Schwangau bei Füssen

Polizei löst illegales Faschingstreiben mit rund 100 Beteiligten in Schwangau auf

In Schwangau haben rund 100 Menschen am Nachmittag des Faschingssonntags offenbar einen illegalen Faschingsumzug mit Wagen und Zuschauern veranstaltet.

In Schwangau haben rund 100 Menschen am Nachmittag des Faschingssonntags offenbar einen illegalen Faschingsumzug mit Wagen und Zuschauern veranstaltet.

Bild: Michael Reichel, dpa (Symbolbild)

In Schwangau haben rund 100 Menschen am Nachmittag des Faschingssonntags offenbar einen illegalen Faschingsumzug mit Wagen und Zuschauern veranstaltet.

Bild: Michael Reichel, dpa (Symbolbild)

In Schwangau hat die Polizei am Sonntag ein illegales Faschings-Treiben mit rund 100 Beteiligten entdeckt und aufgelöst. Die ersten Nachrichten aktuell dazu.
In Schwangau haben rund 100 Menschen am Nachmittag des Faschingssonntags offenbar einen illegalen Faschingsumzug mit Wagen und Zuschauern veranstaltet.
Von Allgäuer Zeitung
15.02.2021 | Stand: 17:03 Uhr

In Schwangau im Ostallgäu herrsche in einer Nebenstraße reges Faschingstreiben. Diese Mitteilung bekam die Polizei in Füssen am Sonntagnachmittag. Als die Streife ankam, konnten die Beamten vor Ort drei Faschings-Wagen, zahlreiche maskierte Teilnehmer und auch Zuschauer feststellen.

Laut Schätzungen der Polizei waren an dem wegen des aktuellen Versammlungsverbots illegalen Gaudiwurm etwa 100 Menschen beteiligt - Zuschauer inklusive. Da vielen klar war, dass dies im Corona-Lockdown nicht erlaubt ist, flüchteten etliche Personen, als die Polizei eintraf.

Von rund 20 Menschen konnten die Beamten aber noch die Personalien aufnehmen. Es sei derzeit jedoch nicht klar, ob es sich dabei allesamt um Teilnehmer des Faschingstreibens handele, heißt es auf Nachfrage von allgaeuer-zeitung.de bei der Polizei. Es könnten auch Schaulustige oder Spaziergänger darunter sein, die eher zufällig auf das Geschehen aufmerksam wurden.

Faschingsumzug in Schwangau bislang größtes unerlaubtes Faschingstreiben im Allgäu

"Wir müssen aber schon davon ausgehen, dass die Veranstaltung zumindest zu einem gewissen Grad organisiert und geplant war. Faschingswagen stolpern ja nicht eben mal auf die Straße", sagte Polizeisprecher Holger Stabik vom Präsidium Schwaben Süd/West in Kempten.

Es dürfte sich nach Einschätzung von Stabik um den bisher größten gesprengten Faschingsumzug im Allgäu gehandelt haben.

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Die Beamten lösten die Veranstaltung auf und brachten den Vorfall beim zuständigen Landratsamt Ostallgäu in Marktoberdorf zur Anzeige. Den Betroffenen drohen hohe Bußgelder. Sollte der Veranstalter zu ermitteln sein, muss er mit 5.000 Euro rechnen. Einen Teilnehmer auf einem der Faschingswagen kann es mit 500 Euro treffen. Der Tarif für Zuschauer, die den Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten haben, liegt zwischen 250 und 500 Euro.

Ein ähnlicher Vorfall in Thüringen hatte Ende Januar bundesweit für Schlagzeilen und Empörung gesorgt. In Jüchsen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen hatten Karnevalisten einen Faschingsumzug mit rund 90 Teilnehmern veranstaltet. Besonders pikant: Jüchsen galt zu dieser Zeit als Corona-Hotspot und wies den höchsten Wochenwert an Corona-Infektionen je 100.000 Einwohnern in Thüringen auf. Politiker nahezu aller Parteien - mit Ausnahme der Jüchsener Ortsteilbürgermeisterin - verurteilten das Geschehen als "verantwortungslos und nicht zu tolerieren".

Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen hat auch aktuell noch einen 7-Tage-Inzidenz-Wert von über 228 und liegt im bundesweiten Vergleich an vierter Stelle. Mit einer Inzidenz von 37,5 (Werte vom 15.2.) liegt das Ostallgäu weit dahinter. Erlaubt war das Faschingstreiben in Schwangau freilich dennoch nicht (Lesen Sie auch: Polizei löst Faschingsfeier in Marienberg mit etwa 100 Narren auf).

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