Füssen

Start für Schul-Sanierung in Füssen verschoben

Sanierung und Erweiterung der Grund- und der Mittelschule in Füssen müssen warten. Der Stadtrat hat den Startschuss für die Bauarbeiten auf den Sommer 2022 verschoben.

Sanierung und Erweiterung der Grund- und der Mittelschule in Füssen müssen warten. Der Stadtrat hat den Startschuss für die Bauarbeiten auf den Sommer 2022 verschoben.

Bild: Benedikt Siegert

Sanierung und Erweiterung der Grund- und der Mittelschule in Füssen müssen warten. Der Stadtrat hat den Startschuss für die Bauarbeiten auf den Sommer 2022 verschoben.

Bild: Benedikt Siegert

Die Stadt wird mit dem millionenschweren Vorhaben erst im Sommer 2022 beginnen. Was sich Kommunalpolitikerin Ilona Deckwerth nun wünscht.

10.09.2020 | Stand: 12:00 Uhr

Das Mega-Projekt der Stadt Füssen hängt in der Warteschleife: Die Sanierung und Erweiterung von Grund- und Mittelschule samt Neubau einer Turnhalle und Tiefgarage wird um ein Jahr verschoben, erst zu den Sommerferien 2022 soll mit den sich über Jahre hinziehenden Arbeiten begonnen werden. Nach dem Schulbauausschuss hat sich am Dienstagabend auch der Stadtrat für diese Verschiebung ausgesprochen. Der Grund dafür: Es ist unklar, wann im nächsten Jahr der Förderbescheid für das millionenschwere Projekt vorliegt.

Seit Jahren tüfteln die Kommunalpolitiker an dem Projekt, für das bislang Kosten von bis zu 50 Millionen Euro genannt wurden. Losgehen sollte es in den Sommerferien 2021 mit lärmintensiven Abbrucharbeiten – so lautete der Zeitplan. Doch dieser Zeitplan steht auf wackeligen Füßen, wie Philip Leube vom Architekturbüro f64 aus Kempten nun den Kommunalpolitikern mitteilen musste. Denn entscheidend für das Projekt ist es, wann der Förderbescheid dafür vorliegt. Erst danach kann die Ausschreibung für die einzelnen Gewerke anlaufen, ohne dass man Gefahr läuft, eventuell Schadenersatz zahlen zu müssen.

Leidvolle Erfahrungen

Von der Regierung von Schwaben gebe es aber keine konkrete Aussage, wann der Förderbescheid im nächsten Jahr bei der Stadt eintrifft, sagte Leube. Das könne im April sein oder im Mai, aber vielleicht auch erst im Juni. „Aus leidvoller Erfahrung“ könne dieser Bescheid erst sehr knapp vor dem beabsichtigen Baustart in den Sommerferien eintrudeln. Und die lärmintensiven Abbrucharbeiten müssen eben in den Ferienmonaten über die Bühne gehen, um den Schulbetrieb nicht noch mehr zu beeinträchtigen als dies während der jahrelangen Arbeiten ohnehin der Fall ist.

Zeit zu knapp bemessen

„Die Zeit war und ist zu knapp bemessen“, sagte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU) zum bisherigen Zeitplan. Er warb auch deshalb für eine Verschiebung, da sich dies positiv auf die Kosten auswirken könnte. Denn verschiebe man nicht und komme der Förderbescheid recht spät, dann würden die Firmen merken, dass die Kommune unter erheblichem Zeitdruck stehe – und dies führe gewiss nicht zu günstigen Angeboten. Bei diesem Projekt, für das Eichstetter bei einem Abschluss im Jahr 2029 mittlerweile mit Gesamtkosten von bis zu 60 Millionen Euro rechnet, sei es wichtig, immer auf die Kostenbremse zu treten.

Nachdem der Schulbauausschuss dieses Thema bereits erörtert hatte, gab es auch im Stadtrat keine Stimmen gegen eine Verschiebung, zumal die Planung weiter ausgearbeitet wird. Ilona Deckwerth (SPD) regte aber an, dass man im Gegenzug den beiden Schulen bei kleinen Verbesserungen für den aktuellen Unterricht großzügig entgegenkommen sollte – etwa durch die Beschaffung von Raumlüftern.

Dieses Beispiel hätte sie besser nicht erwähnen sollen, da sich umgehend eine kleine Lüftungsdebatte im Stadtrat entspann und die Frage aufgeworfen wurde, ob man im Winter nicht einmal ein Fenster in der Klasse aufreißen solle. Eichstetter beendete die Debatte mit dem Hinweis, er habe Deckwerth so verstanden: Man solle wegen der Verschiebung des Baustarts mit günstigen Mitteln den Schulbetrieb in der Zwischenzeit optimieren.