Klimawandel

Roßhauptener wollen vor Ort gegen den Klimawandel kämpfen

Dürre, Hitze und vieles mehr droht im Zuge des Klimawandels. In Roßhaupten hat sich nun ein Arbeitskreis gegründet, der Lösungen vor Ort entwickeln will.

Dürre, Hitze und vieles mehr droht im Zuge des Klimawandels. In Roßhaupten hat sich nun ein Arbeitskreis gegründet, der Lösungen vor Ort entwickeln will.

Bild: Matthias Becker (Symbolbild)

Dürre, Hitze und vieles mehr droht im Zuge des Klimawandels. In Roßhaupten hat sich nun ein Arbeitskreis gegründet, der Lösungen vor Ort entwickeln will.

Bild: Matthias Becker (Symbolbild)

Neuer Arbeitskreis in Roßhaupten ist jetzt gestartet. Es geht nicht nur um regenerative Energieerzeugung und ein Nahwärmenetz, sondern um viele weitere Punkte.
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Von Redaktion Allgäuer Zeitung
13.08.2022 | Stand: 15:00 Uhr

Der Kampf gegen den Klimawandel fängt nicht bei Konferenzen mit Politikern aus allen Herren Länder an, sondern vor der Haustür: So hat nun auch ein Arbeitskreis Klimawandel in Roßhaupten seine Arbeit aufgenommen. Eines der Hauptziele ist es, regenerative Energie vor Ort zu erzeugen und auch ein Nahwärmenetz zu initiieren.

Zur ersten Sitzung des Arbeitskreises Klimawandel konnte Bürgermeister Thomas Pihusch 15 Teilnehmer im Gemeindesaal begrüßen. Er gab seiner Freude Ausdruck, dass die Initiative für diesen Arbeitskreis ergriffen wurde und übergab dann an den Initiator und „quasi Leiter des Arbeitskreises“, Reinhard Kleinhenz. Der ehemalige Banker Kleinhenz ist kein Klimafachmann, aber ein leidenschaftlicher „Verfechter einer nachhaltigen Wirtschaftsweise“, wie er selbst einmal gesagt hat.

Mehr Mitstreiter gesucht

Die Teilnehmer verständigten sich darauf, dass die Treffen des Arbeitskreises grundsätzlich am Donnerstag im Gemeindehaus stattfinden sollen und über jede Sitzung ein Protokoll angefertigt wird. Der Inhalt soll auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, was auch durch Berichte in der Presse und im Drachenbote geschehen soll, teilt der Arbeitskreis mit. Die Veröffentlichung verfolgt auch den Zweck, interessierte Bürger zu animieren, sich in diesem wichtigen Zukunftsthema zu engagieren.

Ein Quartierkonzept für die Hauptstraße

Aus aktuellem Anlass und dem Zeitdruck geschuldet wurde das Thema der Energieversorgung für das Strobelhaus aus diversen Blickrichtungen diskutiert. Die vom Gemeinderat schon ins Auge gefasste und auf regenerative Energien bauende Lösung wurde als richtungsweisend befürwortet. Die Kombination mit einem „Quartierkonzept Hauptstraße“ sollte dabei durchaus in Erwägung gezogen werden und die Suche nach einer Institution (eventuell ein Ingenieurbüro), die eine konkrete Machbarkeitsstudie erstellen könnte, müsste zeitnah erfolgen. Der Begriff „Quartierkonzept“ wurde von Ulrich Schaaf in der Runde in groben Zügen vorgestellt: Der Grundgedanke ist, dass in einem definierten Quartier (Straßenzug oder Ortsteil) diverse Energiequellen entweder schon zur Verfügung stehen oder noch nutzbar gemacht werden müssen. Diese Energieangebote gilt es nutzbar zu machen. Wer also ein Angebot hat, bietet es dem Quartier gegen Entgelt pro Kilowattstunde an und speist die Energie ähnlich wie bei der Photovoltaikanlagen in ein Nahwärmenetz ein.

Der vorhandene Überschuss in einem Quartier wird also in räumlicher Nähe entweder sofort genutzt oder auch gespeichert. Das Neue an diesem Konzept ist eigentlich ein zu errichtendes Nahwärmenetz als Teil der Infrastruktur wie Wasser-, Strom- oder Glasfaserleitungen. Der Arbeitskreis wird sich in seinen nächsten Sitzungen mit diesen Überlegungen weiter befassen.

Ein weiterer Vorschlag wurde von Günther Seelos eingebracht. Da im Arbeitskreis ganz gezielt das im Ort beziehungsweise in der Region vorhandene Wissen und Know-how nutzbar gemacht werden soll, soll Markus Baur für eine der nächsten Sitzungen eingeladen werden. Baur hat seine Bachelor-Arbeit zum Thema „Erstellung eines Energienutzungsplans für die Gemeinde Roßhaupten“ verfasst. Der Arbeitskreis hofft so, neue Gedankenansätze kennenzulernen.

Es geht auch um Windkraft

Da sich der Arbeitskreis im Besonderen mit der Bewältigung und Lösungsansätzen des Klimawandels beschäftigen will, wurde noch festgehalten, dass dieses Thema nicht nur mit der Energieversorgung gesehen werden darf. Vielmehr gebe es eine ganze Palette an Themen, die beackert werden müssen. Beispielhaft werden in einer Pressemitteilung nur die innerörtliche Begrünung, Verbesserung des Öffentlichen Personennahverkehrs, Nutzung der Windkraft und vieles mehr aufgeführt.