Blick auf Schloss Neuschwanstein mussten Pfeiler neu gesetzt und tief im Fels verankert werden. Auch im Rahmen der Alpinen Skiweltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen 2011 sicherten die Spezialisten aus Österreich Hänge auf diese Art.

Der Betrieb der Rohrkopfhütte sei davon nicht beeinträchtigt, eine Gefahr, dass die Hütte abrutsche, bestehe nicht, so Gerster. Es gehe um den Hang und den darunter liegenden Weg, der in Richtung Drehhütte führt. Die marode alte Hangsicherung sei aufgefallen, als man im Zuge der Erweiterung der Rohrkopfhütte unter anderem Büsche entfernte.

Die alte Hangsicherung nahe der Hütte mit Blick auf Schloss Neuschwanstein ist marode

Einer, der beim damaligen Bau der Rohrkopfhütte dabei war, ist Gemeinderat Johann Stöger (Freie Dorfgemeinschaft Schwangau). Im Gespräch mit unserer Redaktion schätzt er, dass der Bau in den 1970er Jahren stattgefunden hat. Der heute 71-Jährige war damals als Zimmerer vor Ort. Damals seien die Bäume für die Hangsicherung einfach hingelegt worden. Nun seien sie total verfault und in der Mitte abgebrochen, berichtet Stöger. „Sie haben über Gebühr gehalten.“ Nun kommt also eine zeitgemäße Lösung.

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Die Rohrkopfhütte am Tegelberg ist, wie berichtet, in den vergangenen Monaten erweitert worden. Eigentümerin der auf 1320 Meter liegenden Hütte ist die Gemeinde Schwangau, Pächter ist die Familie Thurm, die auch das Hotel Das Rübezahl betreibt.

Die Hütte wurde modernisiert, zum Beispiel bietet die Terrasse nun mehr Platz für Gäste. Geplant ist zudem noch eine Spezialküche, auf der für Gäste sichtbar gekocht wird – diese sei allerdings noch nicht einsatzbereit.

Eine weitere Hütte am Tegelberg kämpft derzeit mit Problemen - das Tegelberghaus musste den Übernachtungsbetrieb einstellen, weil es dort Bettwanzen gibt.