Bauausschuss

Traum von Drogeriemarkt im Füssener Norden ist geplatzt

Der Füssener Aldi-Markt soll zwar umgebaut werden, nichts wird es aber mit der Ansiedlung einer Drogerie, die dort mal geplant war.

Der Füssener Aldi-Markt soll zwar umgebaut werden, nichts wird es aber mit der Ansiedlung einer Drogerie, die dort mal geplant war.

Bild: Benedikt Siegert

Der Füssener Aldi-Markt soll zwar umgebaut werden, nichts wird es aber mit der Ansiedlung einer Drogerie, die dort mal geplant war.

Bild: Benedikt Siegert

Der Discounter Aldi legt in Füssen den Fokus auf Erweiterung der eigenen Verkaufsflächen. Warum das jetzt das Aus für eine Ansiedlung eines dm-Marktes bedeutet.
07.02.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Der Bebauungsplan Moosangerweg Ost soll zum nunmehr siebten Mal geändert werden: Damit sollen die Rahmenbedingungen geschaffen werden, dass der Aldi-Markt seine Verkaufsfläche erhöhen kann. Bei zwei Gegenstimmen hat sich der Füssener Bauausschuss dafür ausgesprochen. Im Vorfeld hatte es allerdings Irritationen gegeben, da Aldi die von der Stadt Füssen abgelehnte Ansiedlung eines Drogeriemarktes im bisherigen Parkplatzbereich gerichtlich weiter verfolgt. Allerdings sagte die von Aldi beauftragte Anwaltskanzlei „namens unserer Mandantin verbindlich zu“, das Klageverfahren um den dm-Markt für erledigt zu erklären, wenn die Baugenehmigung für die Aldi-Erweiterung bestandskräftig vorliegt. Damit dürften die Pläne für einen dm-Markt beim Aldi endgültig hinfällig sein.

Discounter Aldi setzt in Füssen auf ein neues Frischekonzept

Bereits im November vergangenen Jahres hatte sich eine Mehrheit des Stadtrates grundsätzlich für die Aldi-Pläne ausgesprochen. Der Discounter wird nicht größer, doch soll ein Lagerraum aufgelöst und der Verkaufsfläche zugeschlagen werden. Trotz der geplanten Vergrößerung soll die Zahl der angebotenen Artikel nicht erhöht werden, teilte Aldi-Süd damals der Kommune mit. Stattdessen wolle man das neue Frische-Konzept des Unternehmens nun auch in der Füssener Filiale umsetzen. Entstehen wird zudem ein neuer Backshop. Um dieses Vorhaben umsetzen zu können, muss der Bebauungsplan geändert werden, was nun im Bauausschuss geschehen sollte. Irritiert war man vor der Sitzung allerdings bei der Verwaltung darüber, dass die Firma Aldi laut ihren Anwälten die von der Stadt Füssen abgelehnte Ansiedlung eines Drogeriemarktes im bisherigen Parkplatzbereich gerichtlich weiter verfolgen wollte. Wäre das tatsächlich so gewesen, hätte die Stadt die Erweiterung der Aldi-Verkaufsflächen zurückgestellt. Nach Gesprächen mit Vertretern des Discounters steht aber fest, dass die Pläne für einen Drogeriemarkt nicht weiter verfolgt werden sollen. Ihnen geht es vorrangig um den Aldi. Ob hier ein verbotenes Koppelungsgeschäft vorliege, wollte Dr. Christoph Böhm (CSU) wissen. „Das eine hat mit dem anderen rein baurechtlich nichts zu tun“, sagte Bürgermeister Maximilian Eichstetter (CSU).

Stadträte befürchten spätere Ausweitung der Ladenflächen im Füssener Aldi-Markt

Christoph Weisenbach (CSU) wollte fixiert haben, dass der Discounter nicht in ein paar Jahren den Anbau zusätzlicher Lagerflächen verlangt, als Ersatz für den jetzt in Verkaufsfläche umgewandelten Raum. Momentan sei dies nicht in Sicht, da Aldi offenbar die Strategie verfolge, die Lagerhaltung auf die Straße zu verlegen, also die Märkte immer rechtzeitig zu beliefern. Wie sich diese Konzernstrategie in Zukunft ändere, könne man nicht abschätzen.

Bei zwei Gegenstimmen beschloss der Bauausschuss schließlich, die siebte Änderung des Bebauungsplanes Moosangerweg Ost auf den Weg zu bringen. Die Abwicklung des Verfahrens im Wege einer vorhabenbezogenen Änderung mit städtebaulichem Vertrag sei zu prüfen.