Gesundheit

Senioren bestmöglich in Füssener Klinik versorgen

Älteren Menschen schnell helfen: Das ist das Ziel der Akutgeriatrie, die in der Füssener ab Juli angeboten wird.

Älteren Menschen schnell helfen: Das ist das Ziel der Akutgeriatrie, die in der Füssener ab Juli angeboten wird.

Bild: Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren.

Älteren Menschen schnell helfen: Das ist das Ziel der Akutgeriatrie, die in der Füssener ab Juli angeboten wird.

Bild: Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren.

Die neue Abteilung Akutgeriatrie in Füssen übernimmt betagte Patienten direkt aus der Notaufnahme in die Rehabilitation.
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Von Redaktion Allgäuer Zeitung
30.06.2022 | Stand: 18:00 Uhr

Einen weiteren Schritt zur bestmöglichen Versorgung von Seniorinnen und Senioren geht die Klinik Füssen: Dort nimmt ab Freitag, 1. Juli, die neue Akutgeriatrie die Arbeit auf, teilen die Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren mit. „Der entscheidende Faktor ist, dass wir Patientinnen und Patienten direkt von der Notaufnahme übernehmen können“, sagt Geriatrie-Chefarzt Dr. Christian Ott. Damit können Menschen, die mit einem Notfall wie einem Herzinfarkt oder Oberschenkelhalsbruch ins Krankenhaus eingeliefert werden, sofort auch von einer komplexen früh-rehabilitativen Behandlung profitieren. Dazu ist es nötig, dass verschiedene Abteilungen professionell zusammenarbeiten.

Spezialisten für alle Belange stehen bereit

Der größte Vorteil ist, dass für alle Belange die richtigen Spezialisten bereitstehen. Zwar ist interdisziplinäre Zusammenarbeit mittlerweile weit verbreitet. Wie alt die Menschen sind, bleibt jedoch häufig zuerst außen vor. Dabei kann spezielle altersmedizinische Betreuung die Prognose deutlich verbessern. Sie stärkt die Selbstständigkeit und hilft, Pflegebedürftigkeit zu vermeiden.

Das Team ist gefragt

Im Fall der Fälle behandelt die Füssener Notaufnahme unter Leitung von Dr. Philipp Zimmermann Jung und Alt 24 Stunden am Tag. Notfälle in der Inneren Medizin versorgen dann beispielsweise Dr. Martin Hinterseer und sein Team weiter. Unfallchirurg Dr. Manuel Däxle ist zudem laut Ott „bei jedem Oberschenkelhalsbruch mit dabei“. Mit ihm seien auch gemeinsame Visiten geplant. Ist der Notfall behandelt, also beispielsweise ein Katheter gelegt oder ein Bruch operiert, kommen die Patienten unter bestimmten Voraussetzungen direkt in die Akutgeriatrie. Denn alte Menschen bedürfen aufgrund ihrer oft vielgestaltigen Erkrankungen besonderer Behandlung. Diese ist komplex: „Da ist nicht nur der Doktor gefragt, sondern ein ganzes geriatrisches Team“, sagt Ott. Damit meint er unter anderem aktivierende Pflege, Physio-, Ergo- und Logotherapie sowie den Sozialdienst.

All diese Spezialisten können dank der neuen Akutgeriatrie sofort, sobald es also medizinisch Sinn macht, mit den betagten Frauen und Männern arbeiten. Keine Voranmeldung oder Wartezeit in anderen Abteilungen steht dazwischen. Das behandelnde Team kann die Hintergründe eines Notfalls ermitteln und beispielsweise helfen, zukünftige Unfälle zu vermeiden.

Dauer: mindestens zwei Wochen

Für diese sogenannte Komplexbehandlung sind jedoch mindestens zwei Wochen nötig. Der Bedarf wird also an bestimmten Parametern festgemacht: „Grundsätzlich handelt es sich bei allen über 85 um geriatrische Patienten, weil die Menschen dann sehr vulnerabel sind“, erklärt Ott. Ein kurzer Blick auf das Geburtsdatum identifiziert jedoch nicht alle geriatrischen Menschen. Bei Jüngeren kommt es darauf an, ob alterstypische zusätzliche Erkrankungen wie Diabetes, Probleme mit dem Gedächtnis oder der Wahrnehmung vorliegen. Noch in der Notaufnahme überprüfen die Experten mit einem Fragebogen, ob spezieller geriatrischer Handlungsbedarf besteht. Das lässt sich mit sechs einfachen Ja-Nein-Fragen schnell herausfinden.

Nicht nur für Patienten in Füssen

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In Füssen lebt ein höherer Anteil älterer Menschen. Doch von der Akutgeriatrie sollen auch Patienten aus anderen Teilen der Region profitieren. Beispielsweise wird einer der drei Füssener Geriatrie-Ärzte regelmäßig Patienten in Kaufbeuren ansehen, um zu prüfen, ob diese direkt im Anschluss an eine Notbehandlung nach Füssen verlegt werden können. Auch die Zusammenarbeit mit dem Standort Buchloe soll vertieft werden.