Nesselwang

Sonnige Gemüter an einem trüben Herbstabend

Jugendkonzert

Jugendkonzert

Bild: Philomena Willer

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Bild: Philomena Willer

Summa rum Konzert in Nesselwang bietet Wiener Schmäh und Champagner für die Ohren
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Von Philomena Willer
07.10.2019 | Stand: 12:40 Uhr

Eindeutig war der „Summa rum“, wie das Konzert in Nesselwang hieß, an dem völlig verregneten Abend. Aber gleich mit dem ersten Song „On the bright side of life“, immer auf der Sonnenseite des Lebens, lud das Albert Weinstein Quintett zu einem „Feschtle“ in die Royal Alpschpitz Hall. Locker drauf wie die Musiker war das Publikum, das sich zusehends vom Pommes- und Getränkestand vor die Bühne wagte, von Anfang an mitschnippte und -klatschte und sich beim Erraten der Filmtitel nicht dumm anstellte. Denn der Filmmusik gehörte der erste Block, bevor es auf Latein (!) weiterging, dann mit „Down by the Riverside“ ein perfektes Gospel folgte und bei erstaunlich flottem Wiener Schmäh Hans Moser fröhliche Urständ feierte. Das geschätzte Publikum wurde auch in die Geheimnisse des Barber Shop Song eingeweiht und drüber aufgeklärt, was es mit dem legendären Mr. Weinstein auf sich hat, nach dem sich das vierköpfige „Quintett“ benannte. Als Ehemalige des Nesselwanger Jugendchors haben Philipp Marek, Richard Gruber, Manuel Endras, Martin Möst sozusagen beste Referenzen und zur Freude ihrer vielen Fans lassen sie die Goldenen Zwanziger wieder aufleben, witzig, kess, aufmüpfig und, wie eben die Comedian Harmonists, in perfekter Harmonie der Stimmen – krass disharmonisch, wenn’s sein muss. Alles um Wochenend und Sonnenschein ist ihre Spezialität, grinsend folgt das hinterkünftige Taubenvergiften im Park, und sogar noch eine Welturaufführung.

Draußen warteten schon die vier Vollblutmusiker aus dem Oberallgäu des Orchesters Dr. Laut auf ihre Auftritte. DOC, Puk, JJM und Marten, seit Jahren musizieren sie zusammen, heizten dem Publikum ein. „Gute Musik und schräger Humor sind unsre Hauptquellen“, sagen sie und verbinden Eigenes und Coversongs, wobei die Bandbreite ihrer Instrumente so unerschöpflich ist wie die Vielfalt an Genres. Bei ihrem Sound, wild und sanft vom Soap box rock bis zum Himbeertoni, mit „Champagner für die Ohren“ kannte das Publikum kein Halten mehr.

Und weiter ging die Sause durch die Nacht mit dem Late Night Club. Rockig-fetzig übernahm die sagenhafte Nesselwanger Coverband mit Bianca und Richard, Joshi, Julian und Philipp die Party für die Unermüdlichen bis über Mitternacht hinaus.