Füssen

Verjüngungskur der SPD-Frauen im Füssener Land

Die neue Füssener ASF-Vorsitzende Brigitte Protschka (von unten), Vize-Vorsitzende Claudia Schreiner, die Beisitzerinnen Heidrun Ebert, Sandunika Weerakoon, Hannelore Semmlin-Leix und Schriftführerin Ilona Deckwerth.

Die neue Füssener ASF-Vorsitzende Brigitte Protschka (von unten), Vize-Vorsitzende Claudia Schreiner, die Beisitzerinnen Heidrun Ebert, Sandunika Weerakoon, Hannelore Semmlin-Leix und Schriftführerin Ilona Deckwerth.

Bild: ASF

Die neue Füssener ASF-Vorsitzende Brigitte Protschka (von unten), Vize-Vorsitzende Claudia Schreiner, die Beisitzerinnen Heidrun Ebert, Sandunika Weerakoon, Hannelore Semmlin-Leix und Schriftführerin Ilona Deckwerth.

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Bei Neuwahlen kommen nun auch jüngere Genossinnen zum Zuge. Wo die ASF ihre Arbeitsschwerpunkte in Zukunft setzen will.

Die neue Füssener ASF-Vorsitzende Brigitte Protschka (von unten), Vize-Vorsitzende Claudia Schreiner, die Beisitzerinnen Heidrun Ebert, Sandunika Weerakoon, Hannelore Semmlin-Leix und Schriftführerin Ilona Deckwerth.
Von Redaktion Allgäuer Zeitung
07.09.2020 | Stand: 06:00 Uhr

Mit neuem Vorstand startet die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) Füssen-Roßhaupten-Schwangau in die Zukunft. Mit dem Führungswechsel wird nun auch jüngeren SPD-Frauen die Möglichkeit zur Mitwirkung gegeben: Neu im Vorstand sind mit der stellvertretenden Vorsitzenden Claudia Schreiner aus Füssen und Beisitzerin Sandunika Weerakoon aus Schwangau zwei engagierte junge Frauen, die sich künftig mit der ebenfalls neuen Vorsitzenden Brigitte Protschka für die Belange von Frauen ganz allgemein und speziell den Themen, die Frauen in der Region bewegen, einsetzen wollen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Nach der Entlastung des alten Vorstands und einem kurzen Rückblick auf die ASF-Aktivitäten erfolgten die Neuwahlen. Einstimmig wurden alle Kandidatinnen in ihre Ämter gewählt. Vorsitzende Protschka freut sich darauf, sich nun mit ihrem neuen Team den Themen widmen zu können, die Füssener Frauen interessieren. Mit im Boot sind künftig Claudia Schreiner als stellvertretende Vorsitzende, Ilona Deckwerth als Schriftführerin sowie Sandunika Weerakoon, Heidi Ebert und Hannelore Semmlin-Leix als Beisitzerinnen.

Zu wenig Plätze für Kinder

Herausgearbeitet wurde in der Versammlung, dass man sich künftig schwerpunktmäßig mit den Themen Kinderbetreuung, Pflege und Umwelt befassen wolle. Eine intensive Diskussion entwickelte sich vor Ort direkt zum Thema Kinderbetreuungsmöglichkeiten in Füssen und Schwangau. Trotz des Aus- beziehungsweise Neubaus von Einrichtungen hinke das Angebot der Nachfrage hinterher und es sei immer noch nicht allen Eltern möglich, einen Krippen- oder Kindergartenplatz zu erhalten.

„Es ist zu einfach zu sagen, die Frauen sollen zuhause bleiben, solange die Kinder klein sind“, kritisierte Weerakoon. Gerade Frauen arbeiten häufig in systemrelevanten Berufen, wie eben die Corona-Krise gezeigt habe. „Insbesondere auf Krankenschwestern, Pflegekräfte oder Pädagoginnen können wir nicht verzichten, deshalb brauchen wir ausreichende und verlässliche Betreuungsangebote“, forderte sie. Und selbst, wer sein Kind ohne berufliches Engagement in Betreuung gäbe, sei noch lange keine Rabenmutter: „Kindertagesstätten sind Bildungseinrichtungen und wenn die Betreuungsqualität stimmt, profitieren die Kinder von einem Besuch“, ergänzte Deckwerth.

Flickenteppich von Angeboten

Weiter wurde diskutiert, dass es relativ schwierig ist für die Eltern von Schulkindern, den Überblick über die unterschiedlichen Betreuungsangebote wie Mittagsbetreuung, verlängerte Mittagsbetreuung, offene und gebundene Ganztagsschule und Kinderhort zu bekommen. „Das ist ein Flickenteppich von Angeboten, über den sich die Eltern zunächst intensiv informieren müssen“, berichtete Schreiner. Ob und welchen Platz man dann bekomme sei dann trotzdem eine Glückssache, denn die Nachfrage sei groß. Hannelore Semmlin-Leix betonte, wie wichtig eine hohe Betreuungsqualität sei. Wer seine Kinder in Betreuung gebe, müsse sich darauf verlassen können, dass sie dort in guten Händen sind und die Rahmenbedingungen passen. Neben ausreichend qualifiziertem Personal bräuchte es auch immer geeignete Räumlichkeiten.

Probleme sind nicht neu

Vorsitzende Protschka bedauerte zusammenfassend, dass es nach vielen Jahren immer noch die gleichen Probleme seien, die Eltern beschäftigen. Allerdings müsse man sich freuen und anerkennen, dass in Füssen der Bau der AWO-Kindertagesstätte im Weidach endlich vorangehe und dass der Schwangauer Gemeinderat die Voraussetzungen für eine weitere Krippengruppe geschaffen hat.

Aufpassen müsse man, dass ein bis 2025 von der Bundesregierung geplanter Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder nicht auf Kosten der Kinderhorte gehe. Denn gerade dort sei die Betreuungsqualität hoch und das Angebot für die Kinder hervorragend. Die ASF-Frauen nehmen sich deswegen vor, den Füssener Kinderhort zu besuchen, der auch als „Mensa“ von der Grundschule genutzt wird und deshalb eine wichtige Einrichtung ist.