Trotz makelloser finanzieller Bilanz ist beim EV Füssen kein Chef in Sicht

Chef wider Willen: Thomas Zellhuber (links) führt mangels neuem Vorsitzenden den EV Füssen kommissarisch und präsentierte jetzt bei der Jahresversammlung den neuen U20-Trainer Fred Ledlin.

Chef wider Willen: Thomas Zellhuber (links) führt mangels neuem Vorsitzenden den EV Füssen kommissarisch und präsentierte jetzt bei der Jahresversammlung den neuen U20-Trainer Fred Ledlin.

Bild: Benedikt Siegert

Chef wider Willen: Thomas Zellhuber (links) führt mangels neuem Vorsitzenden den EV Füssen kommissarisch und präsentierte jetzt bei der Jahresversammlung den neuen U20-Trainer Fred Ledlin.

Bild: Benedikt Siegert

Der EV Füssen sucht noch immer nach einem Vorsitzenden, auch ein positives Jahresergebnis ändert daran nichts. Wer den Verein nun kommissarisch weiterführt.
20.07.2022 | Stand: 12:25 Uhr

Der Verein sucht weiter nach einem Vorsitzenden. Die vergangene Saison konnte trotz arger Turbulenzen mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen werden. Und Fred Ledlin heißt der neue Trainer der U20. Das waren die drei markantesten Neuigkeiten bei der Jahresversammlung des Eishockey-Oberligisten EV Füssen.

Eishockey-Oberliga: EV Füssen sucht weiter nach neuem Vorsitzenden

Diese hatte diesmal im Bierzelt am Volksfestplatz stattgefunden. Ein Novum. Und neu war auch, dass mit Thomas Zellhuber der zweite Vorsitzende durch den Abend führen musste. Denn nach dem Rücktritt von Lukas Jentsch sucht der Verein weiterhin nach einem neuen Chef. Daran hat auch die jetzige Versammlung nichts geändert. Interimsmäßig wird der EVF damit wie bisher von Zellhuber geführt.

Eine freudige Nachricht hatte der Oberligist dennoch parat. So dürfen sich die Fans im 100. Jubiläumsjahr über gesenkte Eintrittspreise freuen. So sind Dauerkarten im Schnitt 15 Prozent billiger als zuvor, was ein Zeichen dafür sein solle, „dass die Leute wieder zu uns kommen“, betonte Zellhuber.

EV Füssen hatte zuletzt mit Zuschauerschwund zu kämpfen

Zuletzt hatte der Verein – auch corona-bedingt – mit einem deutlichen Zuschauerschwund zu kämpfen. Wobei Zellhuber die vergangene Saison mit Platz zehn und dem Erreichen der Pre-Play-offs nicht so negativ beurteilen wollte, wie es offenbar manche Fans tun. Er attestierte in seinem Rückblick der ersten Mannschaft, dass sie in der vergangenen Punkterunde „mit viel Herz gekämpft“ habe, auch wenn sie mit dem zehnten Tabellenplatz letztlich nicht das vorher gewünschte Saisonziel erreicht hatte. Als eine Ursache dafür bezeichnete Zellhuber das „Corona-Schreckgespenst“, das „uns sowohl sportlich als auch finanziell sehr getroffen“ habe. Zeitweise 18 zu absolvierende Spiele innerhalb von sechs Wochen hätten dem Team dabei alles abverlangt, während der Vorstand gleichzeitig dazu gezwungen gewesen sei, drastische Maßnahmen, wie etwa die Beendigung des Engagements des russischen Stürmers Andrei Taratukhin, zu ergreifen.

Einen Blick voraus warf im Anschluss der hauptamtliche Nachwuchskoordinator Andreas Jorde. Aus einem möglichst breiten Fundament an Einheimischen wolle man künftig Akteure „bis ins Oberligateam“ heranführen. Wobei Jorde hinzufügte: „Wir sind noch lange nicht da, wo wir hin wollen.“ Helfen, diese ambitionierten Ziele zu erreichen, sollen jetzt zwei neue Trainer: Martin Schweiger und der neue Coach für das U 20-DNL-Team, Frederic Ledlin. Letzterer wurde bei der Versammlung erstmals präsentiert.

Finanziell schließt der EV Füssen die Oberliga-Saison sogar mit einem Gewinn ab

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Finanziell steht der EV Füssen nach seinen rasch eingeleiteten Konsolidierungsmaßnahmen im Dezember gut da. Dank des rigiden Sparkurses und damit verbundener Kündigungen konnte der Klub im vergangenen Jahr ein Plus von 8467 Euro erwirtschaften. Für heuer plant der EVF mit einem Etat von 830.000 Euro.

Mit dem neuen finnischen Trainer Janne Kujala und drei Ausländern verfolge man als Saisonziel erneut die Play-off Teilnahme, sagte Zellhuber. Mit seinen Vorstandskollegen zusammen wurde er denn auch einstimmig von den Mitgliedern entlastet. Einen Dank richtete der Vorsitzende des Wirschaftsbeirats, Michael Macht, schließlich noch an die Stadt Füssen, „ohne die bei uns längst die Lichter ausgegangen wären“. Und zum Schluss gab es noch eine weitere Personalie: Als Nachfolger von Klaus Zettlmeier rückt Christian Kallenbach in den Wirtschaftsbeirat nach.