Grüner Gockel

Umweltteam will Christuskirche in Füssen grüner machen

Gockel

Ein Teil des Umweltteams der Christuskirche (von links): Ilona Balon-Schmidt, Jürgen Schmidt, Hubert Endhardt, Annerose Schneider und Pfarrer Peter Neubert begleiteten den Einführungsgottesdienst vom „Grünen Gockel“ alias Ludwig Reiners (Dritter von links). Auf dem Foto fehlen Annette Rundt und Teresa Odenwäller.

Bild: Heike Heel

Ein Teil des Umweltteams der Christuskirche (von links): Ilona Balon-Schmidt, Jürgen Schmidt, Hubert Endhardt, Annerose Schneider und Pfarrer Peter Neubert begleiteten den Einführungsgottesdienst vom „Grünen Gockel“ alias Ludwig Reiners (Dritter von links). Auf dem Foto fehlen Annette Rundt und Teresa Odenwäller.

Bild: Heike Heel

Evangelische Gemeinde in Füssen strebt Gütesiegel an. Pfarrer Neubert: Jeder ist gefordert, die Erde zu schützen. Wer als Gockel im Gottesdienst erscheint.
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Von Heike Heel
14.10.2021 | Stand: 12:00 Uhr

Auf vielen Kirchtürmen thront ein meist goldener Gockel. Er steht da oben als Wächter und ist Sinnbild eines jeden neuen Tages. Kein Wunder, dass sich die Europäische Union für das Umweltmanagement-Gütesiegel EMAS (Eco Management and Audit Scheme) den Gockel als Maskottchen auserwählt hat – allerdings nicht in Gold, sondern in Grün.

Dieser „Grüner Gockel“ wurde jetzt in einem kurzweiligen und spannenden Gottesdienst in der evangelisch-lutherischen Christuskirche vorgestellt. Ein Jahr lang hat die Gemeinde Zeit, viele der vorgegebenen Maßnahmen zu erarbeiten und umzusetzen, um das Gütesiegel zu erhalten.

Dazu wurde ein achtköpfiges „Grüne Gockel Umweltteam“ unter der Leitung von Annerose Schneider berufen, die als Umweltbeauftragte die diversen Projekte und Aktivitäten in den kommenden Monaten im Auge hat. Das Ziel sei es, das Umweltzertifikat im nächsten Jahr zu erhalten.

Auch Kosten sparen

Vieles konnte bereits im kirchlichen Gemeindeleben für die Umwelt- und Klimaverantwortung eingeführt werden. Trotz des momentan großen Arbeitsaufwands wird die Gemeinde danach durchschnittlich etwa 4000 Euro jährlich an Kosten einsparen können. Allein deshalb lohnt das genaue Hinschauen auf den Verbrauch von Energie und Ressourcen. Vorab aber ist eine genaue Bestandsaufnahme gemäß Maßnahmenkatalog notwendig. Vom Putzmittel bis zum CO2-Ausstoß der Heizanlage, alles muss auf den Prüfstand. Dafür sind fünf Aufgabenfelder gebildet worden, die da sind: Gebäude-Land, Kommunikation, Beschaffung, Organisation und Mobilität.

Im plüschig-grünen Gewand

Beim Gottesdienst wurde der „Grüne Gockel“ alias Ludwig Reiners, der als gackerndes Federvieh ins plüschig-grüne Gewand schlüpfte, im Dialog mit Hubert Endhardt vorgestellt. Beim tierischen Auftakt öffneten die beiden Herren, die dem Umweltteam der Christuskirche angehören, den Gottesdienstbesuchern die Augen für die Bedürfnisse des grünen Gockels und warteten mit klugen Ideen für ein umweltbewusstes Zusammenleben von Mensch und Tier auf. Die Predigt von Pfarrer Peter Neubert beschränkte sich auf das Wesentliche – die Schöpfung. „In der Bibel heißt es: Machet euch die Erde untertan…, das bedeute allerdings nicht, dass der Mensch mit ihr tun kann, was er möchte. Gott erschuf die Erde, dass der Mensch sie bebaue und bewahre und nicht, um sie auszubeuten.“ Ein bewusstes Umgehen mit Umweltfragen lasse die Gemeinde grüner werden – schließlich müsse die Welt für zukünftige Generationen lebenswert bleiben. „Wir dürfen uns nicht hinter den großen Organisationen verstecken, jeder Einzelne ist gefordert, die Erde zu schützen“, betonte Pfarrer Neubert.

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Beim anschließenden Kirchencafé vor der Christuskirche wurde fair gehandelter Kaffee aus dem Füssener Weltladen serviert. Im Vorfeld wurden auf kleinen roten Zetteln Vorschläge der Anwesenden geschrieben und auf die Stellwände gepinnt. „Wir sind sehr überrascht, wie viele gute Anregungen hier zusammen gekommen sind“, meinte der „Grüne Gockel“, der hoffentlich nicht davonfliegt, sondern sein grünes Wirken im kommenden Jahr in den Dienst der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Füssen stellt.