Politik

So denken junge Füssener über die Bundestagswahl

Kein ganz eindeutiges Bild ergibt sich, wenn man sich unter jungen Füssener im Vorfeld der bevorstehenden Bundestagswahl umhört.

Kein ganz eindeutiges Bild ergibt sich, wenn man sich unter jungen Füssener im Vorfeld der bevorstehenden Bundestagswahl umhört.

Bild: Benedikt Siegert (Symbol)

Kein ganz eindeutiges Bild ergibt sich, wenn man sich unter jungen Füssener im Vorfeld der bevorstehenden Bundestagswahl umhört.

Bild: Benedikt Siegert (Symbol)

Zwischen verlorenem Vertrauen und großen Erwartungen: Wie sich junge Erwachsene in Füssen zu Laschet, Baerbock und Co. stellen und wie sie sich informieren.
09.09.2021 | Stand: 07:13 Uhr

Nach 16 Jahren verlässt Angela Merkel die große Bühne im Berliner Bundestag und macht Platz für einen neuen Bundeskanzler oder eine Bundeskanzlerin. Die Suche nach einem Nachfolger endet mit der Bundestagswahl am 26. September. Wie ist die Stimmung unter den 18 bis 35-jährigen Ostallgäuern, die seit ihrer Volljährigkeit kein anderes Regierungsoberhaupt als Angela Merkel kennen? Welche Erwartungen haben sie an die neue Spitze und wie treffen sie ihre Wahlentscheidung?

Bundestagswahl in Füssen: Etliche Junge gehen nicht zur Wahl

Zunächst lässt sich sagen, dass der Trend unter den befragten Personen im frühen Erwachsenenalter (18 bis 35 Jahre) deutlich in Richtung „Pro-Wählen“ geht. Eine Stichproben-Umfrage unserer Redaktion in dieser Woche in Füssen ergab eine Wahlbereitschaft von 87 Prozent. Man spürt aber auch deutlich, dass die Stimmung angespannt ist und das Vertrauen in die Regierung in den vergangenen Jahren deutlich schwand. Aussagen wie: „Ich finde keinen der Kandidaten passend“ oder „Hauptsache er oder sie macht es besser als bisher“, zeigen wenig Optimismus. Die meisten sind in diesem Jahr so unschlüssig wie nie, zeigen unsere Recherchen. Das lässt sich allein schon an den wenig aussagekräftigen Antworten ablesen. „Ich fühle mich total ungefragt und ausgegrenzt was Entscheidungen der aktuellen Politik angeht“, sagt Lisa Ziegler (29 Jahre). Auch die Corona-Politik in Deutschland stößt bei ihr und vielen anderen auf Unmut.

Die Füssener, die wählen, haben große Erwartungen an den neuen Bundeskanzler

Unter den Befragten sind aber auch junge Menschen, die ganz bestimmte Erwartungen an die neue Regierung haben. „Ich erwarte, dass die Themen Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein noch mehr in den Vordergrund treten. Wir sitzen alle im selben Boot und sollten den ökologischen Fußabdruck so klein wie möglich halten, denn es gibt keinen Planeten B“, sagt Lara Bade (24 Jahre). Lukas Gerber (23 Jahre) wünscht sich hingegen, dass die Politik wieder einheitlicher wird und nicht jeder Landkreis seine eigenen Entscheidungen trifft. Außerdem ist es ihm wichtig, dass wieder mehr Themen für die Allgemeinheit auf den Tisch kommen und nicht nur einzelne Minderheiten betreffen. Lisa Ziegler hofft auf mehr Unterstützung im Pflegebereich und auf eine Regierung, der die Umwelt am Herzen liegt. „Mir ist es wichtig, eine Regierung zu haben, die sich darum kümmert, wie es in der Zukunft aussieht für uns – vor allem auch für unsere Kinder und Enkel“. Neben dem Thema Nachhaltigkeit scheint in den Augen der jungen Erwachsenen auch die Asylpolitik stark verbesserungswürdig zu sein.

Nicht alle Füssener nutzen den Wahl-O-Mat

Doch wie trifft die Generation Merkel eine Wahl für eine solch zukunftsweisende Entscheidung? Nahezu alle Befragten nutzen zur Unterstützung den online angebotenen Wahl-O-Mat. Darüber hinaus informieren sie sich über diverse Onlinemedien oder studieren die Wahlprogramme der einzelnen Parteien. Diese nutzt Lukas Gerber jedoch lediglich, um die Hauptausrichtung der Parteien zu erfahren. Zusätzlich sieht er sich an, wie diese zu den Themen stehen, die ihn persönlich betreffen. Als weitere Informationsquellen wurden zudem Online-Blogger, Talkshow-Duelle und TV-Nachrichten genannt.