Gericht

Tiroler hatte ein Kilo Marihuana dabei: Bewährungsstrafe

Mit einem Kilogramm Marihuana wurde ein Mann aus Tirol von der Füssener Polizei aufgehalten. Nun wurde er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Mit einem Kilogramm Marihuana wurde ein Mann aus Tirol von der Füssener Polizei aufgehalten. Nun wurde er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Mit einem Kilogramm Marihuana wurde ein Mann aus Tirol von der Füssener Polizei aufgehalten. Nun wurde er zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Ein Familienvater fliegt bei nächtlicher Routinekontrolle der Füssener Polizei auf. Wie er die beträchtliche Menge Drogen vor Gericht erklärt.

28.08.2020 | Stand: 12:00 Uhr

Bei einer nächtlichen Routine-Verkehrskontrolle ist der Füssener Polizei im August 2019 ein Drogentäter ins Netz gegangen. Die Streifenbesatzung hatte vor dem Grenztunnel die Papiere eines 37-jährigen Motorradfahrers aus dem benachbarten Tirol überprüft und war mit der Kontrolle eigentlich schon fertig, als einer der beiden Polizisten den Mann fragte, was er denn in seinem Rucksack habe. Der Motorradfahrer zeigte zunächst keine Reaktion und sagte dann auf erneute Nachfrage: „Ein Kilo Marihuana.“

Bislang war der Mann unbescholten

Tatsächlich fanden die Beamten dann zwei 500-Gramm-Päckchen des Rauschgifts. Der bis dato unbescholtene Familienvater wurde jetzt vom Kaufbeurer Schöffengericht des vorsätzlichen unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in einer nicht geringen Menge schuldig gesprochen und zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Weil 100 Gramm des sichergestellten Marihuanas nicht ausschließbar zum Eigenkonsum bestimmt waren, enthält die Entscheidung auch einen Schuldspruch wegen unerlaubten Besitzes einer nicht geringen Menge. Das Urteil ist rechtskräftig.

Zu Beginn des Verfahrens hatte der Angeklagte über seinen Verteidiger ein Geständnis abgelegt und erklärt, dass er seine Tat „zutiefst“ bereue. Als Motiv nannte er eine finanzielle Notlage: Er habe nach einer Haus-Renovierung rund 8000 Euro Schulden gehabt, die ihn als damaligen Alleinverdiener stark unter Druck gesetzt hätten. Zudem habe er zur fraglichen Zeit selbst Cannabis konsumiert, sich aber nicht eingestehen wollen, dass er ein Problem habe. Bei der Verkehrskontrolle sei ihm sofort klar geworden, dass er seine Existenz und die seiner Familie aufs Spiel gesetzt habe. Er habe sich umgehend dazu entschlossen, keine Drogen mehr zu konsumieren und sich Hilfe zu suchen.

Tiroler nimmt bereits eine Suchtberatung in Anspruch

Der Verteidiger legte dem Gericht ein Schreiben der Caritas-Suchtberatung vor. Darin wurde dem Angeklagten die Teilnahme an bislang elf Gesprächsterminen bestätigt. Die Fortsetzung der Therapie wurde ihm jetzt im Urteil zur Bewährungsauflage gemacht. Zudem muss er eine Geldauflage in Höhe von 1000 Euro an den Verein „Keine Macht den Drogen“ bezahlen. Dass der Angeklagte darum bemüht ist, seine Situation in den Griff zu bekommen, stellten sowohl die Staatsanwältin als auch das Gericht zu seinen Gunsten in Rechnung. Auch der Verteidiger hatte im Plädoyer hervorgehoben, dass sein Mandant nach der Tat „einen ganz klaren Cut“ gemacht habe. Mittlerweile habe sich auch die finanzielle Situation deutlich entspannt, weil die Ehefrau seines Mandanten eine Arbeitsstelle gefunden habe.

Der Angeklagte selbst rang in seinem Schlusswort um Fassung und sagte: „Ich kann nicht glauben, dass ich so dumm war, das zu tun.“ Woher er das Marihuana hatte, dazu machte er vor Gericht keine Angaben. Die erhebliche Rauschgift-Menge, die zum Großteil für den Verkauf bestimmt war, wurde im Urteil klar zu seinen Lasten gewertet. Der Vorsitzende des Schöffengerichts verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass Marihuana zwar als sogenannte „weiche Droge“ gelte, aber eben auch eine „typische Einstiegsdroge“ sei.