Pfronten

St. Vinzenz Klinik wächst weiter

Klinik

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Bild: Markus Röck

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Krankenhaus Großer Erweiterungsbau für 17 Millionen Euro geplant. Er wird die neue Zentrale Notaufnahme, einen Veranstaltungsraum sowie zwei Pflegestationen für die Chirurgie enthalten. Nur eines macht einer Mitarbeiterin Sorgen
Von Markus Röck
02.12.2019 | Stand: 16:55 Uhr

Ein „großes Geschenk an die Pfrontener“ nannte es Bürgermeisterin Michaela Waldmann. Und auch die anderen Mitglieder des Gemeinderats zeigten sich sehr angetan: Die St. Vinzenz Klinik will für 17 Millionen Euro bis zum Jahr 2023 einen Erweiterungsbau errichten. Die Pläne dafür stellten Geschäftsführer Dirk Kuschmann und Architektin Dorothea Babel-Rampp im Gemeinderat vor. Dem macht das Vorhaben vorerst wenig Arbeit: Der Bebauungsplan 38 „Am Kirchenweg“ sieht die fraglichen Flächen bereits als Teil eines Sondergebiets Klinik und auch an die vorgegebenen Baugrenzen hält sich das Vorhaben, erklärte die Bürgermeisterin. Einzig für das geplante Flachdach wäre eine Befreiung nötig.

Dass die aus dem Jahr 1985 stammenden Bettenstationen im Südtrakt der Klinik einer Sanierung bedürfen, habe den Anlass für den Anbau geboten, erklärte Geschäftsführer Kuschmann. Während die Klinik für den Erhaltungsaufwand selber aufkommen muss, gibt es für den Erweiterungsbau, den die Regierung von Schwaben unterstütze, voraussichtlich zwölf Millionen Euro Fördermittel vom Freistaat Bayern. Wie gut sich die Klinik seit der Übernahme von den Vinzentinerinnen im Jahr 2006 entwickelt hatte, zeigte Kuschmann anhand einiger Zahlen: Die Zahl der Betten inklusive Rehaklinik wuchs von 123 auf 175, die Zahl der stationären Patenten von 3710 auf 6629 und die der ambulanten Patienten von 20 700 auf 48 400, dieses Jahr werden es sogar mehr als 50 000. Hatte das Krankenhaus 2006 noch 169 Mitarbeiter, waren es 2018 in Akut- und Rehaklinik sowie den Medizinischen Versorgungszentren insgesamt 452.

Herzstück des Erweiterungsbaus wird eine neue Zentrale Notaufnahme, die jeden Tag rund um die Uhr besetzt ist. Neben weiteren Räumen unter anderem für das Personal wird im Erdgeschoss ein 140 Quadratmeter großer Raum für Tagungen und Veranstaltungen entstehen. So ein Raum fehlt dem Krankenhaus laut Kuschmann bislang. In den beiden Obergeschossen entstehen zwei neue Pflegestationen für chirurgische Patienten mit mehr als 60 Betten, größtenteils in Zwei-Bett-Zimmern, „alles nach den Vorgaben des Ministeriums“, wie Kuschmann erklärte. Im Untergeschoss ist neben Technikräumen eine Tiefgarage mit 30 Stellplätzen vorgesehen. Zusammen mit den 78 Parkplätzen, die kommendes Jahr im Bereich der Reha-Klinik entstehen sollen(wir berichteten), soll damit die Parkplatzproblematik im Bereich um die Klinik weiter entschärft werden.

Das fand im Gemeinderat ebenso Zustimmung wie das Projekt – und die Klinik überhaupt. „Sie investieren in die Zukunft“ beschied Dr. Otto Randel (Pfrontner Liste) der Klinik, die sich durch Kompetenz, Mut und Weitsicht auszeichne. Heinz Heer (Freie Wähler) meinte, er könne sich aus Patientensicht der Anerkennung nur anschließen. Die Sicht einer Mitarbeiterin steuerte Rita Kiechle (Pfrontner Liste) bei: Als die Schwestern ihr Krankenhaus verließen, seien die Ängste unter den Mitarbeitern groß gewesen, doch der vinzentinische Geist sei geblieben, während sich die Klinik unter der neuen Führung gut entwickelte. Sorge bereite ihr nur der Fachkräftemangel in der Pflege: „Wir brauchen viele gute Mitarbeiter“, sagte Kiechle. Während Anja Mörz (Aktiv für Pfronten) meinte, man könne sehr zufrieden und stolz sein, „so ein tolles Krankenhaus“ im Ort zu haben, erkundigte sich ihr Fraktionskollege Axel Bertle nach den Vorgaben aus dem Ministerium, ob die denn auch nötig und stimmig seien – oder nur wegen der Zuschüsse eingehalten würden. „Ein Großteil der Vorgaben ist schon sinnvoll“, antwortete ihm Kuschmann. Allerdings seien das nur die Minimalanforderungen. Für das, was darüber hinausgehe, müsse die Klinik selbst aufkommen. Beispielsweise würden in der Zentralen Notaufnahme einige Räume nicht gefördert, „aber die Mitarbeiter brauchen sie“. Im Vergleich zu anderen Bundesländern sei in Bayern ohnehin gut, was noch gefördert werde.

Alfons Haf (Pfrontner Liste) fragte nach, ob schon klar sei, was aus den Patientenräumen werde, die durch den Neubau frei werden. Er dachte dabei vermutlich an sein Projekt einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft mit Tagespflege(wir berichteten). Es gebe auch seitens der Mitarbeiter schon viele Ideen, noch sei aber vieles offen, antwortete Kuschmann. Peter John (SPD) mahnte, sich für den Verkehr und die Parkplätze in diesem Bereich, in dem ja auch der neue Feneberg-Markt entstehen soll, Gedanken zu machen.