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Strobelhaus in Roßhaupten: Vorschlag von Architekten begeistert - es gibt aber auch einen Dämpfer

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Der preisgekrönte Entwurf für das neue Strobelhaus. Wann das Mehrgenerationenhaus in Roßhaupten errichtet wird, steht allerdings noch nicht fest.

Bild: Büro Sophie & Hans

Der preisgekrönte Entwurf für das neue Strobelhaus. Wann das Mehrgenerationenhaus in Roßhaupten errichtet wird, steht allerdings noch nicht fest.

Bild: Büro Sophie & Hans

Das Preisrichtergremium hat einstimmig ein Büro aus Berlin als Sieger ermittelt. Roßhauptens Bürgermeister Thomas Pihusch stellte den Entwurf im Gremium vor.
17.08.2021 | Stand: 15:00 Uhr

Der Preisträger beim Architektenwettbewerb um das Mehrgenerationenhaus – dem Strobelhaus – in Roßhaupten steht fest. Einstimmig hatte das Preisrichtergremium per Ausschlussverfahren den Sieger von 19 eingereichten Entwürfen ermittelt. Gewonnen hat ein Büro aus Berlin: Sophie & Hans, Tang & Buhl Architekten PartGmbB. Damit steht aber weder der Spatenstich noch die Umsetzung des Entwurfes in Roßhaupten fest.

Mit im Preisrichtergremium waren Gemeinderatsmitglieder mit Bürgermeister Thomas Pihusch. Das Gemeindeoberhaupt stellte dem Rat in der vergangenen Sitzung die Gewinner-Entwürfe vor. Bei der Vorstellung wurde deutlich, warum das Berliner Erfolgsbüro den ersten Platz belegt hat. Die beiden Architekten waren schon in Peking, London und New York erfolgreich. Sie haben zum „Städtebaulichen Konzept“ den besten Entwurf geliefert, der insbesondere die Vorderansicht an der Seeger Straße mit dem Bogen zur Kirche getroffen hat. Auch der Abstand zum östlichen Nachbarn mit dem großen sich nach Süden ziehenden Gebäude, in dem sich vorwiegend Wohnungen befinden werden, sieht einen Abstand vor, der dem Nachbarn nicht nur eine Hauswand präsentiert. Der Entwurf lässt Platz für gärtnerische Bebauung.

Im Innenraum des Strobelhauses sind Freiräume eingeplant

Damit trifft der Entwurf um die beiden geplanten Häuser „Freiräumliche Qualitäten“, die von der Gemeinde gewünscht waren. Aber auch im Innenraum sind Freiräume geplant. So wird das lange Gebäude durch einen offenen Innenhof aus Glas, der „sich an die beiden Laubengänge anschließt“, günstig unterbrochen. Hier sollen auch die beiden Aufzüge eingebaut werden, die bis zur Tiefgarage führen.

Die Wohnungen sind durch die Laubengänge zu erreichen. Die Architekten planen sogenannte „durchgestochene Wohnungen“ (derzeit 19 in unterschiedlichen Größen), die durch Öffnen der Fenster eine gute Lüftung zulassen. Das gesamte Haus ist größtenteils als Holzhaus geplant und trifft somit ebenfalls den Wunsch nach Wohnqualität und Nachhaltigkeit.

Auch das Thema „Funktionalität“ war ein wichtiger Punkt. Auch dieser ist beim Entwurf von Sophie und Hans getroffen worden. Im kleineren Haus, wo schon das alte Strobelhaus stand, soll im Erdgeschoss eine Arzt- oder Physio-Praxis einziehen. Darüber sind Wohnungen geplant. Im östlich daneben stehenden Haus ist der Gemeinschaftsraum, der jetzt im Gemeindehaus die Generationen beim Mittagstisch und den Hausaufgabenbetreuungen unter ein Dach bringt, vorgesehen. Der Abstand zwischen den Häusern und der Garten nach Süden versprechen viel Freiraum.

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Das Team hat sich den Ort wohl genau angesehen und beide Häuser wie die meisten in Roßhaupten mit dem Giebel zur Seeger Straße gedreht, der Allgäuer Baustil mit Holzbalkonen und der typischen Dachneigung über die beiden Stockwerke fanden ebenfalls Einzug in den Entwurf, wenn auch moderner – aber keinesfalls futuristisch verzerrt.

Es gibt aber auch einen Punkt, der den Geschmack der Gemeinde nicht trifft

Das Preisgericht beschrieb dies mit „einfachem Satteldach-Baukörper mit Ziegeldach und Holzfassade“. Allein die Tiefgarage ist nicht ganz nach dem Geschmack der Gemeinde ausgefallen, bei keinem der 19 eingereichten Entwürfen. Allerdings geht es hierbei eigentlich nur um die Lage der Ein- und Ausfahrt, die dadurch die oberirdischen Parkplätze sehr reduziert.

Die Begeisterung bei der Vorstellung des ersten Preises bekam aber nach der Vorstellung einen erheblichen Dämpfer. Insbesondere Ratsmitglied Bernhard Stocker fragte mehrfach nach den Kosten des Baus, weil er wissen wollte, ob sich die Gemeinde den Entwurf überhaupt leisten könne.

Genaue Kosten könnten zu diesem Zeitpunkt aber nicht genannt werden, wie Pihusch klarstellte. Zum einen liege dies nun an der Detailplanung mit dem Architektenbüro, zum anderen sei noch nicht klar, wie hoch die Förderhöhe sein wird. Genauso wenig könne schon heute die Miete für die Wohnungen und Praxis festgesetzt werden. Im Haushaltsplan vor zwei Wochen wurde das Mehrgenerationenhaus in den kommenden Jahren mit acht Millionen Euro angesetzt.

Dennoch werden nun die beiden anderen Preisträger, deren Entwürfe ebenfalls zwei Gebäude vorsehen, mit ins Rennen geworfen. Wer es machen wird, entscheidet der Gemeinderat. Auch die Öffentlichkeit bekommt Zugang zu den Plänen, die Anfang September im Pfannerhaus ausgestellt werden.