Verabschiedung

Syrisch-Orthodoxe in Füssen verabschieden ihren Pfarrer

Von Bischof Mor Philixinos Mattias Nayis (rechts) in den Ruhestand verabschiedet: der in Füssen bleibende Pfarrer Yevno Cepe von der Gemeinde der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien.

Von Bischof Mor Philixinos Mattias Nayis (rechts) in den Ruhestand verabschiedet: der in Füssen bleibende Pfarrer Yevno Cepe von der Gemeinde der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien.

Bild: Werner Hacker

Von Bischof Mor Philixinos Mattias Nayis (rechts) in den Ruhestand verabschiedet: der in Füssen bleibende Pfarrer Yevno Cepe von der Gemeinde der syrisch-orthodoxen Kirche von Antiochien.

Bild: Werner Hacker

Nach über drei Jahrzehnten beendet Pfarrer Yevno Cepe seine seelsorgerische Tätigkeit. Beim Gottesdienst wird der Zusammenhalt der Christen in Füssen betont.
21.06.2022 | Stand: 13:52 Uhr

Vom evangelischen Pfarrer Joachim Spengler, der im Oktober 2019 in den Ruhestand ging, erwartet sich Yevno Cepe nach über 30 Jahren in der Seelsorge für die Füssener Familien der syrisch-orthodoxen Gemeinde einen Rat zur künftigen Gestaltung seiner gewonnenen Freizeit. Im Rahmen des Gottesdienstes in der Stadtpfarrkirche St. Mang mit Bischof Mor Philixinos Mattias Nayis, bei dem Cepe offiziell verabschiedet wurde, herrschten folglich gleich zwei Stimmungen vor: eine sehr feierliche und eine sehr persönliche.

Deutlich wurde die seit Jahren gute Zusammenarbeit im ökumenischen Kreis – durch Cepes herzliches Dankeschön an Stadtpfarrer Frank Deuring, der mit dem Kollegen Spengler und Bürgermeister Maximilian Eichstetter am über zweieinhalbstündigen Gottesdienst teilnahm. Wieder treffen wird man sich beim traditionellen Fest beim „Haus der Begegnung“, das die evangelisch-lutherische Gemeinde mit den Syrisch-Orhtodoxen jeden Sommer feiert.

Eine ganz besondere Atmosphäre

Eine ganz besondere Atmosphäre vor dem Eintreffen des Bischofs schufen die acht jungen Frauen des Kirchenchors. Später sollte der hohe geistliche Gast, der sich in arabischer, aramäischer und englischer Sprache an die Gläubigen wandte, betonen: Vom Bischofssitz Warburg aus gesehen sei Füssen die am weitesten entfernte seiner Gemeinden. Aus Nordrhein-Westfalen käme er immer wieder gern hierher und freue sich wieder auf ein „Jugendtreffen“, wie es vor Jahren in Füssen veranstaltet wurde. Tief bewegt zeigte sich Pfarrer Cepe bei seinen Dankesworten an seine Ehefrau. Sie habe ihn immer unterstützt, damit er sich den Aufgaben in der Seelsorge für seine Gemeinde widmen konnte. Teilnehmer, die nicht zur syrisch-orthodoxen Gemeinde zählten, fiel auf, dass der Bischof und die Co-Zelebranten vor dem Altartisch standen, wie es in der römisch-katholischen Kirche vor der großen Reform durch das Zweite Vatikanische Konzil üblich war, und deshalb den Gottesdienst mit dem Rücken zur Gläubigenschar feierten. Vom Altarraum ging der Friedensgruß aus, an dem sich alle paarweise durch die Berührung der Handflächen beteiligten.

Noch kein Nachfolger in Sicht

Die Gemeinde muss sich nun gedulden, bis ein Nachfolger Cepes berufen wird. Die Nachfolgefrage stand im Raum, als im Haus Hopfensee ein Stehempfang über die Bühne ging. Als Redner unterstrichen unter anderem Bürgermeister Eichstetter, Ruhestandspfarrer Spengler und Andrea Shariati von den evangelisch-lutherischen Gemeinde den Zusammenhalt der Christen. Der Füssener Rathauschef konnte sich darüber freuen, dass der Bischof der Stadtverwaltung ausdrücklich für ihre Unterstützung der Syrisch-Orthodoxen dankte, die in den 1960er Jahren als Gastarbeiter hierher gekommen waren. Auch Yevno Cepe schob in den Hanfwerken Schichten, bevor er als Religionslehrer und Diakon tätig werden konnte (siehe auch "Über 30 Jahre als Seelsorger in Füssen tätig").

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