Flugrettung

Trotz Lockdowns: Mehr Einsätze für Rettungshubschrauber

Weil das Schicksal bekanntlich nicht schläft, werden die beiden Notarzthubschrauber der ARA Flugrettung immer öfter zu Nachteinsätzen gerufen.

Weil das Schicksal bekanntlich nicht schläft, werden die beiden Notarzthubschrauber der ARA Flugrettung immer öfter zu Nachteinsätzen gerufen.

Bild: ARA/Kika

Weil das Schicksal bekanntlich nicht schläft, werden die beiden Notarzthubschrauber der ARA Flugrettung immer öfter zu Nachteinsätzen gerufen.

Bild: ARA/Kika

Auch der Reuttener ARA-Hubschrauber ist trotz Pandemie im Dauereinsatz. Wie es gelungen ist, jeden Tag trotz Corona zu fliegen.
Weil das Schicksal bekanntlich nicht schläft, werden die beiden Notarzthubschrauber der ARA Flugrettung immer öfter zu Nachteinsätzen gerufen.
Von Redaktion Allgäuer Zeitung
04.01.2021 | Stand: 12:06 Uhr

Die zwei Notarzthubschrauber der ARA Flugrettung standen im Jahr 2020 trotz Corona-Krise wieder im Dauereinsatz. Insgesamt absolvierten die Flugrettungs-Profis in Reutte (Tirol), die auch immer wieder im Füssener Land angefordert werden, und Fresach (Kärnten) 2021 Einsätze, teilt das Unternehmen mit. Das bedeutet gegenüber dem Jahr 2019 ein Plus von 53 Einsätzen. Die 2019 gestarteten Nachtflugaktivitäten stoßen auf rege Nachfrage: In Summe flog man 235 Einsätze bei Dunkelheit.

Davon, dass die Einsatzzahlen gegenüber dem Jahr 2019 sogar leicht angestiegen sind, zeigt man sich bei der ARA Flugrettung überrascht. „Während der beiden Covid-Lockdowns, die ja jeweils mehrere Wochen das Land zum Stillstand gebracht haben, sind unsere Einsatzzahlen natürlich deutlich zurückgegangen. Dass dieser Einbruch durch einen signifikanten Anstieg der Einsätze während der Sommermonate sowie durch die vermehrten Nachtflüge egalisiert wurde, kam auch für uns unerwartet“, sagt Geschäftsführer Thomas Jank.

Bereits zu Jahresbeginn abgezeichnet hatte sich, dass die 2019 gestarteten Nachtflugaktivitäten von den diversen Leitstellen immer stärker in Anspruch genommen werden. So wurden die beiden fliegenden Intensivstationen der ARA Flugrettung im abgelaufenen Jahr in Summe zu 235 Einsätzen bei Nacht beziehungsweise bei Dunkelheit gerufen. „Das Schicksal schläft nicht. Durch die Möglichkeit, bis tief in die Nacht hinein zu fliegen, konnten definitiv Menschenleben gerettet werden“, sagt der ärztliche Leiter der Flugrettung, Gernot Aichinger.

Enorme finanzielle Belastung

„Die Zahlen belegen, dass eine professionelle notfallmedizinische Versorgung aus der Luft in der Nacht nicht nur Sinn macht, sondern auch dringend notwendig ist“, freut sich der stellvertretende Geschäftsführer Andreas Grießer über die erfolgreiche Ausweitung der Einsatzzeiten. Für die ARA Flugrettung bedeutet diese Ausdehnung der Dienstzeit allerdings auch eine enorme zusätzliche finanzielle Belastung, denn die aus der Ausweitung resultierenden Mehrkosten werden von den Kostenträgern der öffentlichen Hand bis dato nicht abgedeckt. „Ich denke, wir sind als gemeinnütziges Unternehmen nicht unverschämt, wenn wir die Forderung erheben, dass wir für die extrem kostenintensive Ausweitung unseres Einsatzspektrums auch entsprechend unterstützt werden wollen“, sagt Grießer.

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Einsatzzahlen:

Weniger Einsätze, mehr Herausforderungen

Die mit der Covid-Pandemie einhergehenden operativen und wirtschaftlichen Herausforderungen wurden bei der ARA Flugrettung laut Geschäftsführer Jank gut gemeistert: „Hut ab vor unseren Crews. Wie sie mit den medizinischen und logistischen Herausforderungen der Krise umgegangen sind, gebührt großen Respekt. Keinen einzigen Tag mussten wir Corona-bedingt unsere Operation einstellen. Das war nur möglich, weil es gemeinsam gelungen ist, praktikable und durchdachte Covid-Sicherheitskonzepte binnen kürzester Zeit zu etablieren und diese im Einsatz perfekt umzusetzen. Zum Schutz der Patienten und der Crew.“

Für die gemeinnützige ARA Flugrettung arbeiten aktuell 73 Personen: 9 Piloten, neun Windenoperator (HEMS-TC), 19 Flugretter, 28 Notärzte und acht Verwaltungskräfte. Geflogen wird immer mit einer Viermann-Crew (Pilot, Windenoperator, Flugretter, Notarzt), die bei Bedarf sogar noch um weitere Spezialkräfte (beispielsweise Bergretter, Fachärzte oder Hundeführer bei Lawineneinsätzen) ergänzt werden kann.

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