Zwist im Füssener Stadtrat geht weiter: Diesmal legt die SPD nach

Füssener Genossen stellen sich hinter Fraktionsvorsitzende Ilona Deckwerth.

Füssener Genossen stellen sich hinter Fraktionsvorsitzende Ilona Deckwerth.

Bild: Benedikt Siegert

Füssener Genossen stellen sich hinter Fraktionsvorsitzende Ilona Deckwerth.

Bild: Benedikt Siegert

Nach der Kritik der Freien Wähler legt nun die SPD nach. Zuvor übte CSU-Stadtrat Simon Hartung Kritik an Freie Wähler-Stadträtin Christine Fröhlich.
06.05.2022 | Stand: 11:04 Uhr

Nachdem schon die Freien Wähler harsch auf die von CSU-Stadtrat Simon Hartung geäußerte Kritik an deren Fraktionsvorsitzender Christine Fröhlich reagiert haben, legt die SPD nun nach. Die Genossen weisen die Vorwürfe entschieden zurück und stellen sich hinter Ilona Deckwerth. „Diskussionen im Stadtrat zu führen und kritisch nachzufragen, ist nicht Quertreiberei, sondern schlicht und ergreifend die Aufgabe der Stadträtinnen und Stadträte“, sagt Ortsvereinsvorsitzender Georg Waldmann. Hartung hatte der SPD in unserer Zeitung vorgeworfen, im permanenten Wahlkampfmodus zu agieren.

Deckwerth und Nieberle: Nicht hinter ehemaligem Füssener Bürgermeister verschanzt

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Ilona Deckwerth betont außerdem, Erich Nieberle und sie hätten sich zu keinem Zeitpunkt hinter dem ehemaligen Bürgermeister Paul Iacob „verschanzt“, geschweige denn einen Sanierungsstau geleugnet.

„Allerdings sollte sich Hartung auch als junger Stadtrat bewusst sein, wie schwierig es ist, auf der einen Seite Schulden abzubauen und zugleich auf der anderen Seite massiv in Infrastruktur zu investieren“, heißt es in einem Schreiben an unsere Redaktion. Dies komme angesichts der chronisch geringen Einnahmen der Stadt aus SPD-Sicht einer Quadratur des Kreises gleich. Dennoch seien in den vergangen zwölf Jahren wichtige Einrichtungen geschaffen worden wie etwa zwei Kindertagesstätten. Außerdem seien neue Wohngebiete ausgewiesen worden. Deckwerth betonte, sie orientiere sich stets an der Sache, lasse sich aber im Stadtrat nicht den Mund verbieten. In der Amtszeit von Bürgermeister Paul Iacob sei die städtische Verschuldung um über 20 Millionen Euro verringert worden. Die maßgeblichen Entscheidungen wären im Übrigen vom Stadtrat und nicht vom Bürgermeister getroffen worden, der im 25-köpfigen Gremium nur eine Stimme habe und in dem seit Jahrzehnten die CSU die stärkste Fraktion stelle.

Kritik der Füssener SPD: Wirtschaftshistorik

Was seitens der SPD kritisiert werde, sei die „Wirtschaftshistorik“ des amtierenden CSU-Bürgermeisters, der damit genau das tue, was Hartung nun der SPD vorwerfe, nämlich anderen, in diesem Fall seinen Vorgängern und früheren Stadträten, politische und finanzielle Versäumnisse vorzuwerfen.

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