Erpressungsmasche

22-Jähriger in Füssen mit pikantem Video erpresst

Mit einem pikantem Video ist ein 22-Jähriger in Füssen erpresst worden. Die Methode ist bei der Polizei als "Sexpressing" bekannt.

Mit einem pikantem Video ist ein 22-Jähriger in Füssen erpresst worden. Die Methode ist bei der Polizei als "Sexpressing" bekannt.

Bild: Silas Stein, dpa (Symbolbild)

Mit einem pikantem Video ist ein 22-Jähriger in Füssen erpresst worden. Die Methode ist bei der Polizei als "Sexpressing" bekannt.

Bild: Silas Stein, dpa (Symbolbild)

In Füssen ist ein 22-Jähriger von einem Unbekannten mit einem pikanten Video erpresst worden. Was "Sexpressing" ist und was die Polizei in solchen Fällen rät.
Mit einem pikantem Video ist ein 22-Jähriger in Füssen erpresst worden. Die Methode ist bei der Polizei als "Sexpressing" bekannt.
Von Allgäuer Zeitung
23.12.2020 | Stand: 14:56 Uhr

Kriminelle haben in Füssen einen 22-jährigen Mann mithilfe der Sexpressing-Methode erpresst. Der junge Mann wendete sich am Dienstag an die Polizei in Füssen, da er eine Woche zuvor von einem Erpresser eine Email bekommen hatte. Laut Polizei wurde er darin aufgefordert, mehrere hundert Euro über einen Online-Bezahldienst zu überweisen.

Täter erpressten jungen Mann mit pikantem Video

Sollte er nicht zahlen, drohte der Täter ein Video mit angeblichen sexuellen Handlungen des 22-Jährigen zu veröffentlichen und an all dessen Kontakte weiterzuleiten.

22-Jähriger schickt Geschlechtsteil-Video an Unbekannten

Einen ähnlichen Fall gab es auch in Günzburg, wo ein 22-Jähriger eine App eines sozialen Netzwerks auf sein Handy herunterlud und einen Chat mit einem Unbekannten startete. Dabei schickte der 22-Jährige laut Polizei ein Video seines Geschlechtsteils an den Unbekannten. Im weiteren Verlauf des Chats wollte der Mann wissen, welchen Geldbetrag der 22-Jährige bereit wäre, um eine Veröffentlichung des Videos zu verhindern.

Der junge Mann überwies kein Geld, sondern erstattete Anzeige bei der Polizei.

Was ist Sexpressing?

Die Erpressermasche ist bei der Polizei als „Sexpressung“ bekannt.

In einer Variante wird den Angeschriebenen per Email gedroht, ein pikantes Video mit sexuellen Handlungen zu veröffentlichen. Im Gegenzug fordern die Täter eine Zahlung über einen Bezahldienst. In den meisten Fällen existieren solche angeblichen Videoaufnahmen nicht. Derartige Emails werden nach Polizeiangaben massenweise ohne konkretes Ziel als Spam-Mail verschickt.

Bei einer anderen Variante lernt der Betroffene zunächst eine fremde Person über soziale Netzwerke kennen. Während der Kommunikation wird ein Vertrauensverhältnis aufgebaut mit dem Ziel, den Betroffenen zu sexuellen Handlungen vor der Kamera zu überreden. Diese Handlungen werden aufgezeichnet und anschließend gedroht, diese zu veröffentlichen. Die Erpresser fordern dann Geld meistens im drei- oder vierstelligen Bereich.

Das rät die Polizei bei Sexpressing

  • Empfänger von Sexpressing-Emails sollten nicht auf Forderungen eingehen oder mit den Absendern in Kontakt treten.
  • Nehmen Sie keine Freundschaftsanfragen von fremden Personen an. Nehmen Sie in keinem Fall sexuelle Handlungen vor der Kamera vor, insbesondere nicht vor fremden Personen.
  • Sollten Sie bereits erpresst werden, überweisen Sie kein Geld und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

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